Eli Roths Überraschungserfolg aus den Vereinigten Staaten braucht zwar einige Zeit, um in die Gänge zu kommen. Was man aber daraufhin zu sehen bekommt, ist wahrlich nichts für schwache Nerven, denn dem Regisseur gelingt es in bester Evil-Dead-Manier ein Fest für Horror-Film-Fans zu bereiten, bei dem auch der Normalzuschauer seinen Spaß haben kann.
Horrorfilme sind in Deutschland ja schon längst aus der Mode geraten, denn bis auf wenige Ausnahmen gelingt es kaum einem etwas härteren Film, ein akzeptables Einspielergebnis zu erreichen. So zuletzt Haus der 1000 Leichen, welcher in Deutschland (zurecht) unterging. Nun versucht es wieder ein deutscher Verleih einen recht heftigen Film dieses Genres dem Publikum nahe zu bringen und diesmal hat der Film sogar das Potential ordentliche Zahlen vorzuweisen.
Die Geschichte, die uns Cabin Fever auftischt ist genrebedingt natürlich alles andere als neu: Fünf Freunde wollen in einer Hütte im Wald Party machen und mal richtig die Sau raus lassen: Alkohol, Drogen und Sex ohne Unterbrechung! Doch der Spaß vergeht ihnen, als ein anscheinend mit einem Virus befallener Mann zu ihrer Hütte kommt und um Hilfe bittet.
Das man von der Geschichte nicht gerade viel erwarten konnte, war im voraus klar. Daher begnügt man sich bei diesem Genre schon mit einer halbwegs ordentlichen Story, dafür erwartet man aber eine atmosphärisch gute Inszenierung, am besten noch garniert mit einigen Schock- und Goreeffekten. All dies kann der Film bieten, jedoch leider erst nach gut einem Drittel der Spielzeit, da in der ersten halben Stunde Langeweile pur herrscht und überhaupt nichts passiert. Als es jedoch richtig los geht, wird der Film von Minute zu Minute besser! Die Schockmomente sitzen, die Spannung steigt immer mehr und die Charaktere sind so überdreht (blöd), wie es sich für einen Film dieses Genres gehört. Des weiteren gibt es auch ein paar sehr witzige Szenen (The Gun is for the Niggers), ebenso wie einige recht eklige Szenen.
Beim Casting hat man nichts dem Zufall überlassen und eigentlich fast immer den typischen Darsteller für die einzelnen Charakter gefunden, wie z. B. der durchgeknallten Nervensäge, das unschuldige, aber überaus attraktive Mädchen, den netten Jungen von Nebenan, den Angeber etc., so dass man aufgrund der gut gewählten Besetzung kaum schlechte Darbietungen zu Gesicht bekommt.
Insgesamt ist Cabin Fever sicher alles andere als ein filmisches Highlight, aber dem Regisseur gelingt es durch seine gelungenen Inszenierung, den Schock- und Ekelmomenten, sowie durch seinen ab und an immer wieder auftretenden sehr witzigen Humor ein Highlight für Fans des Genres zu schaffen, bei dem auch der Normalzuschauer durchaus seinen Spaß haben kann.