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Richard Donners Interpretation von Michael Crichtons Roman "Timeline" ist gänzlich misslungen, da die Macher sowohl in der Umsetzung von Buch zu Film, aber auch grundsätzlich bei der Inszenierung total versagten.
Michael Crichtons Roman Timeline ist ein sehr spannendes, wenn auch simples Zeitreiseabenteuer und im Grunde genau der Stoff für ein unterhaltsames Popcornmovie! Mit Richard Donner, dessen Filme bisher fast durchweg überzeugten schien auch der richtige Regisseur für den Job gefunden worden sein. Jedoch ließen der Trailer und das US-Rating PG-13 die Erwartungen kräftig in den Keller sinken, doch dass das Ergebnis so übel werden würde, damit hat wohl keiner gerechnet.
In der französischen Provinz Dordogne leitet Professor Edward Johnson zusammen mit seinem Assistenten André Marek eine Ausgrabung. Ihnen zur Seite stehen dabei auch Chris, der Sohn des Professors und die hübsche Kate auf die Chris schon lange ein Auge geworfen hat. Als der Professor zu den Geldgebern in die USA fährt, geschieht etwas merkwürdiges, denn Andre und Kate finden eine Linse von Johnsons Brille in einer Ausgrabung, gemeinsam mit einer altertümlichen Schriftrolle, welche mit Edward Johnson unterzeichnet wurde. Kurzerhand machen sich die Archäologen auf, um ihren Professor zu folgen und erfahren, dass er per Zeitmaschine ins Mittelalter reiste und dort nun festsäße. Natürlich machen sich André und das restliche Team sofort auf dem Weg um ihn zu retten.
Die Geschichte hört sich natürlich nicht spektakulär an und ist es auch in keinster Weise, aber der große Schwachpunkt ist nicht unbedingt die Story, sondern einfach, dass man sich bei der Adaption nur auf das Wesentliche beschränkt hatte und viele Details einfach übergangen wurden. Dies macht sich am meisten im wissenschaftlichen Bereich bemerkbar, denn während Michael Crichton es im Buch noch gelang das ganze Szenario der Zeitreise (welche im Grunde ja gar keine ist) glaubwürdig mit Fakten und Theorien zu erklären, so fehlt dieser Aspekt im Film komplett. Aber auch sonst sind diverse Änderungen feststellbar, so wurde z. B. kurzerhand aus dem Archäologie-Historiker Chris mal schnell der Sohn des Professors gemacht, was in filmischer Hinsicht nicht einmal von Bedeutung war. Grob geschätzt haben sich die Drehbuchautoren wohl allerhöchsten zu 25% an die Vorlage gehalten, was wohl allen Lesern des Buches ein großes Ärgernis sein wird.
Auch in Sachen Inszenierung kann Timeline nicht überzeugen. Zwar wirken die Landschaften ganz nett, sieht man jedoch die Kostüme und die Bauten an, dann ist es schon mehr als nur Auffällig wann im Studio und wann vor Ort gearbeitet wurde. Die Effekte und die Schlachten beschränken sich, wenn überhaupt, nur auf durchschnittlichem Niveau und können in keinster Weise den Zuschauer fesseln.
Wenn man das Ganze so betrachtet, dann ist es nicht weiter verwunderlich, dass man auch beim Casting nicht gerade die beste Wahl bei den Akteuren getroffen hatte. Während sich Gerard Butler noch sichtlich bemüht sein Tomb Raider-Debakel in Vergessenheit geraten zu lassen, lieferte Paul Walker wohl die bis dato schlechteste Leistung seiner Karriere ab, was bei ihm was heißen will! Frances O'Connor war meiner Meinung nach ganz gut besetzt, jedoch durfte sie ihr Potential nicht vollkommen ausspielen und nur sehr selten die Stärke ihres Charakters zeigen. Desweiteren bescherte uns der Cast noch mehr oder weniger namhafte Stars wie Anna Friel, David Thewlis und Billy Connolly, die aber auch eher schlecht als recht vor der Kamera agierten.
Am Schluss bleibt festzuhalten, dass nun auch Richard Donner seine Gurke hat, da es ihm nicht gelang den wissenschaftlichen Aspekt des Buches zu vermitteln. Hinzu schlich sich noch die Fehlbesetzung mit dem Hauptdarsteller und schon kam diese mehr als nur enttäuschende Romanverfilmung hin, an deren Leser des Romans nicht viel abgewinnen können. |