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House of the Dead

(House of the Dead, 2003)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 25. August 2004
Premiere: 11. April 2003 (Festival van de Fantastische Film, Niederlande)
FSK: ab 18 Genre: Horror
Länge: 87 min Land: USA, Deutschland
Darsteller: Jonathan Cherry (Rudy), Tyron Leitso (Simon), Clint Howard (Salish), Ona Grauer (Alicia), Ellie Cornell (Jordan Casper), Will Sanderson (Greg), Enuka Okuma (Karma), Kira Clavell (Liberty), Sonya Salomaa (Cynthia), Michael Eklund (Hugh), David Palffy (Castillo), Jürgen Prochnow (Captain Kirk), Ben Derrick (McGyvers), Steve Byers (Matt), Steven Kriozere (V.I.P. Zombie), Kris Pope (Raver), Elisabeth Rosen (Skye), Anthony Timpone (Zombie)
Regie: Uwe Boll
Drehbuch: Mark A. Altman, Dave Parker


Inhalt

Als eine Gruppe von Teenagern auf eine Insel kommt, muss sie feststellen, dass diese von Zombies beherrscht wird. Die Gruppe sucht in einem Haus Unterschlupf, und versucht dort die Nacht zu überleben.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

House of the Dead hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 19%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Kurt Meinicke
House of the Dead hat eine Wertung von 19%
Fans des Videospiels waren begeistert, als man erfuhr dass House of the Dead verfilmt werden sollte. Leider nahm sich dazumal aber ein gewisser Dr. Uwe Boll dieser Sache an, und heute weiss man: das konnte von Anfang an nicht viel werden. Dennoch muss man zugeben, dass der Streifen durchaus seine positiven Momente hat, und die meiste Zeit über dermassen schlecht ist, dass er im Grunde genommen irgendwie Spass bereiten kann, wenn man ihn einfach kein Bisschen ernst nimmt.

Bild aus House of the Dead Ein paar ehemalige Jugendliche - welche ein paar Jugendliche spielen dürfen - wollen auf einer geheimnisvollen Insel den Rave des Jahrhunderts erleben. Dort angekommen findet man jedoch nur die Überreste einer Party und ansonsten keine Menschenseele. Als Ersatz dafür, werden die Protagonisten jedoch bald von einer Horde blutrünstiger Zombies angegriffen und fortan quer über die Insel hin und her gejagt. Kurz darauf tauchen noch zwei Schmuggler und eine Polizistin auf, man findet ein alles erklärendes Buch und landet schlussendlich in einem Haus, welches von innen um ein vielfaches grösser wirkt, als von aussen. Können der undurchsichtige Kapitän Kirk und sein dubioser Helfer Salish den Partygängern helfen? Oder haben die beiden zumindest eine Chance, diesen Film zu retten? Dies sind nur ein paar der vielen Fragen, welche man sich beim Betrachten dieses Horrorfilms zwangsläufig stellt.

Um es von Anfang an klar zu stellen: dieser Film ist schlecht! Dabei wäre es so einfach gewesen, aus dem Stoff einen spannenden und blutigen Zombie-Slasher zu machen. Man nehme ein paar akzeptable Darsteller, ein paar eklige Effekte und Masken für die Zombies, ein grosses Haus auf einer einsamen Insel und lässt dort die armen Protagonisten in ihr eigenes Verderben rennen. Dazu etwas spannende Musik und eine zumindest ein wenig durchdachte Hintergrundgeschichte und schon hätte man einen soliden Horrorfilm geschaffen. Das klingt an und für sich ganz einfach, ist aber scheinbar viel schwieriger als es aussieht, denn was uns Dr. Uwe Boll hier vorsetzt ist jenseits von Gut und Böse. Die Darsteller wirken wie die Pappfiguren aus South Park (wobei diese Trickfiguren über mehr Mimik verfügen) und sehen aus, als wären sie zumindest sehr nahe am 30. Lebensjahr, aber bestimmt keine 20 mehr; die Dialoge muss man sich nicht mal antun, da sowieso nur selten etwas Interessantes gesagt wird; die Zombie-Masken lösen eher Lachkrämpfe aus, als das man auch nur ein klitzekleines bisschen Angst bekommen könnte; der Score wurde entweder vollkommen überladen oder wirkt sehr deplaziert. Einzig die Action-Szenen kann man als brauchbar bezeichnen, wobei hier maßlos übertrieben wird, indem jeder Figur mindestens einmal die Ehre zuteil wird, dass die Kamera sich in Zeitlupe um sie herum dreht (was spätestens nach dem dritten Mal nur noch nervt).

Wie auch in den folgenden Bollwerken, war schon bei diesem Streifen mit Jürgen Prochnow (The Da Vinci Code - Sakrileg und zuletzt Bierfest) ein bekannter Name dabei. Doch kann auch er - trotz seiner durchaus guten und passenden Leistung als Kapitän Kirk - leider nicht mehr viel retten (mal abgesehen von der Tatsache dass es sowieso nichts bringt, wenn ein einziger Darsteller etwas Können besitzt). Auch Clint Howard (Cocoon) kann mit seiner Rolle als Kirks Helfer Salish nicht viel ausrichten: statt einen unterhaltsamen Sidekick abzugeben, nervt er fast den kompletten Film hindurch, was aber eben auf das Drehbuch zurückzuführen ist. Der Rest ist so blass, dass man gar nicht mal darüber reden muss.

Dr. Uwe Boll zieht bei seiner ersten Videospiel-Verfilmung alle Register. Nur schade, dass er sich dabei in seinen fixen Ideen verrennt und jegliches Gespür für Filmemacherei vermissen lässt. Er setzt den allgemein aus Matrix bekannten "360 Grad"-Kameraeffekt (oder "Bullet-Time"-Effekt) dermassen oft ein, dass einem nur noch schlecht werden kann, und auch sonst schafft er es immer wieder seine Schauplätze so einzufangen, wie man es eben nicht machen sollte. Es gibt genau so viele unpassende schnelle Schnitte wie auch unpassende langsame Schnitte, und wir bekommen viele überflüssige lange Kamerafahrten geboten - aber leider nie dann, wenn es einen Sinn machen würde (alleine der Showdown wurde stümperhaft gedreht - umso erstaunlicher, wenn man bedenkt dass ältere, asiatische Filme wie Versus das wunderbar hingekriegt haben). Was diesem Desaster noch das Sahnehäubchen aufsetzt, ist der meist vollkommen deplazierte Musikeinsatz: bei spannenden Szenen wird es hektisch sowie laut und umgekehrt. Man ist immer wieder versucht sich zu fragen, was sich dieser Regisseur bei seiner Arbeit wohl überlegt (wobei noch nicht einmal die veralteten Einspielungen des Videospiels selbst gemeint sind, denn die vergisst man am Besten sofort wieder), doch das kann man sich getrost sparen, denn das würde den Film schlussendlich auch nicht besser machen. So könnte man seine negativen Beobachtungen noch lange fortsetzen, doch sollten die genannten Punkte reichen, um die Qualität dieses Machwerks zu veranschaulichen.

Kommen wir zum Schluss aber doch auch noch zu dem, was diesen Film vor dem tragischen Schicksal bewahrt, einen Abfluss runtergespült zu werden und in einer Kläranlage zu verenden: er ist in der ungeschnittenen Fassung sehr blutig! Dies zeigt sich vor allem in einem knapp 10-minütigen Shoot-Out, der nach circa einer Stunde stattfindet: hier spritzt das Blut und Körperteile fliegen umher dass eines jeden Gorehounds Herz höher schlägt. Hinzu kommt die durchgehende - wenn auch unfreiwillige - Komik, welche aufgrund der erwähnten Mängel fortwährend vorhanden ist. Das war's dann aber auch schon...

Wer viele Freunde mit zu viel Zeit und Bier hat, kann durchaus mal einen House of the Dead-Abend unter Gleichgesinnten einlegen und dabei eventuell sogar viel Spass haben. Alle Anderen seien hiermit gewarnt, denn: nur wo Boll draufsteht, war bisher auch immer Müll drin!



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