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Alejandro Gonzalez Inarritus zweites Werk lebt von der eigentlich mitreißenden Geschichte und vor allem aber von der unchronologischen Erzählweise. Leider passen diese beiden Elemente nicht immer zusammen, weshalb ein großartiges Werk verhindert wurde.
Seit seinem hoch gelobtem Regiedebut Amores Perros hat Regisseur Alejandro González Inárritu seine Fans 3 Jahre warten lassen (sieht man mal von einem der vielen The Hire-Werbespots und einem Beitrag zur Doku 11'09''01 ab) bis sie sein zweites Werk 21 Gramm auf der Leinwand sehen konnten.
Der Ex-Knasti Jack Jordan hat seine Straftat verbüßt und konnte sich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch von seinen Taten befreien, da er im Gefängnis zur Kirche gefunden hat und nun ein friedliebender bekennender Gläubiger geworden ist. Die Witwe Christina Peck hat ihren Mann und ihren Sohn bei einem Autounfall verloren und ist verständlicherweise in tiefster Trauer versunken. Ein schlimmes Schicksal erwartet auch Paul Rivers, der sich im Krankenhaus schon auf seinen bevorstehenden Tod einstellen darf.
Mehr darf in Sachen Story nicht verraten werden, da Inárritu für seine Geschichte eine außergewöhnliche Inszenierung anwandte. Als ob es denn nicht genug sei eine episondenhafte Handlung zu erzählen, komplizierte er das Ganze noch indem er die drei Stücke des Films zum einen unchronologisch und zum anderen auch immer nur in zwei bis drei Minuten langen Szenen darbietet, welche auch von Episode zu Episode wechseln. Da man nur an Frisur, Kleidung etc. ahnen kann was nun in welche Zeit einzuordnen ist, benötigt man mindestens eine halbe Stunde um einigermaßen einen Handlungsstrang erkennen zu können. Diese innovative und überaus gelungene Inszenierungsweise erwartet vom Zuschauer natürlich eine ungeheure Aufmerksamkeit, welche ein hohes Maß an Spannung erzeugt.
Die Geschichte des Filmes (auf die hier, wegen der Inszenierung aus Spoilergründen nicht näher eingegangen wird) weiß ebenso zu überzeugen. Die Charaktere wurden sehr gut ausgefeilt und auch deren Handeln und deren Gefühle sind in den jeweiligen Situationen durchaus nachvollziehbar. Vor allem ist es tragisch mit anzusehen wie durch kleine Zusammenhänge ein Dominoeffekt ausgelöst wird, der die drei Hauptcharaktere ins Verderben reißen kann.
Obwohl die Story weitestgehend gelungen ist und obwohl die Inszenierung ziemlich genial rüber kommt, muss man leider sagen, dass Inárritu einen riesigen Fehler begangen hat, denn aufgrund der unchronologischen Reihenfolge und der Tatsache, dass man sich viel zu sehr konzentrieren muss um überhaupt mitzubekommen, ist man vom Geschehen teilweise viel zu sehr abgelenkt, als dass man mit den Charakteren mitfühlen kann. Das Mitfiebern und das Mitleiden, bleibt daher leider komplett aus.
Eine Klasse für sich sind jedoch die darstellerischen Leistungen: Sean Penn liefert nach Mystic River seine zweite großartige Performance innerhalb nur weniger Monate ab und auch Benicio del Toro zeigt sich von seinem Die Stunde des Jägers erholt und knüpft wieder an seine große Leistungen an. Auch Naomi Watts braucht sich mit ihrer Darstellung der Christina nicht in den Schatten der männlichen Kollegen zu stellen, denn die Ring-Schönheit liefert hier ihre bisher beste Leistung ab.
Es ist wirklich schade, denn trotz der brillanten Darstellerleistungen gelingt es 21 Gramm nicht, vollends zu überzeugen, da sich die innovative und teilweise großartige Inszenierung nicht mit der guten Story veträgt, da man aufgrund der komplexen und anstrengenden Erzählweise kaum Zeit findet, Gefühle für die Charaktere und deren Leiden aufzubauen. |