Sympathische, deutsche Independentkomödie, der es trotz der Besetzung mit vielen Soapstars gelingt, durch den Wortwitz und den schrulligen Charakteren zu überzeugen.
Kevin Smith schuf 1994 mit seinem Regiedebut Clerks - Die Ladenhüter einen Film um zwei Ladenbesitzer, die sich den gesamten Film über Gott und die Welt unterhalten und das auf eine sehr amüsante Art und Weise. Der deutsche Drehbuchautor Stafan Barth hat sich diese Independentkomödie wohl zum Vorbild genommen, denn in seinem ersten Film zeigt auch er, dass man mit wenig Aufwand und viel Wortwitz eine überaus gelungene Komödie schaffen kann.
Ein paar Wochen vor Weihnachten scheint die Welt für die vier Jugendfreunde Olli, Vince, Pat und Duke wieder in Ordnung zu sein, als Duke nach einem langen Trip in die USA endlich zurück bei den Jungs ist. Doch der Schein trügt: Der fremdgehende Gigolo Vince hat Eheprobleme mit seiner Frau Ria, die nicht länger das Hausmädchen für ihn machen will. Pat kümmert sich fast nur um seine Arbeit und vernachlässigt dabei seine Verlobte Diaz. Duke will in ein paar Wochen für immer in die USA auswandern und Olli sucht weiterhin nach einem Antrieb in seinem Leben.
Die Geschichte des Films überzeugt weitestgehend. Zwar gibt es keine großen Überraschungen und man kann schon Minuten im Voraus erahnen was als Nächstes geschehen wird, aber dafür gefällt, dass es der Drehbuchautor (Regisseur Barth) nicht übertrieben hat und eine, wie aus dem Leben gegriffene Geschichte zu Papier gebracht hat. Wie bei Kevin Smiths Film glänzt auch dieser Film vor allem durch seine Dialoge. Man bekommt teilweise ernste, philosophische (meist verglichen mit irgendwelchen Filmen oder ähnlichem) oder einfach aberwitzige Sprüche geboten. Vor allem in letzter Kategorie bleibt kein Auge trocken, wofür Lachattacken im durchschnittlichen Abstand von 1-2 Minuten sorgen.
Ebenso überzeugen auch die Charaktere, welche einem fast alle ans Herz wachsen (vor allem Olli, Duke und Diaz). Zudem werden diese von den Darstellern überraschend gut verkörpert: Oliver Petzokat dürfte mit dieser Rolle wohl allen Kritikern (mich eingeschlossen) bewiesen haben, dass in ihm mehr als nur der Soap Star steckt. Aber auch Doreen Jacobi, Stefan Groth und Nicolas Wackerbarth lassen ihr Talent erahnen.
Mit Motown ist Stefan Barth ein überraschenderweise richtig gutes Regiedebut gelungen. Trotz vielerlei Anleihen aus Clerks - Die Ladenhüter: Den Vergleich mit Kevin Smiths Erstling braucht er nicht zu scheuen, wobei er natürlich insgesamt nicht an die Qualität des Vorbilds heran reicht.