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Das klassische Wüstenepos von Jurassic Park 3 Regisseur Joe Johnston erzählt mit schönen Bildern und unaufdringlichen Spezialeffekten das große Abenteuer eines geläuterten Cowboys. Hauptdarsteller Viggo Mortensen schlägt sich in seiner ersten großen Hauptrolle beachtlich und bringt alle Facetten seiner Figur überzeugend auf die Leinwand.
Mit der Der Herr der Ringe Trilogie konnte sich Viggo Mortensen endlich in Reichweite der ersten Hollywood-Liga katapultieren und bekommt nun mit der Hauptrolle in dem Wüstenepos Hidalgo - 3.000 Meilen zum Ruhm seine erste Chance, sich dort zu behaupten. Der Anspruch an diese Rolle war denkbar hoch, da er sich zumeist einsam und allein mit der abendländischen Kultur sowie der brütend heißen Wüste herumschlagen muss. Eine schwere Last also, die er da von Regisseur Joe Johnston aufgebürdet bekam. Basierend auf den Erinnerungen des Kurierreiters Frank T. Hopkins erzählt der Special-Effects Spezialist und Regisseur von Jurassic Park 3 die Geschichte eines legendären Pferderennens durch die Wüste und den Abenteuern eines Cowboys in dieser fremden Welt. Dass sich die Geschichte von Frank T. Hopkins mittlerweile als große Lebenslüge entpuppt hat, ist zwar einerseits ärgerlich, tut aber andererseits dem Film nicht weh.
Ganz ohne die aragon'sche Haarpracht erleben wir Viggo Mortensen zu Beginn als couragierten und aufrichtigen Kurierreiter Frank T. Hopkins, der zusammen mit seinem wilden Mustang Hidalgo durch dick und dünn geht. Doch nachdem er am Wounded Knee mit ansehen muss, wie die amerikanische Armee an wehrlosen Sioux-Indianern ein Massaker verübt, fällt er in ein tiefes Loch und ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Eines Tages tauchen Abgesandte des Scheich Riyadh (Omar Sharif) auf und bieten ihm an, am legendären Wüstenrennen "Ocean of Fire" teilzunehmen. Frank sieht darin eine Chance die Geschehnisse endlich aufzuarbeiten und willigt ein. Als krasser Außenseiter reist er in die arabische Wüste und bereitet sich dort auf das strapaziöse Rennen vor, bei dem man nicht nur gegen die Natur bestehen muss, sondern auch gegen die Veranstalter und Teilnehmer, die ihre Ziele mit allen Mitteln durchsetzen wollen.
Drehbuchautor John Fusco bastelte um das Pferderennen eine interessante und spannende Rahmenhandlung, die unserem Protagonisten Einiges abverlangt. So muss er sich beispielsweise um die Rettung von Scheich Riyadhs Tochter Jazira kümmern und sie aus den Fängen des durchtriebenen Katib befreien. Bei all der Rahmenhandlung verliert Regisseur Joe Johnston jedoch nie den Blick für das Wesentliche und rückt das Rennen und natürlich die Freundschaft zwischen Hidalgo und Hopkins stets zurück ins Zentrum des Films. Mit beeindruckenden Aufnahmen fing er die Strapazen, aber auch die Idylle und Schönheit der Wüste ein und bediente sich ab und an einiger Spezialeffekte (Sandsturm oder Heuschreckenschwarm). Die Freundschaft zwischen Mensch und Pferd wurde zwar immer wieder angerissen, jedoch ließ man hier ein wenig den Tiefgang missen. Das war vielleicht der Preis dafür, dass man Hidalgo nicht zu einer Art Jolly Jumper mit zu menschlichen Zügen machen wollte.
Joe Johnstons Hidalgo - 3.000 Meilen zum Ruhm präsentiert sich als klassischer Abenteuerfilm, der zwar nicht ohne Spezialeffekt auskommt, diese aber dosiert und nicht zu aufdringlich einsetzt. Sein Hauptdarsteller Viggo Mortensen brachte seine Figur überzeugend und glaubhaft auf die Leinwand und brach unter der Last seiner Rolle nicht zusammen. Auch Omar Sharif, der für seine letzte Arbeit Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran viel Lob erhielt, gefiel in der Rolle des humanen Scheich Riyadh. Im Vergleich mit dem Tom Cruise Epos Last Samurai, bei dem im punkto Ehre und Patriotismus etwas zu stark auf die Tube gedrückt wurde, präsentiert sich Hidalgo - 3.000 Meilen zum Ruhm um Einiges zurückhaltender und vermeidet es grundlos zu emotionalisieren. Eben ein solides Epos, das nicht zu dick aufträgt. |