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Troja

(Troy, 2004)

Dt.Start: 13. Mai 2004
DVD: 17. September 2004
Premiere: 13. Mai 2004 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 12 Genre: Abenteuer
Länge: 162 min Land: USA
Darsteller: Peter O'Toole (König Priamos), Brad Pitt (Achilles), Eric Bana (Hector), Orlando Bloom (Paris), Rose Byrne (Briseis), Brian Cox (Agamemnon), Sean Bean (Odysseus), Julie Christie (Thetis), Diane Kruger (Helena), Saffron Burrows (Andromache), Garrett Hedlund (Patroclus)
Regie: Wolfgang Petersen
Drehbuch: David Benioff


Inhalt

Im Jahre 1193 vor Christus spannte Paris, der Prinz von Troja, dem Griechischen König Menelaus seine Frau Helena aus. Um diese Schmach zu rächen, schickte Menelaus seine von Archilles angeführte Armee nach Troja. Doch der Widerstand der Trojaner um Heeresführer Hector war stärker als erwartet, weshalb die Stadt über zehn lange Jahre belagert wurde.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Troja hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 61%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thomas Straßer
Troja hat eine Wertung von 61%
Der aufwändig inszenierte Film des deutschen Regisseurs Wolfgang Petersen bietet solides episches Kino mit den obligatorischen Massenszenen, packenden Duellen und großen Gefühlen. Zum Spitzenfilm reicht es, trotz des beachtlichen Staraufgebotes um Superstar Brad Pitt und Leinwandlegende Peter O'Toole, jedoch nicht.

Bild aus Troja Nach dem durchschlagen Erfolg von Gladiator hat man in Hollywood die aufwendig inszenierten Epen wiederentdeckt. Eine ideale Vorlage für ein solches Projekt bietet Homers Überlieferung des Trojanischen Krieges aus der griechischen Geschichte bzw. Mythologie, da man bis heute keinen Beweis für die Existenz Trojas gefunden hat. Die nun auf Zelluloid gebannte Schlacht um die legendäre Stadt, ist weitestgehend auf Homers Gedichte Iliad und Odyssey gestützt. Allerdings verbannte Drehbuchautor David Benioff die Griechischen Götter, die in Homers Überlieferungen eine tragende Rolle übernehmen, aus seinem Script. Seine Geschichte konzentriert sich vorrangig auf sterbliche Charaktere und rückt die beiden Könige Priamos und Agamemnon, sowie deren größte Krieger Hector und Achilles in den Vordergrund.

Der Film beginnt mit dem Aufmarsch der von Agamemnon (Brian Cox) geführten Griechen in einer Provinz. Bei dieser Gelegenheit lernen wir den legendären und gefürchteten Krieger Achilles (Brad Pitt) kennen, der dem gegnerischen Koloss von Rhodos quasi im vorbeigehen das Lebenslichtlein ausbläst. Achilles ist eine selbstverliebte und arrogante männliche Diva, die um jeden Preis in die Geschichte eingehen will. Aus diesem Grund zieht er ein ums andere Mal für den verhassten Agamemnon in den Krieg, da er sich durch dessen historische Taten den Weg in die Geschichtsbücher ebnen will. Anders als der machtbesessene Agamemnon setzt das Königreich Troja auf Frieden und so treffen die beiden Königssöhne Hector (Eric Bana) und Paris (Orlando Bloom) im griechischen Sparta auf Agamemnons Bruder Menelaos (Brendan Gleeson), um mit ihm Frieden zu schließen. Die beiden Brüder Hector und Paris könnten unterschiedlicher nicht sein. Hector ist ein ehrenwerter und aufrechter Krieger, der seine Heimat Troja und seine Familie über alles liebt. Paris hingegen ist ein kleiner Schönling, dem es vorrangig ums Vergnügen geht.

So kommt es auch, dass Paris durch seine politisch fatale Romanze mit Menelaos Frau Helena (Diana Krüger) den Frieden torpediert. Der erboste Menelaos bittet daraufhin seinen Bruder Agamemnon, mit ihm gegen Troja zu ziehen. Dieser lässt sich diese einmalige Chance, Troja anzugreifen, nicht entgehen und mobilisiert eine Flotte von 1000 Schiffen, um die Stadt von König Priamos (Peter O'Toole) einzunehmen. In Troja entbrennt daraufhin der bekannte Trojanische Krieg, dessen Höhepunkt das Duell zwischen Archilles und Hector, sowie der Einsatz des Trojanischen Pferdes darstellen.

Anders als vielleicht zu erwarten, ist Brad Pitt, der eine gewöhnungsbedürftige aber ordentliche Leistung abliefert, als Antik-Söldner Archilles nicht der Sympathieträger des Films. Die Sympathien liegen auf Seiten Hectors, der von Hulk Darsteller Eric Bana sehr überzeugend gespielt wird. Schauspiellegende Peter O'Toole zeigt als König Priamos seine schauspielerische Klasse und degradiert beim emotionsgeladenen Zusammentreffen mit Achilles den guten Brad Pitt zum Statisten. Auch Brian Cox kann auf ganzer Linie überzeugen, da ihm ein herrlich fieses und durchtriebenes Portrait des König Agamemnon gelingt. Orlando Bloom macht als Würstchen Paris ebenfalls eine sehr gute Figur und erzeugt beim Publikum eine Mischung aus Mitleid und Hass.

Regisseur Wolfgang Petersen setzt bei seiner 160 Minuten langen Inszenierung auf bekannte epische Stilmittel und verbrät sein üppiges Budget für die obligatorischen Massenszenen und pompöse Panoramaaufnahmen. Die großangelegten Megaschlachten können jedoch nicht wirklich überzeugen, da man bei dem unkoordinierten Gemetzel und Blutgespritze den Überblick verliert. Selbigen hat man zwar auch bei Der Herr der Ringe ab und an verloren, jedoch waren die Schlachten dort emotionsgeladener und packender. Sehr viel interessanter sind die kleineren und überblickbareren Auseinandersetzung und vor allem die Duelle. Hierbei muss erneut das Duell zwischen Hector und Achilles erwähnt werden, das die beiden Darsteller übrigens ohne Stuntman ausfochten.

Trotz des satten Budgets und zahlreicher namhafter Darsteller ist mit Troja nicht der große epische Wurf gelungen. Der Film wird zwar während der 160 langen Minuten nie langweilig, jedoch fehlt das gewisse Etwas, das zum Beispiel den Gladiator auszeichnete. Trotzdem bietet der Film solide Unterhaltung und einige wirklich sehenswerte Höhepunkte, die aber leider etwas zu dünn gesät sind. Für Frauen ist Troja auf jeden Fall interessant, da vor allem Schönling Brad Pitt tendenziell leicht bekleidet vor die Kamera tritt, um seinen perfekt ausdefinierten Körper zu präsentieren.



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