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Der Cooler

(The Cooler, 2003)

Dt.Start: 04. März 2004 Premiere: 17. Januar 2003 (Sundance Film Festival, USA)
FSK: ab 16 Genre: Drama, Romanze
Länge: 102 min Land: USA
Darsteller: William H. Macy (Bernie Lootz), Alec Baldwin (Shelly Kaplow), Maria Bello (Natalie Belisario), Shawn Hatosy (Mikey), Ron Livingston (Larry Sokolov), Paul Sorvino (Buddy Stafford), Estella Warren (Charlene), Arthur J. Nascarella (Nicky 'Fingers' Bonnatto), Joey Fatone (Johnny Cappella), M.C. Gainey, Ellen Greene (Doris), Don Scribner (Lou), Tony Longo (Tony), Richard Israel (Marty Goldfarb), Timothy Landfield
Regie: Wayne Kramer
Drehbuch: Frank Hannah, Wayne Kramer


Inhalt

Um die Verluste durch erfolgreiche Spieler in ihren Casinos auszugleichen, locken die zwielichtigen Besitzer Las Vegas den depressiven Cooler Bernie Lootz an ihre Tische und Automaten. Seine Aufgabe ist es durch seine negativen Schwingungen die Spieler in den Ruin zu treiben. Der Plan geht so lange gut, ehe sich Bernie in die Bedienung Natalie verliebt und seine negativen Schwingungen plötzlich wie weggeblasen scheinen.
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Kritik

Der Cooler hat eine Wertung von 72%
Trotz einiger Längen gelingt es diesem Independentdrama durch seine gute und interessante Geschichte, vor allem aber durch seine großartigen Darstellerleistungen zu überzeugen.

Bild aus Der Cooler Gute vier Jahre dauerte es, bis es Drehbuchautor und Regisseur Wayne Kramer gelang die nötigen Finanziers für sein Independentprojekt Der Cooler aufzutreiben. Das Problem war vor allen Dingen, dass Kramer selbst den Regieposten übernehmen wollte und sich auf keine Kompromisse einließ. Seine Hartnäckigkeit wurde belohnt, denn sein Werk wurde für 2 Golden Globes und einen Academy Award nominiert.

Bernie Lootz ist wohl einer der größten Pechvögel der Welt, doch er hat sich diese Eigenschaft zu nutzen gemacht. In einem Casino in Vegas arbeitet er als sogenannter Cooler, dem es auf sonderbare Weise gelingt nur durch seine Anwesenheit und seine negativen Schwingungen die Leute zum Verlieren zu bringen. Als er jedoch endlich die Liebe erfährt, wandeln sich seine Schwingungen in Positive, so dass plötzlich alle Casinobesucher gewinnen, sehr zum Missfallen von Casinobesitzer Shelly.

Die Story des Filmes klingt vielversprechend und ist meines Erachtens auch überaus gelungen. Zudem gibt es noch einige kleine überzeugende Nebenhandlungen, die zeigen weshalb Bernie Lootz überhaupt so ein Pechvogel geworden ist und ihn alle Mitmenschen eigentlich nur ausnutzen. Großartig ist jedoch das Ende der Geschichte, welches zwar vorhersehbar ist, in seiner Durchführung und Emotionalität etwas Einzigartiges ist.

Ebenso gefallen auch Ausstattung, Inszenierung und Musik. Das Vegas im Stile der alten Casinofilme ist sehr schön anzusehen und verleiht dem Film ein wunderbares Umfeld. Einen Großteil tragen dazu auch die swingenden Songs und die Instrumentalsolos bei. Überzeugen kann ebenfalls Kramers Inszenierung, die zwar ab und an einige Längen zum Vorschein bringt, es aber in ihrer Detailverliebtheit schafft, eine gewisse Verbundenheit zum Casinogeschehen herzustellen.

Beeindruckend ist ebenso die Tiefe der Charaktere, welche menschlichere Züge haben, als manch lebendige Person. Ob nun Casinobesitzer Shelly, Pechvogel Bernie oder die hübsche Natalie, alle spiegeln in ihrem Verhalten tiefste menschliche Charakterzüge aus, wie man es nur in sehr wenigen Filmen zu sehen bekommt. Dies kommt natürlich vor allem so gut zur Geltung, weil man perfekt gecastet hat: William H. Macy nimmt man die Rolle des depressiven, sowie auch des glücklichen Bernie Lootz ohne Probleme ab und auch sein Loveinterest Maria Bello liefert eine eindrucksvolle Performance ab. Jedoch ist das noch gar nichts im Vergleich zu der wohl besten Leistung in Alec Baldwins Karriere. Wie er den Shelly spielt ist einfach meisterlich und für mich persönliche wäre es keine große Überraschung wenn er bei den Academy Awards den Preis für den besten Nebendarsteller in Empfang nehmen darf.

Obwohl bei Der Cooler fast alles stimmt, muss man leider sagen, dass er nicht über die volle Laufzeit überzeugen kann, da er mit diversen Längen kämpfen muss. Sieht man jedoch davon ab, dann ist Wayne Kramers Kinodebüt ein inhaltlich überzeugender Film mit großartigen Schauspielern gewordnen.

von Daniel Licha


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