Ein verklemmter und unentspannter Ben Stiller geht in dieser romantischen Komödie mit einer lebenslustigen Jennifer Aniston eine chaotische Beziehung ein. Garniert wird das Chaos durch den altbewährten Stiller-Humor aus Ekel und Slapstick sowie ein paar wahrlich sehenswerte Nebendarsteller.
Es war vielleicht blauäugig zu glauben, Ben Stiller habe die Zeit der Rülps-, Pfurz- und Scheiß-Filmchen endlich überwunden. Denn in seinem neuesten Streifen ... Und dann kam Polly fährt er das komplette Arsenal an derartigen Witzen auf. Angefangen bei der exzessiven Kloszene mit schönem Durchfall, ausgegangenem Toilettenpapier und verstopftem Abschluss bis hin zum Liebkosen eines haarigen schweißüberströmten Oberkörpers ist wieder alles dabei. Zwar erzielen diese Gags im ersten Moment das gewünschte Gefühl aus Erheiterung und Ekel, doch im Nachhinein muss man sich schon fragen, wie oft Ben Stiller mit diesem Käse noch in den Kinos antreten will. Umso ärgerlicher ist das Ganze angesichts der Tatsache, dass ... Und dann kam Polly neben diesem Bad-Taste Humor teilweise gute Ansätze hat.
Im Zentrum des Films steht der verklemmte und risikoscheue Versicherungsexperte Reuben Feffer (Ben Stiller), der endlich seine große Liebe Lisa (Debra Messing) ehelichen durfte und nun mit ihr die Flitterwochen auf einer traumhaften Insel verbringt. Doch die eheliche Idylle ist vorbei, als Lisa gleich am ersten Tag mit dem Tauchlehrer Claude (Hank Azaria) in die Kiste springt. Verletzt und gedemütigt tritt Reuben die Heimreise an und versucht sein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Als er zusammen mit seinem besten Kumpel Sandy (Philip Seymour Hoffman) bei einer Ausstellung auf seine Schulfreundin Polly Prince (Jennifer Aniston) trifft, wittert er seine Chance und versucht bei ihr zu landen. Obwohl er sich dabei nicht dümmer anstellen könnte, geht sein Plan auf und er beginnt mit Polly eine Beziehung. Doch gerade als wieder alles in geregelte Bahnen zu laufen scheint, taucht Lisa wieder auf und will ihren Reuben zurückerobern.
Die meisten Lacher des Films gehen selbstverständlich auf die Kappe von Ben Stiller, doch es sind einmal mehr die witzigen Nebenfiguren, die dem Film die besondere Note geben. In vorderster Front kämpft hier Philip Seymour Hoffman, der Reubens besten Kumpel Sandy verkörpert. Er war einst ein gefeierter Kinderstar und lebt mittlerweile nur noch vom Ruhm vergangener Tage. Sein Selbstwertgefühl hat aber offenbar nicht darunter gelitten und so präsentiert er sich als ekliger Vollprolet ohne Maß und Ziel. Auch Hank Azaria überzeugt in seiner kleinen Rolle als verführerisch doofer Tauchlehrer mit astreinem Körperbau und mit einem klassischen französischen Einschlag. Etwas zu kurz kam leider Reubens Chef Stan Indursky, der von Alec Baldwin verkörpert wird. Von diesem vulgären Schleimbeutel mit dem kleinen Homogen, hätten wir gerne mehr gesehen.
Drehbuchautor John Hamburg, der auch die Regie übernahm, gelang mit seinem Drehbuch kein wirklich großer Wurf. Der Film und die Geschichte sind zwar größtenteils witzig, doch im Endeffekt wurden hier nur alte Stiller-Gags recycelt und ein wenig anders zusammengemodelt. Unerwähnt soll an dieser Stelle nicht bleiben, dass auch Jennifer Aniston in ihrer Rolle eine gute Figur macht. Auch wenn man es der lebenslustigen und spontanen Polly Prince nicht wirklich abnimmt, dass sie auf einen unentspannten Durchschnittstyp mit Drang zur Blamage steht. Das ist allerdings mehr eine Unzulänglichkeit des Drehbuchs. Trotz der beschriebenen Problemchen, bietet ... Und dann kam Polly kurzweilige und witzige Unterhaltung. Beim nächsten mal wünschen wir uns aber ein bisschen mehr Innovation und nicht mehr so viele Scherze mit schlechtem Geschmack.