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Im Grunde handelt es sich hier um eine sympathische kleine Independent-Tragikomödie, die sowohl von ihren schrulligen Charakteren, als auch von den ordentlichen Darstellern lebt. Jedoch macht der Film auf halber Strecke schlapp und kann nicht die komplette Laufzeit überzeugen.
2003 scheint das Jahr für Patricia Clarkson gewesen zu sein, denn neben den mit Preisen überhäuften Filmen Dogville und The Station Agent wurde sie für ihre Leistung in diesem kleinen Independentfilm sogar zum ersten Mal für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert.
April Burns ist alles andere als eine Vorzeigetochter für ihre Familie, schließlich war sie schon mit einem Drogendealer zusammen und ist auch sonst ziemlich rebellisch. Aus diesem Grunde ist es nicht überraschend, dass sich April mit ihrem neuen Freund eine eigene Wohnung zulegte um sich komplett von der Familie abzukapseln. Höflicherweise hat sie dennoch ihre gesamte Verwandtschaft zum Thanksgivingessen eingeladen. Während April verzweifelt feststellt, dass die nie benutze Backröhre defekt ist, ist ihre Familie schon unterwegs und vertreibt sich mit der Auflistung von Aprils Fehlern die Zeit.
Inhaltlich weiß diese episodenhaft erzählte Geschichte zu überzeugen, wobei vor allem Aprils verzweifelte Suche nach einem freien Ofen hervorzuheben ist. Ebenso amüsant ist es aber auch der lästernden Familie um Aprils todkranker Mutter bei der Anreise zu beobachten. Die kleine Nebenhandlung mit Derek Luke bei der Suche nach einem geeigneten Anzug, fand ich persönlich überflüssig. Die Zusammenkunft der Episoden habe ich mit gemischten Gefühlen betrachtet, da das Ganze in Sachen Zusammenhalt wirklich rührend ist, jedoch zu überzeichnet in Szene gesetzt wurde, so dass es schon wieder kitschig wirkte.
Wenn dieser Film von etwas lebt dann von seinen schrulligen Charakteren und den vielen humorvollen Sprüchen in der ersten Hälfte. Es macht einfach Spaß Aprils Annäherungen zu den Nachbarn zu beobachten und auch die Sprüche bei den Lästereien ihrer Familie sind so fies, dass man des Öfteren zum Lachen angeregt wird. Jedoch kann sich dieses Niveau nicht halten, denn nach gut der Hälfte des Filmes gingen den Machern wohl die Ideen für neue Charaktere bzw. Lästereien aus. Ab diesem Zeitpunkt zieht sich Pieces of April - Ein Tag mit April Burns trotz der geringen Laufzeit unerträglich in die Länge.
Auch bei den Darstellern hab ich den Film sehr gemischt aufgenommen: Während mich Katie Holmes äußerst positiv überraschte, so war ich enttäuscht, dass das Antwone Fisher Talent Derek Luke, nach den Biker Boyz schon zum zweiten Mal einen wenig ausgefeilten Charakter verkörpern musste. Patricia Clarkson gefiel mir gut, aber ich frage mich schon, ob denn ihre Leistung eine Oscarnominierung würdig war? Ich denke nicht.
Die sympathische und teilweise auch sehr charmante Tragikomödie hat mit den ungewöhnlichen Charakteren der Nebenakteure und dem in der ersten Hälfte prima funktionierenden Humor durchaus viel Positives zu bieten. Da sich aber trotz einer Spielzeit von 80 Minuten ab einem gewissen Punkt Langeweile einstellt, fehlt Pieces of April - Ein Tag mit April Burns noch einiges zu einem wirklich guten Film. |