Diese Fortsetzung kann den Ansprüchen des Vorgängers nicht genügen, gefällt aber durch eine überraschend gute Story, überdreht agierende Darstellern und eine ordentliche Inszenierung.
Kinji Fukasaku schuf im Jahre 2000 mit Battle Royale eine schockierende Gesellschaftskritik, von der eine Fortsetzung meiner Meinung nach mehr als nur überflüssig ist. Zudem waren die Vorraussetzungen alles andere als gut, da Fukasaku während der Dreharbeiten zu besagtem Nachfolger starb. Ausgerechnet sein bis dato in Sachen Regie unerfahrener Sohn Kenta Fukasaku (schrieb das Drehbuch zu beiden Teilen) hatte sich bereit erklärt das letzte Werk seines Vaters zu vollenden und den letzten Schliff zu geben.
Shuya Nanahara und seine Freundin Noriko waren vor drei Jahren die einzigen Überlebenden des BR Acts. In der Zwischenzeit ist einiges geschehen, so hat sich Shuya mit anderen Gewinnern früherer Battle Royales zusammen getan und den Krieg gegen alle Erwachsenen erklärt. Diese denken natürlich nicht dran wertvolle Männer im Krieg gegen Jugendliche zu verlieren und ändern die Regeln der Battle Royale: So hat die diesjährige ausgewählte Klasse genau drei Tage Zeit den Führer der Terroristengruppe Wild Seven umzubringen. Falls dies nicht gelingen sollte würden die bekannten mechanischen Halsbänder sie alle töten. Unter den Schüler ist auch Kitanos Tochter Shiori, die verstehen will, was in dem Kopf ihres Vaters vorging, den Shuya vor drei Jahren ermordete.
Ich war überrascht: Die Geschichte um Shuya Nanahara und den BR Act wurde sehr gut weitergeführt. So erleben wir ihn nun als Rebellen, der sich für Gerechtigkeit und vor allem für die Freiheit der Jugendlichen einsetzt und somit den kompromisslosen und brutalen Methoden der Regierung den Kampf angesagt hat. Ebenso die Idee die BR-Regeln zu ändern konnten mich überzeugen, denn diesmal müssen die Auserwählten zusammenhalten, um den Kopf des Rebellenführers zu bringen. Die einzige Neuerung der Regeln ist (neben dem Ziel), dass man nun einen Teamkameraden zugewiesen bekommt den man unterstützen muss, denn wenn einer der Beiden das Zeitliche segnen sollte, würde der Partner automatisch auch sterben. Auch diese Idee wusste zu gefallen.
Inszenatorisch kann man dem Vater und Sohn Gespann nichts vorwerfen: Die Ausstattung und die Schauplätze sind sehr gut gewählt und gut in Szene gesetzt worden. Bei der Leistung des Kamera- und Schnittarbeit kann man nur sagen: Hut ab! Vor allem in bei den weitestgehend gelungen Actionszenen wurde gute Arbeit geleistet. Ebenso stimmt der Einsatz der Musik, der seine Wirkung sowohl in den dramatischen als auch in den Actionszenen nicht verfehlt.
Ein wenig enttäuscht wurde der Fan des ersten Teils jedoch von der nur teilweise auftretenden Charakterstudie: War man beim ersten Teil noch schockiert über das realistische Handeln der einzelnen Personen, beschränkt man sich diesmal leider auf viel zu übertriebene Charaktereigenschaften, die nur halbwegs glaubwürdig erscheinen. Zwar gibt es auch hier Ausnahmen wie z. B. das Handeln von Shiori Kitano oder eben das der Hauptcharaktere, die eher Unwichtigen gehen leider unter und sind nicht mehr so wichtig eingesetzt wie beim Vorgänger.
Wie schon in Teil 1 ist bei den Darstellern vor allem der Lehrer eine der wichtigsten Persönlichkeiten. Während im Vorgänger noch Takeshi Kitano eine wahre Glanzleistung abliefern durfte, darf nun Takashi Miikes Haus- und Hofdarsteller Riki Takeuchi (unter anderem Dead or Alive) in dessen Fußstapfen treten und knüpft mit der Verkörperung des knallharten, aber auch ein wenig durchgeknallten Lehrers da an, wo Kitano aufgehört hat. Desweiteren überzeugt vor allem auch Ai Maeda, die ihre Rolle als Shiori glaubwürdig rüber brachte. Hauptdarsteller Tatsuya Fujiwara machte seinen Job auch ordentlich, steht aber ganz klar im Schatten der genannten Personen. Kleine Nebenrollen haben im Übrigen auch Kitano selbst (in Rückblenden mit seiner Tochter) und The Man from Okinawa Sonny Chiba inne.
Im Grunde übertrifft Battle Royale 2 alle Erwartungen, da man nicht wirklich mit einer gelungenen Fortsetzung rechnen konnte. Dennoch ist es schade, dass man sich gerade bei den Nebencharakteren viel zu wenig Mühe gegeben hat. Aber ansonsten muss man Kenta Fukasaku eingestehen, dass er das letzte Werk seine Vaters würdig zu Ende gebracht hat.