Regisseur M. Night Shyamalan befindet sich weiter auf dem absteigenden Ast: Nach dem sensationellen The Sixth Sense, dem durchschnittlichen Unbreakable - Unzerbrechlich und dem eher schwachen Signs - Zeichen kommt nun der wirklich schlechte The Village - Das Dorf in die Kinos. Zwar mit vielen Stars, aber auch mit haarsträubender Story und einem hirnrissigen Ende.
Wieder einmal versammelte M. Night Shyamalan eine Schar von Schauspielgrößen um sich, um den Zuschauern das Gruseln zu lehren. Diesmal hatte er gleich zwei Oskarpreisträger (Adrien Brody, William Hurt) und zwei Oskarnominierte (Sigourney Weaver, Joaquin Phoenix) im Gepäck, als er sich in die Wälder aufmachte um The Village - Das Dorf zu drehen.
Woher hat Shyamalan, der wie immer das Drehbuch selbst schreibt, bloß die Ideen für diesen Film? Die Story von The Village - Das Dorf ist jedenfalls dermaßen stumpfsinnig, unlogisch und inkonsequent erzählt, dass man sich fragt, ob sie wirklich aus der Feder des Mannes stammt, der auch The Sixth Sense geschaffen hat. Denn was uns der Regisseur und Drehbuchautor hier auftischt ist teils Liebesgeschichte, teils Drama und teils Horrorfilm. Dabei ist der Streifen aber weder richtig spannend, noch bewegend oder gar dramatisch. Vielmehr verfällt er nach gelungenen ersten zwanzig Minuten in einen langweiligen Erzählstil, der wirklich niemanden vom Hocker reißt.
Den Schauspielern kann man bei diesem Film eigentlich keine Vorwürfe machen. Sie spielen ihre Charaktere glaubwürdig und man merkt ihnen das Bemühen an, aus der schlechten Story das Beste herauszuholen. Joaquin Phoenix wirkt in seiner Rolle gar etwas unterfordert. Nur Adrien Brody, der einen geistig behinderten Dorfbewohner mimt, wirkt fehlbesetzt, was aber nicht an dessen schauspielerischen Können liegt, sonder schlicht und ergreifend an der Rolle, die er spielen muss.
Hervorzuheben ist, wie auch schon bei den anderen drei Shyamalan-Machwerken, die Auflösung des Films. Sie ist dermaßen schwachsinnig gestaltet, dass man sich wirklich fragen muss, ob sich der Autor das selbst abkauft. Wie auch schon bei den Vorgängern von The Village - Das Dorf will Shyamalan eine soziale Botschaft vermitteln, die aber nichts in einem Horrorthriller zu suchen hat. Er kann nicht erwarten, dass ausschließlich Soziologie-Professoren seine Filme besuchen, die vielleicht noch Spaß daran haben das Geschehen zu analysieren und sich länger damit zu befassen. Die typischen Eigenschaften eines Horrorthrillers werden hier auf jeden Fall völlig vernachlässigt, denn bis auf zwei Schocker und einer einigermaßen mitreißenden Waldszene hat der Film nichts zu bieten.
Leuten, die Wert auf eine schlüssige Handlung und auf einen spannenden, unterhaltsamen Film legen, ist also von einem "Dorfbesuch" dringend abzuraten, aber Logik- und Filmfehler-Suchende kommen dagegen voll auf ihre Kosten. Vielleicht hätte man Shyamalan sagen sollen, dass zwei oder drei Schockmomente noch keinen guten Gruselfilm machen, denn außer seinen Schauspielstars gibt es nichts Sehenswertes in The Village - Das Dorf. Er sollte vielleicht darüber nachdenken, ob er es nicht doch einmal mit einem anderen Genre probiert, denn in der Horror-Mystery-Ecke gehen ihm scheinbar die guten Ideen aus.