Andrei Zvyagintsevs bildgewaltiger Regieerstling überzeugt auf ganzer Linie. Die ruhige Geschichte weiß trotz Minimalistik zu fesseln, ebenso trumpfen die drei Hauptdarsteller mit sehr guten Leistungen auf. Ein wahrlich mitreißender Film mit großen Charakteren, einer großartigen Inszenierung, viel Gefühl und einem überzeugendem Ende.
Gleich mit seinem ersten Werk The Return - Die Rückkehr gelang es Regisseur Andrei Zvyagintsev die Kritiker zu überzeugen und reihenweise Preise abzuräumen, darunter auch den goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig. Er wurde sogar für den besten nichtenglischsprachigen Film bei den Golden Globes 2004 nominiert.
Die beiden Jungen Iwan und Andrej führen ein ruhiges Leben mit ihrer Mutter in einer kleinen Provinzstadt Russlands. So lange bis ihr Vater auftaucht, der die Familie vor zehn Jahren verlassen hat und den beiden Jungs nur von einigen Fotos kennen. Um seine Söhne besser kennen zu lernen nimmt er sie auf einen Ausflug mit, doch dieser Trip wird viele Konflikte in der Beziehung auslösen.
Die Geschichte dieses Vater-Sohn-Dramas ist sehr interessant, vor allem da man nie so wirklich weiß, warum der Vater damals weg ging und auch seine Beweggründe, auf einmal so viel Zeit mit seinen beiden Sprösslingen verbringen zu wollen, nicht so schnell geklärt wird. Überzeugend sind vor allem die Konflikte zwischen den beiden Parteien und das Verhalten, welches der Vater an den Tag legt. Das Ende hingegen ist ein, wie ich finde, sehr gelungener Schock, welcher das beklemmende Gefühl, welches The Return - Die Rückkehr auslöst noch einmal verstärkt.
Inszenatorisch konnte Andrei Zvyagintsevs auch punkten. Durch die Odyssee Russlands und deren Landschaft spiegelt sich die Kälte des Verhältnisses untereinander hervorragend wieder. Ebenso gefällt die bildgewaltige, wenn auch minimalistische Darstellung diverser Orte, die unsere Hauptfiguren beschreiten.
Dass der Film, der zu 90 % seiner Laufzeit nur mit drei Charakteren überzeugt, liegt neben deren vorhandener Tiefe natürlich auch an den Darstellern, die ihren Job mehr als nur überzeugend machten. Vor allem Vladimir Garin und Konstantin Lavronenko gehen in ihren Rollen auf und liefern großartige Darbietungen ab. Auch Ivan Dobronravov wusste sich in Szene zu setzen, blieb jedoch ein ganzes Stück hinter eben genannten zurück.
The Return - Die Rückkehr ist ein überzeugendes Vater-Sohn-Drama, welches in seiner Inszenierung manchmal ein wenig an Takeshi Kitanos ruhigere Filme wie Dolls oder Ano natsu, ichiban shizukana umi erinnert. Aber auch in Sachen Darstellerleistungen, Charaktere und vor allem dem zwischenmenschlichen Part punkten kann.