Während letztes Jahr Agent Cody Banks als eine Art leckeres Kino-Häppchen für Kinder und Erwachsene lief, kommt jetzt schon der zweite Teil in die Kinos. Was den ersten Teil immerhin noch erträglich machte, fehlt nun vollkommen und lässt Agent Cody Banks 2 - Mission: London zu einer faden Standard-Kino-Brühe verkommen.
Agent Cody Banks mutete recht uninteressant an. Ein Kind als Geheimagent - na, das klang doch schon zu sehr nach einer lauen Kinderkomödie, die sonst keinen Mehrwert haben würde. Dann überraschte er aber doch als unterhaltsame Geschichte, die spitzfindig genug gestaltet war, um sowohl Kinder als auch Erwachsene zu erfreuen. Cody Banks hatte irgendwie Charme als ganz gewöhnlicher Junge, so wie ein jeder sich vielleicht damit identifizieren kann, und durch einen Zufall in die Dienste des CIA gezogen wird. Träumt nicht jeder irgendwann mal davon, auf mysteriöse Art als Geheimagent geheuert zu werden?
Agent Cody Banks war die Verfilmung dieser Träume. Frank Muniz spielte seine Rolle hervorragend und gerade die Tapsigkeit, mit der an die Dinge heranging, sorgte nicht nur für den Humor (denn das wäre noch reichlich anspruchslos gewesen), sondern auch dafür, dass der Zuschauer einem Jungen zuschauen konnte, wie er in einer völlig fremden Umgebung mit gewichtiger Bedeutung seinen Weg findet. Peu à peu entwickelte sich Agent Banks, was vielen Filmen dieses Genres eben fehlt (denn dort ist ein Geheimagent gleich der Übermensch, der alles kann und dadurch für Action sorgt, aber für wirkliche Rückschläge keinen Raum lässt). Sicherlich war es kein Topfilm, aber immerhin ein recht unterhaltsamer; kurzweilig und genau das Richtige, wenn man mal abschalten will und sich einfach nur "süßlich" unterhalten lassen will.
Das war alles. Nun ist Cody Banks ein routinierter Agent und diesmal führt ihn seine Bestimmung nach London, wo er in einem Internat einen Bösewicht (was denn sonst?), der sich die Welt gefügig machen will (ausnahmsweise mal), ausfindig und unschädlich machen soll. Dort begegnet er Emily, die sein britischer Konterpart in punkto Geheimdienst darstellt. Vielleicht mag das in gewisser Hinsicht erfrischend wirken, dass auch im zweiten Teil Banks weit davon entfernt ist, die Oberhand zu behalten, aber mit dem Charme des ersten Teils hat das schon lange nichts mehr zu tun: es sind keine Kinder mehr, sondern schon Profis. Und warum wollte man Profi-Geheimagenten sehen, die von Kindern gespielt werden, und so tun als seien sie Erwachsene? Darunter leidet Agent Cody Banks 2 - Mission: London erheblich und verliert dadurch all die Elemente, die im ersten Teil die offensichtlichen Schwächen zumindest teilweise aufzuwiegeln wussten.
Dieser Film ist sicher nichts für einen gepflegten Kinobesuch - und nicht einmal was für nette Unterhaltung zwischendurch. Dazu fehlt dem Film einfach die entsprechende Würze - und vor allem auch der Witz. Denn mit Komödie hat das schon fast gar nichts mehr zu tun (wenn man von ein paar grotesken Versuchen im Nickleodeon-Stil absieht)...