Im Ghetto nichts Neues! Der neue Film mit DMX, bietet eine Standard-Gangsterstory und ein paar brutale Gewaltszenen. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt keine echten Actionsequenzen und keinen Humor. Nur böse Gangster sind zu bewundern und somit ist Never Die Alone wirklich nur echten Genre-Fans zu empfehlen.
Wer bei Never Die Alone eine Art Fortsetzung von Born 2 Die erwartet, wird enttäuscht. Die beiden Filme lassen sich nicht miteinander vergleichen. Während Born 2 Die noch unterhaltsame Action und passablen Humor lieferte, kehrt DMX in Never Die Alone zu seinen Wurzeln zurück.
Die Story des Films bietet allerdings nichts Neues. Die Geschichte dreht sich um Drogen, Rache und Gewalt. Das hat man alles schon gesehen und zwar besser als hier. In Rückblenden erzählt der Film den Weg eines Drogendealers, den alle nur King David nennen und der endlich den Absprung aus der Gangsterwelt schaffen will. Vorher muss er aber noch seine Schulden bei dem Gangsterboss Moon begleichen.
Für die Rolle des King David musste der Schauspieler, der diesen Part übernehmen sollte, vor allem eins können: Böse schauen. DMX kann böse schauen, sogar sehr böse. Und das tut er dann auch. Den ganzen Film über. Kein Gesichtsmuskel entgleitet ihm, kein Lächeln kommt über seine Lippen. Auch die restlichen Darsteller, alles genrebekannte Gesichter, schauen böse drein. In diesem Streifen gibt es keine Guten. Nur Gangster. Und sogar "Comeback-Kasperl" Coolio darf für ca. eine halbe Sekunde durchs Bild hüpfen.
Warum sich jedoch David Arquette (u.a. Scream - Schrei!) für diesen Film verpflichten lies, wird wohl ein Rätsel bleiben. Seine Rolle hätte auch ein Schauspiellaie übernehmen können, da sie weder viel Text, noch großes Minenspiel bietet! Man könnte doch meinen, ihm würden bessere Angebote unterbreitet werden.
Die langweilige Handlung von Never Die Alone wird nur ab und zu von ein paar brutalen Gewalt- und Sexszenen unterbrochen, plätschert aber ansonsten gemächlich vor sich hin. Der Film ist zwar von vorne bis hinten durchgestylt und gut fotografiert, bietet aber keine Spannung und die paar kernigen und manchmal sogar amüsanten Sprüche werden wahrscheinlich der Synchronisation zum Opfer fallen, da es in Deutschland noch keine gute Übersetzung für das Wort "Motherfu..." gibt und die deutsche "Ghettosprache" eher lächerlich als cool klingt. Der Film ist also, wenn überhaupt, nur in der OV zu empfehlen.
Wer DMXs frühe Werke, wie z.B. White Lines mochte, dem wird auch Never Die Alone gefallen. Allen Anderen kann man diesen Film aber nicht empfehlen. Der Schwachpunkt des Streifens ist eindeutig die Story. Es gibt keinen Spannungsbogen und die Handlungssprünge gehen mit der Zeit auch auf die Nerven. DMX sollte lieber wieder Hau-Drauf-Actionfilme machen. Die sind zwar genauso wenig intelligent, aber wenigstens unterhaltsam.