Das Thema "globale Erwärmung" und die daraus resultierenden Folgen für unsere Mutter Erde sind in aller Munde. Roland Emmerich nimmt dies zum Anlass der amerikanischen Regierung per Leinwand seine Meinung über ihre Umweltpolitik mitzuteilen und inszenierte mit The Day After Tomorrow das Horrorszenario der Klimaveränderung: Eine neue Eiszeit, die sich über die komplette Nordhalbkugel erstreckt.
Mit Filmen wie Independence Day zeigte sich der Deutsche Roland Emmerich oftmals äußerst US-patriotisch und gerade deshalb ist es etwas Besonderes, dass es diesmal der amerikanischen Regierung so richtig an den Kragen geht. Über die (nicht vorhandene) Umweltpolitik der USA wundert sich mittlerweile niemand mehr und gerade deswegen bietet ein Kinofilm die richtige Plattform um Menschen wachzurütteln und anzusprechen. Das dies auch ein hoher Anspruch an einen actionlastigen Streifen ist, verstörte manche Kritiker vorab und so wartete man gespannt auf die Vorführungen.
Die Story lehnt sich sehr stark an die aktuellen Entwicklungen der Klimaveränderungen und die Prognosen der Experten an. So schneit es in Neu-Delhi, als Klimaforscher Jack Hall (Dennis Quaid) prophezeit, dass durch die globale Erwärmung immer größere Stücke des arktischen Eises abbrechen und der Nordhalbkugel eine weitere Eiszeit drohen könnte. Prompt passiert genau dies. Wenige Tage später und ein Anruf von dem schottischen Professor Rapson (Ian Holm) bestätigt Halls Befürchtungen: Die Erde steht kurz vor einem umfassenden Klimawandel. Während die schreckliche Nachricht im Weißen Haus nur auf taube Ohren stößt, sitzt Halls Sohn Sam (Jake Gyllenhaal) wegen dem Sturm in New York fest. Für Jack Hall steht jedoch fest, dass er seinen Sohn dort rausholen wird, auch wenn er dazu hunderte Meilen über Schnee zurücklegen muss.
Auch wenn man auf Grund des Trailers eine starke Neigung zu Special Effect-Schlachten vermuten möchte, so überzeugt The Day After Tomorrow vor allem durch seine Story, die dramaturgischen Elemente und die Schauspieler. Bewusst wurde beim letzten Punkt auf ein Staraufgebot verzichtet, was den Film extrem authentisch und glaubwürdig erscheinen lässt. Hervorzuheben ist hier sicherlich Jake Gyllenhaal (bekannt als Donnie Darko), der mit diesem Blockbuster endlich den Sprung nach oben schaffen wird. Aber auch sein Filmvater Dennis Quaid liefert eine solide und äußert glaubwürdige Performance ab.
Auch wenn es in den Trailern anders aussah: Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen man aber getrost ein Auge zudrücken kann, sind die Special Effects gekonnt und passend eingesetzt. Hier hielt sich Emmerich an das Motto "weniger ist mehr", was dafür sorgt, dass wir hier nicht nur einen Actionstreifen, sondern auch ein gutes Drama mit wissenschaftlichem Hintergrund zu sehen bekommen.
Die verschiedenen Handlungsstränge der Geschichte passen perfekt ineinander und zeigen, dass Emmerich auch als Drehbuchautor einiges zu bieten hat. Gesamt kann man sagen, dass The Day After Tomorrow ein fantastischer Film mit einer wachrüttelnden Geschichte ist. Durch die authentische Art mit der dieser Streifen das Thema behandelt, schafft er es publicitywirksam auf die Fehler der Umweltpolitik einiger Länder hinzuweisen und dennoch spannendes sowie unterhaltendes Kino zu sein.