Die Fortsetzung des Überraschungshits Pitch Black - Planet der Finsternis schießt die Erfolgsfaktoren und den Charme des Dunkelheits-Thrillers in den Wind und präsentiert sich als großes Science-Fiction Spektakel. Die Handlung lässt an vielen Stellen zu wünschen übrig und so sind Hauptdarsteller Vin Diesel und die gut gelungenen Spezialeffekte das einzig Positive an diesem Film.
"You're not afraid of the dark, are you?" - denn Riddick kehrt in die Kinos zurück. Nun erfahren wir endlich mehr über die zentrale Figur des Überraschungserfolges Pitch Black - Planet der Finsternis aus dem Jahre 2000. Der Film begann in einem Raumschiff, das auf einem verlassenen Planeten abstürzte - der Rest ist hinreichend bekannt. Ungeklärt blieb jedoch, was es mit der Hauptfigur Riddick auf sich hat. Warum war er gefangen? Warum kann er in der Dunkelheit sehen? Die Fortsetzung Riddick - Chroniken eines Kriegers beantwortet diese Frage nur eingeschränkt und wirft noch dazu den ganzen Charme von Pitch Black - Planet der Finsternis über Bord. Regisseur und Drehbuchautor David Twohy vergaß wohl angesichts des im Vergleich zu Pitch Black - Planet der Finsternis vervierfachten Budgets, seine alten Ideale und legte den Film als großes Science-Fiction Spektakel an, das es mit einer sinnvollen Handlung nicht so genau nimmt.
In der Rolle des Riddick ist selbstverständlich wieder Vin Diesel zu bewundern, der seinerzeit mit Pitch Black - Planet der Finsternis seinen großen Durchbruch hatte und mittlerweile zur ersten Action-Garde Hollywoods gehört. Vom Status des Anti-Helden, der ihn in Pitch Black - Planet der Finsternis so interessant gemacht hatte, ist er in Riddick - Chroniken eines Kriegers leider meilenweit entfernt. Obwohl das Drehbuch mit hochtrabenden Anti-Held-Parolen, wie "Sometimes the only way to stop evil, is not with good. You must confront it with another kind of evil." versucht, Riddick zu solchem zu machen, will man ihn nicht als Anti-Helden akzeptieren. Das liegt vor allem daran, dass es der Film versäumt, seine Vergangenheit als kaltblütiger Killer herauszustreichen und ihn vielmehr als letzte Hoffnung des Universums präsentiert.
Er ist nämlich der Einzige, dem es gelingen kann, die todbringenden Necromonger aufzuhalten. Sie sind eine hochtechnisierte Armee, die von Planet zu Planet reist und die Einwohner entweder tötet oder "assimiliert". Riddick hat eigentlich keine Lust, sich mit den Necromongern anzulegen, wird aber durch den mächtigen Anführer Lord Marshal in den Krieg hineingezogen. Dieser weiß nämlich, dass Riddick einer der letzten überlebenden Furions ist, die er während seiner Führerschaft ausrotten lies, da die Legende besagt, dass er durch die Hand eines Furions sterben wird. Entsprechend unerbittlich geht er mit Riddick ins Gericht und zieht sich auf diese Weise dessen Unmut zu.
Obwohl das Grobgerüst der Handlung recht viel versprechend und interessant klingt, ist selbige ein Totalausfall, da Drehbuchautor David Twohy keinen Wert auf sinnvolle Details und Zusammenhänge legte. So wird beispielsweise die Figur Aereon, gespielt von Judi Dench, nicht ordentlich vorgestellt. Noch dazu treibt Aereon die Handlung so gut wie gar nicht voran, so dass man sich diese Figur locker hätte schenken können. Auch die Rolle von Thandie Newton, die die Ehefrau des necromongischen Heeresführers Vaako verkörpert, wirkt wenig durchdacht und in die Handlung hineingedoktert. Es hat den Anschein, als ob den Autoren kurz vor Abschluss des Drehbuchs eingefallen ist, dass sie noch eine intrigante Ehefrau gebrauchen könnten.
Problematisch sind auch die zahlreichen Denk- und Logikfehler in der Handlung, die heutzutage wirklich nicht mehr sein müssten. So sollte man sich auf einem Planeten beispielsweise nicht in der Sonne aufhalten, da diese mehrere 100 Grad Celsius aufs Thermometer zaubert. Wenn man sich aber in den Schatten stellt und sich ein bisschen mit Wasser beträufelt, dann ist es eigentlich ganz gemütlich. Logisch, oder? Das Thema Dunkelheit, das in Pitch Black - Planet der Finsternis so eine große Rolle spielte und einer der Erfolgsfaktoren des Filmes war, kommt in Riddick - Chroniken eines Kriegers fast gar nicht mehr vor. Entsprechend wird auch Riddicks Fähigkeit, im Dunkeln zu sehen, so gut wie gar nicht in die Handlung eingebaut. Nur einmal darf Riddick ohne Licht eine kleine Einheit vermöbeln, was aber durch den hektischen und unglücklichen Schnitt der Szene leider auch keinen Spaß bringt.
Das wohl beeindruckendste Element an Riddick - Chroniken eines Kriegers ist das Set-Design sowie die unaufdringlichen und sehr gelungenen CGI-Welten. Ähnliche Präzision hätte man David Twohy beim Drehbuchschreiben gewünscht. Auch Filmheld Vin Diesel gefällt in seiner Rolle als Riddick und zeigt wieder vollen Körpereinsatz. Für etwas Erheiterung sorgen die zahlreichen Oneliner, die er während der knappen zwei Stunden zum Besten geben darf. Doch die gelungene One Man Show des Hauptdarstellers kann über den dürftigen Rest von Riddick - Chroniken eines Kriegers nicht hinwegtäuschen. Zu löchrig und wirr ist das Drehbuch, als dass man dies verzeihen könnte. Angesichts der Tatsache, dass der Film nicht wie angekündigt ein Prequel zu Pitch Black - Planet der Finsternis darstellt, bleiben noch einige Fragen unbeantwortet und es besteht die Möglichkeit diesen Patzer wieder gerade zu rücken.