Dem britischen Regisseur Nick Hamm gelang es leider nicht, dem interessanten Thema ein gutes Ende folgen zu lassen. So ist aus Godsend eine sehr belangloser Horrorthriller mit ziemlich bescheuertem Ende geworden, das sich trotz Robert de Niros Leinwandpräsenz nicht vom Durchschnitt abheben kann.
Der atmosphärische Trailer dieses Filmes versprach endlich mal wieder einen guten Horrorthriller. Ebenso versprühte die Tagline Adam Duncan. Born: December 11, 1987. Died: December 12, 1995. Born: September 23, 1996. einen gewissen Hauch von Unbehagen. Zudem konnte Regisseur Nick Hamm, der unter anderem schon den einigermaßen gelungenen Horrorfilm The Hole und die bezaubernde Liebeskomödie Martha, meet Frank, Daniel and Laurence auf die Beine gestellt hat, eine seiner drei Hauptrollen mit dem großartigen Robert de Niro besetzen, was meine Hoffnungen noch um einiges vergrößerte.
Kurz nach seinem achten Geburtstag verstirbt Adam Duncan aufgrund eines Autounfalls. Seine Eltern Paul und Jessie (Greg Kinnear und Rebecca Romijn-Stamos) sind natürlich in tiefster Trauer, als mitten in dieser schweren Phase Dr. Richard Wells (Robert De Niro) in ihr Leben tritt. Dieser behauptet, dass Adam mit nur einer einzigen Zelle erneut geboren werden kann. Nach anfänglicher Skepsis willigen die beiden Trauernden ein. Doch die Entscheidung hat beängstigende Konsequenzen, da in Adam nach der Überschreitung seines eigenen Todesalters plötzlich mysteriöse Dinge vorgehen.
Die Story des Filmes ist vor allem zu Beginn sehr interessant und wird erfreulicherweise ohne große Zeigefingermoral in Szene gesetzt. Der Film erzeugt eine gewisse Spannung, die sich jedoch nicht lange halten kann, da dem Zuschauer nichts Neues geboten wird und alles schon mal da gewesen ist. Das gipfelt dann in einer Riesenenttäuschung beim Finale, welches leider nicht nur 08/15 ist, sondern auch noch äußerst dämlich präsentiert wird.
Inszenatorisch hat sich Regisseur Nick Hamm sichtlich versucht Mühe zu geben. Sehr überzeugend waren die Einführungen der Charaktere für die er sich viel Zeit gelassen hat, aber daraufhin versucht der Film den Zuschauer nur mit Schockeffekten zu ködern. Das wäre ja eigentlich nicht schlecht, wenn diese nicht so meilenweit vorhersehbar wären. Hinzu kommen noch Filmfehler en masse (wer will sich nicht so schnell umziehen können wie De Niro?), welche die Lächerlichkeit vieler Filmszenen noch verstärken.
Die Darsteller können sich nur selten mit Ruhm bekleckern. Greg Kinnear und Rebecca Romjin Stamos (ja - sie ist es wirklich) geben sich zwar größte Mühe, scheitern aber an ihrem mangelndem schauspielerischen Talent. Adam-Darsteller Cameron Bright empfand ich als fehlbesetzt, da man zu keiner Zeit irgendwelche Gefühlsregungen bei ihm feststellen konnte. Einzig de Niro als Dr. Richard Wells vermochte den Zuschauer des Öfteren in seinen Bann zu ziehen. Schade nur, dass er vor allem gegen Ende etwas unterging.
So schnell kann man also enttäuscht werden, denn dieser Produktion gelingt es leider nicht, mit dem interessanten Thema richtig umzugehen. Der ruhige Anfang sowie der Beginn des Mystery-Parts mögen überzeugen. Was aber daraufhin folgte, war leider 08/15-Einheitsbrei mit einem dermaßen blöden Ende, das auch de Niro den Film nicht aus dem unteren Durchschnittsbereich retten konnte.