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Das als Entführungskrimi getarnte Beziehungsdrama wird von Regisseur Pieter Jan Brugge spannungsfrei und in langsamen Tempo vorgetragen. Auch die drei überzeugenden Hauptdarsteller Helen Mirren, Robert Redford und Willem Dafoe kommen letztlich nicht gegen die aufkommende Langeweile an und so werden die knappen 90 Minuten zu einem zähen Kinoerlebnis.
Der erfolgreiche Produzent Pieter Jan Brugge (The Insider und The Pelican Brief) begibt sich mit diesem dramatischen Thriller erstmals auf den Regiestuhl und konnte für seine Mischung aus Beziehungsdrama und Entführungskrimi die drei hochkarätigen Darsteller Helen Mirren, Robert Redford und Willem Dafoe verpflichten. Da es ihm eindrucksvoll gelingt, durch sein langsames Erzähltempo keine Spannung aufkommen zu lassen, lastet der Film in erster Linie auf den Schultern der drei Protagonisten, die jeweils überzeugende Portraits ihrer Figuren zeichnen.
Die Ehe von Selfmade-Millionär Wayne Hayes (Robert Redford) hat nach einer Affäre mit einer Arbeitskollegin einen Knacks bekommen. Seine Frau Eileen (Helen Mirren) hat den Seitensprung ihres Mannes abgehakt und verdrängt, ihm aber nie wirklich verziehen. Als Wayne eines Abends nicht nach Hause kommt, alarmiert sie verzweifelt die Polizei, die schließlich herausfindet, dass Wayne entführt wurde. Der Entführer Arnold Mack (Willem Dafoe) ist ein Mann aus einfachen Verhältnissen, der Wayne bereits am Morgen abpasste und ihn in einen Wald verschleppte. Dort machen sich die Beiden auf den Weg zu einer Hütte, wo Wayne Arnolds Auftraggebern übergeben werden soll.
Der Film läuft in zwei Handlungssträngen ab. In einem beobachten wir Helen Mirren, wie sie mit der Tatsache fertig werden muss, dass sie ihren Ehemann vielleicht nie wieder sehen wird. Dabei gelingt es der britischen Darstellerin eindrucksvoll, durch Mimik ihren Gefühlszustand zu vermitteln. Vor allem der bisher nicht verarbeitete Seitensprung von Wayne, der durch das FBI wieder zur Sprache gebracht wird, macht ihr sehr zu schaffen. Unterstützung erhält sie in dieser schweren Phase von ihren beiden Kindern Jill und Tim sowie vom FBI, das zur Sicherheit im Haus der Hayes einzieht, aber dadurch die Privatsphäre empfindlich stört.
Im zweiten Handlungsstrang verfolgen wir Wayne und Arnold, wie sie durch die Wälder laufen und nach anfänglicher Distanz doch ins Gespräch kommen. Dabei geben Beide private Details preis und verstricken sich in interessante Streitgespräche. Wayne versucht während der Gespräche mit Arnold unentwegt, sein Verhandlungsgeschick in die Wagschale zu werfen, um sich aus seiner ausweglosen Situation zu befreien. Arnold hat sich aber präzise auf die Entführung vorbereitet und kann deshalb immer Herr der Lage bleiben.
Obwohl sich Anatomie einer Entführung auf den ersten Blick als Entführungskrimi präsentiert, entwickelt sich der Film mehr und mehr zum Beziehungsdrama. Dadurch beraubt sich Regisseur Pieter Jan Brugge selbst des Spannungselements, das auf Grund des langsamen Erzähltempos fast schon lebensnotwendig ist. Denn somit schleicht sich unweigerlich Langeweile ein, die zwar durch die interessante Grundidee und die hervorragenden Darsteller noch etwas ausgebremst wird, aber schließlich doch die Oberhand gewinnt. |