Ryuhei Kitamura schuf für das Duel Project gegen Yukihiko Tsutsumi mit Aragami einen überaus gelungenen und altmodischen Samuraifilm. Dieser gefällt vor allem durch die interessante Geschichte, die gelungene Atmosphäre, die überzeugenden Dialoge und Kitamuras großartige Inszenierung der Kampfszenen.
Das Duel Project der beiden Regisseure Ryuhei Kitamura (Versus) und Yukihiko Tsutsumi sorgte in Japan für viel Aufsehen. Dieses Projekt ist eigentlich ein Wettbewerb der beiden Filmemacher, deren Bedingung war, dass jeder einen Film kreieren muss, in dem es um einen erbitternden Todeskampf zweier Charaktere in einem beengten Raum geht. Außerdem sollten die Filme unter den selben Produktionsbedingungen wie zum Beispiel Budget gedreht werden. Aragami ist Kitamuras Beitrag in diesem Duell.
Zwei schwer verwundete Samurais brechen an der Schwelle eines Tempels zusammen. Nachdem einer von ihnen wieder zu Bewusstsein kommt, erklärt ihm der Bewohner des Tempels, dass sein Partner gestorben sei. Nach einem Festmahl erzählt ihm der Tempeloberste schließlich, dass er Aragami, der rasende Gott des Krieges sei. Er sei das ewige Leben leid und möchte nun als Gegenleistung für die Rettung des Samurais, dass dieser ihm in einem würdigen Kampf das Leben nimmt.
Kitamuras Beitrag zum Duel Project fesselt von der ersten Minute an. Das liegt ausschließlich an den großartigen Dialogen, welche nicht nur sehr spannend, sondern auch überaus interessant zu verfolgen sind. Wie der Regisseur dem Zuschauer nach und nach ein Häppchen zur Aufklärung der Geschichte zuwirft, kann man nur als genial bezeichnen.
Aber auch in Sachen Inszenierung wurde nichts dem Zufall überlassen. Die ruhige Atmosphäre zu Beginn und die Szenerie im Tempel passen perfekt zum Geschehen. Aber auch in den rauen Actionszenen beweist Kitamura einmal mehr, was er drauf hat. Denn trotz seiner teilweise minimalistischen Inszenierung, gelangen ihm teilweise wunderbare Spielereien, die das Herz eines jeden Filmfans höher schlagen lassen. Auch sein typischer Humor, der in den ansonsten eher ruhigen Filmes eingebracht wurde, wirkte zu keinem Zeitpunkt störend, sondern immer richtig platziert.
Ebenso gefallen die beiden Hauptdarsteller des Filmes: Masaya Kato, Asien-Film-Fans sicherlich bekannt aus Kitanos Brother und Takao Osawa. Beide bringen ihre Rollen sehr überzeugend rüber und spielen sich die Bälle in den Dialogszenen zu, dass es ein wahre Freude ist. Aber auch in den Actionszenen können die Beiden mit ihren Kampfeinlagen beweisen, dass sie auch in dieser Hinsicht over the Top sind.
Ryuhei Kitamura legte mit Aragami die Messlatte für Yukihiko Tsutsumi sehr hoch, denn dieser Film kann sowohl durch seine interessante und mitreißende Story, seine spannenden Dialoge, die atemberaubende Atmosphäre und auch durch wunderbare Schwertkampfszenen punkten!