Ohne Handlung und ohne charakterliches Profil sieht selbst die attraktive Halle Berry in ihrem sexy Lederoutfit alt aus. In die Ruhmeshalle der gelungenen Comic-Verfilmungen wird diese Catwoman auf jeden Fall nicht eingehen, zumal auch die Inszenierung und die nicht zeitgemäßen CGI-Effekte viele Wünsche offen lassen.
Männerherzen schlagen höher - Halle Berry ist Catwoman! Filmkritikerherzen stehen kurz vor dem Infarkt - sie haben gerade den Film gesehen! Wie um alles in der Welt kann man ein derart vielversprechendes Thema mit einer überaus attraktiven Hauptdarstellerin nur so verhunzen? Einfach indem man den Film zu einem seelenlosen Animationsfestival werden lässt, das nur durch die optischen Vorzüge der Hauptdarstellerin zu punkten versucht. Dies führt letztendlich dazu, dass sogar Halle Berry ihren Sexappeal einbüßt und im Vergleich zu Michelle Pfeiffer, die 1992 in Batman Returns als Catwoman glänze, so erotisch wirkt, wie eine Klobürste.
Regisseur Pitof, der bisher weitestgehend durch seine Arbeit bei Special Effects überzeugte und mit Vidocq einen überaus interessanten Film inszenierte, lag offensichtlich nicht viel an einer intelligenten Story mit ansprechenden Charakteren. Er konzentrierte sich lieber auf verspielte Kamerafahrten und die vollkommen übertriebenen Animationssequenzen seiner Titelheldin. Diese liegen jedoch weit unter dem heutigen Standard und waren teilweise auch noch miserabel geschnitten. Man animierte hier sogar Katzen - unnötiger geht es kaum.
Im Zentrum des Films steht die schüchterne Patience Price, die in einem Kosmetikkonzern arbeitet und dort nach allen Regeln der Kunst von ihren Chefs Laurel und Georges Hedare (Sharon Stone und Lambert Wilson) ausgebeutet wird. Nachdem Patience eines Abends zufällig mitbekommt, wie Laurel mit einem Wissenschaftler über die verheerenden Nebenwirkungen eines neuen Anti-Aging-Produktes spricht, wird sie vom Sicherheitspersonal durch die Fabrik gehetzt und schließlich ermordet. Durch den Hauch einer orientalischen Katze wird sie jedoch wieder zum Leben erweckt und hat fortan alle Fähigkeiten dieser grazilen vierbeinigen Tierart. Mit neuem Selbstbewusstsein steht sie nun mitten im Leben und findet in dem attraktiven Cop Tom Lone (Benjamin Bratt) einen neuen Liebhaber.
Die verschiedenen Facetten der Figur Catwoman, die diesem Film um ein vielfaches interessanter gemacht hätten, fehlen völlig. Als Patience Price zu Catwoman wird, äußert sich das in erster Linie dadurch, dass sie Hunde anfaucht, Unmengen Fisch isst und überall herumbalanciert. Dass Catwoman alles egal ist und dass sie macht wonach ihr ist, wird nur angeschnitten und letztlich auch nicht konsequent durchgehalten. Der innere Konflikt zwischen der schüchternen Patience und der extrovertierten Catwoman wird gleich ganz weggelassen. Im Vergleich zu Spider-Man und der Entwicklung die Peter Parker durchmacht, ist Catwoman folglich ein schlechter Witz.
Die Handlung von Catwoman besticht durch Nebensächlichkeit und glänzt durch nicht vorhandene Intelligenz. Die Bösewichte Laurel und Georges Hedare sind so vielschichtig wie einlagiges Toilettenpapier und Gespiele Tom Lone bleibt ein mehr oder weniger großes Fragezeichen mit latenter Begriffsstutzigkeit. Der Gipfel sind jedoch vollkommen hirnrissige Handlungssprünge, die durchgeführt werden, wenn Catwoman in der Falle sitzt. Anstatt schön zu erzählen, wie sie sich aus dieser misslichen Lage befreit, wird einfach ein Schnitt durchgeführt und die Sache ist ausgestanden.
Obwohl der Film qualitativ indiskutabel ist, muss man ihm zugestehen, dass er auf gewisse Weise unterhält. Dies liegt vermutlich an dem unfreiwilligen Witz und an der penetranten Schlechtheit. Den Kauf einer Kinokarte rechtfertigt das allerdings noch nicht. Wer aber schlicht und ergreifend Bock auf Halle Berry hat, der kann diesen Katzenjammer sicherlich durchstehen und wird am Ende mit einem unmotivierten Arschwackler im Angesicht des Mondes belohnt.