Dank der beiden großartig aufgelegten Hauptdarsteller gelang Ein Mann sieht rosa-Regisseur Francis Veber, trotz der kaum vorhandenen Story, ein durchweg witziger Film. Dieser ist zwar recht kurzweilig, aber dafür zu keinem Zeitpunkt nervig und gewinnt mit seinem unglaublichen Charme mühelos das Herz des Publikums.
Das erste filmische Aufeinandertreffen, der momentan wohl bekanntesten französischen Schauspieler Gerard Depardieu (The Man in the Iron Mask) und Jean Reno (Leon - Der Profi) wurde von keinem geringeren als Frankreichs Komödienfachmann Nr. 1 Francis Weber (Diner de Cons) in Szene gesetzt und ließ auf einen ausgelassenen Spaß hoffen.
In der Hoffnung den verschwiegenen Profigangster Ruby (Reno) endlich zum Reden zu bringen, schickt der Hauptkommissar die naive Plaudertasche Quentin (Depardieu) in seine Zelle. Dieser hat bisher jeden seiner Zellengenossen zur Weißglut getrieben, doch da Ruby sich weiterhin genüsslich ausschweigt, deutet Nervensäge Quentin dies irrtümlicherweise als Freundschaft und hängt deshalb auch nach dem gemeinsamen Ausbruch an ihm, wie ein zweiter Schatten.
Dass die Story des Filmes nicht viel hergibt merkt man recht schnell, da Regisseur Veber sein Augenmerk eindeutig auf Comedy und die Leistungen der beiden Hauptdarsteller gelegt hat. So kommt es dann auch, dass der Film ab und an einige Logiklöcher hat und man das Handeln der Charaktere, sowie deren Motivationen nicht immer nachvollziehen kann.
Doch ehrlich gesagt stört das wenig, wenn es dem Drehbuchautor gelingt, mit so einfachen Mitteln, derart viele Lachanfälle auszulösen. So witzigen und gleichzeitig auch noch sympathischen Humor wie diesen, bekommt man leider immer seltener in den Kinos zu sehen.
Den Hauptteil am Erfolg dieses Filmes möchte ich jedoch auf die Schulter zweier Herren legen: Gerard Depardieu und Jean Reno, die hier ein klasse Team abgeben und denen man den Spaß bei den Dreharbeiten richtig anmerken kann. Dass Reno durchaus ein großes komödiantisches Potential besitzt, wissen wir ja schon aus den drei Zeitritter-Filmen. Auch hier gibt er eine derart überzogene und zugleich herrliche Darstellung eines Profikillers ab, mit der er seine Leon - Der Profi-Rolle sogar ein wenig selbst auf die Schippe nimmt. Noch mehr überrascht allerdings Gerard Depardieu, der in seiner bisher wohl witzigsten Rolle, einen der liebenswürdigsten Gangster ever auf die Leinwand zaubert.
Dem Spiel der beiden großartig aufgelegten Hauptdarsteller ist es an erster Stelle zu verdanken, dass Tais Toi! keinen unangenehmen Nachgeschmack hinterlässt. Denn der Charme und Humor der Akteure lassen die im Grunde nicht vorhandene Story sehr schnell vergessen und sorgen für unterhaltsame, wenngleich auch sehr kurzweilige 90 Minuten.