
Wong Kar-Wai bleibt einfach unerreicht, wenn es darum geht diese melancholisch-einsame Großstadtatmosphäre einzufangen und diese Bilder, die er auch ausserhalb Hong-Kongs wiederfindet, sind einfach nur wunder-wunderschön. An Fensterscheiben reflektierende Neonlichter, verrauchte Bars & Restaurants, im Zeitraffer vorbeiziehende Momente - mehr braucht es nicht. Und das ganze wird dabei von einer Spontanität getragen, die man einfach lieben muss. Die westliche Anpassung ist wirklich sehr geglückt, und wenn Rachel Weisz durch den Bareingang schlendert, könnte man sich auch gleich Maggie Cheung an ihrer Stelle vorstellen. Darstellerisch hat mich auch David Strathairn als zerbrochenen, alkoholkranken Cop am meisten beeindruckt. Norah Jones drohte zwar unter diesen Schauspielgrößen ein wenig unterzugehen, der Story tat dies jedoch keinen Abbruch, zumal der Film auch etwas Episoden-haftes an sich hatte.
Durch diese Handlungsunterteilung hat mich
My Blueberry Nights auch am ehesten an meinen Lieblings-Kar-Wai erinnert:
Chungking Express. Diesen übertrifft er zwar nicht ganz, dafür reiht sich sein neuster Film gleich dahinter bei mir ein.
Unheimlich gut hat mir auch das Ende gefallen, das ich jetzt ganz spontan in mein Buch der 10 schönsten Filmenden aufnehme.