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 Betreff des Beitrags: Sunshine
BeitragVerfasst: 31.07.2006 17:09 
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http://www.sunshinedna.com/

Der neue Film von Starregisseur Danny Boyle ist seines Bekundens nach ein philosophisch und psychologisch motivierter Science-Fiction-Film nach einem Drehbuch von Alex Garland, der seit seiner Bestsellervorlage zu "The Beach" auch das Zombiefilm-Meistwerk "28 Days Later" mit Boyle realisierte.
Die ersten Bilder versprechen meiner Meinung nach bereits sehr viel. Weithin unbekannte Darsteller neben dem inzwischen zum Superstar mutierten Cillian Murphy und ein authentischer Look könnten neben "The Fountain" den interessantesten Sci-Fi-Film in diesem Jahr abgeben.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 31.07.2006 18:09 
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Hab ja damals schonmal irgendwo gesagt, dass ich viel von Boyle halte. Das und die Tatsache das Garland, Macdonald sowie Murphy und Curtis dabei sind, verspricht doch schon quasi ein tolles Filmerlebnis. Sind ja schon länger einige Videos im Umlauf gewesen und die konnten mich alle überzeugen. Keine Garantie für einen Knaller, aber doch sehr gute Vorausssetzungen.

Bild

Ausserdem soll die Nadja aus LOST auch dabei sein. Das habe ich irgendwo gelesen, konnte sie aber bisher nicht in dem Cast wiederfinden. edit: Also das wäre Andrea Gabriel und scheinbar ist sie nicht dabei, schade!

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 31.07.2006 20:12 
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Morten hat geschrieben:
Zombiefilm-Meistwerk "28 Days Later"

Autsch. Nee. :wink:
Aber das mit Sunshine ist ne schöne Nachricht, mir hat Trainspotting und The Beach extrem gut gefallen, 28 Tage später konnte mich nicht wirklich überzeugen (zumal ich ihn als Hommage an die Romero-Filme als zu übertrieben aufgefasst habe und er fast schon eher wie ein Plagiat wirkte).
Was hat Danny eigentlich geritten diesen "A Life Less Ordinary" zu drehen? Das mit den Engeln war ja wohl schon weit über Kitsch und Schwachsinn angesiedelt (die Szene mit dem Staubsauger war allerdings genial, zum totlachen!).

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 31.07.2006 22:28 
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Letzte Woche ist im Netz ja bereits eine Rohfassung des Trailers aufgetaucht, mit einem Intro von Mr. Boyle selbst. Sah' vor allem optisch richtig gut.

und Science-Fiction ist sowieso DAS Genre für mich.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 31.07.2006 23:07 
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Beiträge: 33
dazu gibts schon 'nen thread :-P

http://www.moviemaze.de/forum/about5123.html&highlight=


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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 31.07.2006 23:11 
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bei dem Topictitel - - -

dann bitte alle umziehen, solange lasse ich es noch offen.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 00:42 
Regisseur
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Ich wäre dafür diesen Thread offen zu lassen. Oder hab ich was falsch verstanden?
Hier steht doch schon ne ganze Menge nettes Zeug, im Gegensatz zum anderen Thread.
Mit den angesprochenen Videos meinte ich auch das mit Boyles Intro. Einfach cool. Ich mag den Kerl irgendwie, auch auf den anderen DVDs macht er immer nen sympathischen Eindruck. Keine Anzeichen irgendwelcher Selbstüberschätzung oder anderer negativer Eigenschaften. Und sein Akzent, hehe :P Macht auch interessante Audiokommentare.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 00:59 
Statist
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Beiträge: 187
Naja, abwarten.

Zu dem Thema -Astronauten fliegen in die Sonne- hat man doch schon mal einen Film verbrochen; nämlich "Solar Crisis"(USA 1990), ein "Meisterwerk" :heulen: von Kultregisseur Alan Smithee :wink: .


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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 01:57 
Regisseur
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Och, der schon wieder. :wink:

Schaut mal welche Links u.A. auf der Homepage waren, hab dazu mal Infos von Wikipedia zusammengesucht. Wer weiß ob alles von Bedeutung ist, wahrscheinlich eher nicht, trotzdem habe ich die interessantesten Sachen herausgesucht. TLE Style. ;) Vielleicht liest es sich ja jemand durch.

Viel Spaß, oder auch nicht.

Mythology - Quelle: http://www.wikipedia.org

*Stonehenge
Dessen Bedeutung sollten sich ja die meisten bewusst sein, ansonsten: http://de.wikipedia.org/wiki/Stonehenge

*Archaeoastronomy
http://www.archaeoastronomy.com/index.shtml
*Equinox and Solstice Festivals
http://www.equinox-and-solstice.com/
Ausserdem: Equinox - die Tagundnachtgleiche, die beiden Tage im Jahr, an denen an allen Orten der Erde Tag und Nacht jeweils 12 Stunden dauern.
*Candlegrove Origin's of the Holidays
http://www.candlegrove.com/home.html
*Solar Deity List
Link defekt, daher nichts mit Liste. Hier was von Wiki: [...]People have worshipped the sun and solar deities for all of recorded history; sun worship is also known as heliolatry. Hence, many beliefs and legends have been formed around this worship, most notably the various myths containing the "missing sun" motif from around the world. [...] The "missing sun" motif is a theme in the myths of various cultures. It may have served to explain any of several natural phenomena, including the disappearance of the sun at night (the Egyptian version of the motif described below is an example), the shorter days during the winter (for example, the Japanese one mentioned below), or even solar eclipses. Most myths following the motif involve the disappearance of a solar deity, through imprisonment, exile or death.[...]Some other tales are similar, such as the Sumerian story of Inanna's descent into the underworld. These may have parallel themes but do not fit in this motif unless they concern a solar deity.
Beispiele
* In Egyptian mythology, Ra passes through Duat (the underworld) every night. Apep has to be defeated in the darkness hours for Ra and his solar barge to emerge in the east each morning.
* In Japanese mythology, the sun goddess Amaterasu is angered by the behavior of her brother, Susanoo, and hides herself in a cave, plunging the world into darkness.
* In Norse mythology, both the gods Odin and Tyr have attributes of a sky father, and they are doomed to be devoured by wolves (Fenrir and Garm, respectively) at Ragnarok. Sol, the Norse sun goddess, will be devoured by the wolf Skoll.
*Encyclopedia Mythica, Helios
In der griechischen Mythologie war Helios (griech. Ήλιος, „Osten“) der Sonnengott. Zusammen mit Selene (Mondgöttin) und Eos (Morgenröte) war er das Kind von Hyperion und Theia. [...] Die Aufgabe von Helios war es, den Sonnenwagen über den Himmel zu lenken, dabei ging Eos vor ihm, Selene folgte am Abend. Der Koloss von Rhodos war ein Standbild des Helios.
*Encyclopedia Mythica, Sol
# der lat. Name des Sterns des Sonnensystems, siehe Sonne
# den Tag auf dem Planeten Mars, siehe Sol (Marstag)
# den römischen Sonnengott, siehe Sol (Gott)
# eine germanische Sonnengöttin, siehe Sol (Mythologie)
*Encyclopedia Mythica, Daedalus
*Encyclopedia Mythica, Icarus
[...]Der athenische Areopag verbannte daraufhin Daidalos, dieser fand jedoch Asyl auf der Insel Kreta. Dort errichtete er auf Verlangen des seebeherrschenden Königs Minos ein Labyrinth, in dem das stierköpfige Ungeheuer Minotauros gefangen gehalten wurde.[...]Theseus bediente sich eines abgewickelten Garnknäuels, um das Labyrinth wieder zu verlassen (des Ariadnefadens). Zusammen mit seinem Sohn Íkaros (lat.: Icarus) wurde Daidalos deswegen von Minos, in das von ihm selbst errichtete Labyrinth oder an einem anderen Ort eingesperrt. Gefangen schuf Daidalos aus Federn von Vögeln und dem Wachs der Kerzen Flügel für sich und seinen Sohn und flog mit ihm davon. Ungeachtet der Warnungen seines Vaters stieg Ikaros zu hoch und kam dem Sonnenwagen zu nahe. Das Wachs zwischen seinen Flügeln schmolz, und er stürzte in das Meer, das dann das Ikarische benannt wurde.[...]Er unterrichtet auch seinen Sohn, und sagt, "Ich ermahne dich, Ikaros, dich auf mittlerer Bahn zu halten, damit nicht, wenn du zu tief gehst, die Wellen die Federn beschweren, und wenn du zu hoch fliegst, das Feuer sie versengt. Zwischen beiden fliege! Ich befehle dir auch, nicht den Bootes, den Großen Wagen oder das gezückte Schwert des Orion anzuschauen. Nimm deinen Weg unter meiner Führung."
*Encyclopedia Mythica, Aten
Bild
Die Sonnenscheibe Aton (Aten)
Aton ist der Schöpfer des Universums in der altägyptischen Mythologie. Der Gott Aton ist die Sonnenscheibe, die lebensspendende Kraft der Sonne, ein Sonnengott. Der Gott Aton wird meist als Sonnenscheibe mit Händen an den Enden der Sonnenstrahlen dargestellt.
Auch wissenswert:
Nach Icarus und Aten wurden ebenfalls Asteroiden benannt. Man beachte auch deren Gemeinsamkeiten.
(2062) Aten ist der Namensgeber einer Gruppe von Asteroiden (Aten-Typ), deren Bahnen größtenteils innerhalb der Erdbahn verlaufen und diese von innen her kreuzen. Benannt wurde der Himmelskörper nach dem altägyptischen Gott Aten, welcher besser unter dem Namen Aton bekannt ist. Die Bahn von Aten verläuft zwischen 0,79 AE (Perihel) und 1,143 AE (Aphel). Die Bahnexzentrizität beträgt 0,183 wobei die Bahn 18,93 ° gegen die Ekliptik geneigt ist. Der 0,9 km große Asteroid wurde am 7. Januar 1976 von Eleanor F. Helin entdeckt. Aten gehört zur Gruppe der silikatreichen Asteroiden. Die Albedo beträgt 0,2.
(1566) Icarus ist ein erdnaher Asteroid (Planetoid), aus der Gruppe der Apollo-Asteroiden. Dies sind Himmelskörper, deren Bahn die Erdbahn kreuzen können. Der Asteroid wurde am 27. Juni 1949 von Walter Baade entdeckt und nach Ikarus, einer tragischen Gestalt der griechischen Sage benannt. Ikarus kam mit Hilfe von selbstgebauten Flügeln der Sonne zu nahe und stürzte ab. Icarus bewegt sich zwischen 0,1866 AU (Perihel) und 1,9692 AU (Aphel) in rund 409 Tagen auf einer stark elliptischen Bahn um die Sonne. Die Bahnexzentrizität beträgt 0,8269, die Bahn ist um 22,856 ° gegen die Ekliptik geneigt. Der Durchmesser von Icarus beträgt nur etwa einen Kilometer. Er besitzt eine relativ helle Oberfläche mit einer Albedo von 0,4.


Puuh.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 02:15 
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:o Respekt für den Post. So viel Mühe... :respekt:

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 09:09 
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Gut Tetshuno, solche Leute brauchen wir hier !

Aber ich verstehe den Sinn des Films nicht ganz, wo ist denn da der Thrill ? Ist doch total ungefährlich zur Sonne zu fliegen... man muss nur Nachts fliegen ! :P

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 16:47 
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An "28 Days Later" kommt meiner Meinung nach nur wenig heran...auch Romero nicht. Der hat zwar quasi das Genre erfunden, aber meiner Meinung nach haben es erst Boyle und Garland durch diesen Film perfektioniert.

Romero ist zudem kein wirklich guter "Schauspiel-Regisseur". Vieles an Sozial- und Gesellschaftskritik funktioniert bei ihm sehr plakativ. Nicht dass das bei Boyles und Garlands Zombiefilm nicht auch so ist, aber dort ist es zugleich noch in adäquat-ästethetischer Weise hochwertiger.
Romero hätte niemals mit Lars Von Triers Stammkameramann gedreht. Hätte niemals diese brillante Einleitungssequenz auf solch kongeniale Weise wie Boyle inszeniert. Allgemein hat es für mich im Genre noch nie einen so dermaßen authentisch wirkenden und inhaltlich durchdachten Beitrag wie "28 Days Later" gegeben.

Bei Boyle erkennt man auf jeden Fall eine interessante Entwicklung wie ich finde. Ein künstlerisch orientierter Regisseur, der sich erst noch finden musste.
Zuerst war da der enorme Erfolg von "Trainspotting" und plötzlich erwartetete alle Welt von Boyle einen vergleichbar "coolen" Film nachzulegen.
In dieser Erwartung drehte er denn auch "A Life Less Odinary" und "The Beach"...deren gute Absichten zwar erkennbar sind, aber dennoch hinter den Erwartungen zurück blieben. Das Problem war wohl einfach, dass Boyle nicht für das große Mainstream-Kino geschaffen schien. Die beiden Nachfolger illustrierten auf verheerende Weise wie wenig Boyles künstlerische Interessen mit einem kommerziell-orientierten Produkt einher gingen.
"28 Days Later" war denn auch der Befreiungsschlag. Absichtlich englisch gehalten und eine Mainstream-Geschichte mit allen Mitteln des Arthaus-Kinos erzählt...eine unschlagbare Mischung.

Von "Sunshine" erwarte ich ähnliches und die ersten Bilder scheinen meine Erwartungen zu erfüllen.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 17:11 
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Zitat:
Allgemein hat es für mich im Genre noch nie einen so dermaßen authentisch wirkenden und inhaltlich durchdachten Beitrag wie "28 Days Later" gegeben.


Da muss ich Morten mal wieder Recht geben. Seh ich genau so. Damals im Kino war ich aber auch der einzige, der mit einem guten Eindruck aus dem Kino kam. Meine Bekannten konnten nicht viel mit dem Film anfangen. Ich dagegen war mir sicher gerade DEN Film des Genre gesehen zu haben. Selten wirkten Bilder so bedrückend und authentisch wie in 28 Days Later.

Aber mal was anderes, Morten. Welches Ende hälst du eigentlich für das Beste? Das im Film war ja eigentlich nicht vorgesehen, sondern kam eher auf Druck der Geldgeber. Das wird im Audiokommentar zwar heruntergespielt, aber man liest überall das Gegenteil. Würd mich mal interessieren, was du dazu sagst?!

Und was vorallem hälst du von der Fortsetzung? 28 Weeks Later? Muss das sein?
http://imdb.com/title/tt0463854/

Ich erwarte böses, schlechtes ... einfach nichts.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 17:24 
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Beiträge: 11491
Morten hat geschrieben:
Romero ist zudem kein wirklich guter "Schauspiel-Regisseur". Vieles an Sozial- und Gesellschaftskritik funktioniert bei ihm sehr plakativ. Nicht dass das bei Boyles und Garlands Zombiefilm nicht auch so ist, aber dort ist es zugleich noch in adäquat-ästethetischer Weise hochwertiger.
Romero hätte niemals mit Lars Von Triers Stammkameramann gedreht. Hätte niemals diese brillante Einleitungssequenz auf solch kongeniale Weise wie Boyle inszeniert.

Das liegt doch in erster Linie daran, dass die Film in zwei unterschiedlichen Zeiten gedreht worden sind. Genauso gut könnte man sagen:
Hitchcock hätte niemals mit Darius Khondji hinter der Kamera gedreht. Die Beatles hätten niemals ein Feature mit Prodigy gemacht. Und warum ist in den 80er keiner auf die Idee gekommen einen Film im Stile von Snatch zu drehen?
Die unterschiedlichen Epochen bauen aufeinander auf, es ist ja immer eine Entwicklung, keine richtige Neuerfindung.
Dasselbe bei 28 Days later: Doyle baut auf den Zombie Filmen von Romero auf, nach meinem Geschmack hat er aber ein paar zuviel Anleihen übernommen. Hätte er das ganze unter einem Remake Titel herausgebracht, wäre es für mich annehmbarer gewesen, zumindest besser als das unsägliche offizielle Remake.
Dawn of the Dead ist für mich ein absolutes Meisterwerk und vor einfach zeitlos. Den wird man sich noch in hundert Jahren anschauen können, ohne sich gleich an bestimmte Stilmittel eines Jahrzehnts zu erinnern. Das ist bei den "stylischen" verwackelten Bildern und "Speed-Up's" von 28 Days later eher der Fall.
BTW: The Beach fand ich absolut genial. Was für Erwartungen hattest du denn an den Film? Er erzählt eine Geschichte über Hippies und beleuchtet alle Ecken und Kanten aus dieser Zeit, für mich ein nahezu perfekter Film.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 17:30 
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Ich wollts ja nich sagen, sonst heist es nur wieder ich stell hier alles in Frage, aber...Danke bob :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 19:44 
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Ich weiß nicht so recht was ich von einem Sequel halten soll. Grundsätzlich bin ich da allerdings sehr skeptisch. Scheint mir doch ein wenig guter Film bei einem derart "unerfahrenen" und wenig einflussreichen Regisseur wie Juan Carlos Fresnadillo zu werden.

Das Ende habe ich aus der Perspektive heraus betrachtet als gelungen empfunden, da die Zombies/Menschen ja schließlich "zivilisationsverseucht" sind und damit auch sinngemäß an Hunger sterben (eine Divergenz zwischen dem Natur-gegebenen Bedürfnis zu essen und der Perversion "Zombie").

Ob man nun die Protagonisten hätte retten sollen? Ich weiß nicht...andererseits fand ich es gut, dass das Wort "Hello" daran erinnert wieder in Kommunikation miteinander zu treten.
Das haben auch Boyle und Garland immer wieder betont...dass sie damit ein klares Zeichen setzen wollten. Eine Begrüßungsformel in einer Zeit, in der keiner mehr mit dem anderen zu sprechen scheint. Aus diesem Grund ist auch das erste und das letzte Wort in diesem Film "Hello".

"28 Days Later" ist ja nicht unter dem Aspekt ästhetisch gelungener als ein Romero-Film weil den Machern heute technische Mittel zur Verfügung stehen, die Romero vor 30 Jahren noch nicht zur Verfügung standen. Boyle hätte bei gleicher Kompetenz vermutlich schon vor 30 Jahren den besseren Zombiefilm gedreht (was jetzt bewusst als gewagte These in den Raum geworfen werden soll! Also Vorsicht bitte!).

Meine Überzeugung, dass "28 Days Later" ästhetisch gelungener ist als ein Romero-Film rührt nicht aus der Überlegung heraus, dass er souveräner oder mit qualitativ hochwertigeren Mitteln umgesetzt worden ist.
Schaut man sich jüngere Romero-Filme wie "Stark" oder "Land of the Dead" an, merkt man einfach, dass Romero auch mit Hilfe der gegenwärtigen filmischen Erzählinstrumente nicht etwas annähernd hochwertiges hinkriegt wie "28 Days Later" (und das Budget von "28 Days Later" ist bestimmt auch nicht sehr viel höher als das von "Land of Dead"; zudem ließe sich die Anfangssequenz von "28 Days" bei ähnlichem Equipment von Romero realisieren).
Seine Filme sind einfach weniger durchdacht im Sinne der Figurenzeichnung, der Dramaturgie, der Ausstattung, der Besetzung und auch der Kameraarbeit.
Die Leistungen der Kamera würde ich in "28 Days Later" jedoch niemals dahingehend interpretieren, cool zu sein zu wollen. Ganz im Gegenteil. Ich finde die Kamera ist sehr darum bemüht die Bilder ganz bewusst "dreckig" und unprätentiös zu zeichnen. Eher ließe sich die Motivation "cool" sein zu wollen auf einen Film wie Snyders "Dawn of The Dead" anwenden.

Das Remake zu "Dawn of The Dead" von Zack Snyder ist auch meiner Meinung nach äußerst gelungen. Auch dieser Film spart nicht mit Gesellschaftskritik. Am Deutlichsten ist dieser Umstand an der Tatsache ablesbar, dass die Titelsequenz Gefahren der Moderne aufzeigt, dass sich die "Flüchtenden" ausgerechnet in einem Konsumtempel zusammenrotten um dort über sich herzufallen und dass sie in der Armada an Zombies vor ihrer Haustür ausgerechnet vermeintliche Entertainer erschießen...andererseits wohnt "Dawn" eine deutlich andere Motivation inne. Er will in erster Linie auf recht konventionelle Weise unterhalten. Womit ich ihn nicht diskreditieren möchte. Es ist eben ein gänzlich anderer Film als "28 Days Later".
"Dawn" bietet einen großartigen Look auf um seine Geschichte zu erzählen, aber er ist weniger innovativ und wohl eher als Film aus dem Action-Genre zu sehen.
Ja genau..."Dawn" ist vielleicht einfach "nur" (nicht wertend gemeint) ein äußerst gelungener Action-Zombie-Film. Unter dieser Betrachtungsweise lasse ich ihn auch durchaus als "Meisterwerk" gelten (auch wenn mich die beinahe inflationäre Verwendung dieses Begriffes inzwischen ankotzt).

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 20:23 
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Morten hat geschrieben:
"28 Days Later" ist ja nicht unter dem Aspekt ästhetisch gelungener als ein Romero-Film weil den Machern heute technische Mittel zur Verfügung stehen, die Romero vor 30 Jahren noch nicht zur Verfügung standen. Boyle hätte bei gleicher Kompetenz vermutlich schon vor 30 Jahren den besseren Zombiefilm gedreht (was jetzt bewusst als gewagte These in den Raum geworfen werden soll! Also Vorsicht bitte!).

Bullshit. Boyle hätte überhaupt kein Zombie-Film gedreht ohne die Romero Filme als Vorlage gehabt zu haben. Genauso wie Tarantino kein Jackie Brown ohne die Blaxploitation-Filme gemacht hätte.
Doyle ist Fan von den Romero Filmen und es spricht nichts dagegen dann eine Hommage zu drehen. Leider ist er über sein Ziel hinausgeschossen, indem er einfach zuviele Sachen geklaut hat. Ich glaube dir ja dass dir die Kameraeinstellungen gefallen, aber das spricht doch für die Coolness. Ist halt für die neue Generation zugeschnitten um ein bisschen Action reinzubringen. Romero hätte das nie gemacht, weil seine Intention im Gegensatz zu 28 Days Later eben kein Action-Film war, sondern einen ernsthaften Zombie-Film zu drehen und ihn als Parabel für unsere Konsumgesellschaft zu benutzen.

EDIT: Von wegen schlechter Stimmung in letzter Zeit, möchte ich mich schonmal für das Bullshit entschuldigen. Fasse es einfach als Werkzeug meiner vehementen Verteidigung eines meiner Lieblingsfilme auf. Und nicht als Bloßstellung falscher Tatsachen deinerseits.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 20:47 
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An der Ansicht, dass sich Boyle von Romero inspirieren ließ möchte ich auch gar keinen Zweifel hegen. Das sehe ich als so selbstverständlich an, dass ich erstaunt bin, dass du überhaupt darauf eingehst.
So war meine Aussage auch eigentlich nicht gemeint.

Ich meinte nur, dass Boyle eben über eine sehr viel größere künstlerische Souveränität verfügt als Romero. Woher diese Auffassung herrührt? Aus der Tatsache, dass Romero schlicht und ergreifend weitesgehend B-Filme gemacht hat-wenn auch die zugegebnermaßen intelligentesten B-Filme. Romero hat einfach keine Kompetenzen in visuell-ästhetischer Hinsicht. Ebenso bleiben seine Figuren immer auf einem sehr simplen Niveau und die Schauspielführung ist unter professionellen Maßstäben geradezu lachhaft. Boyle arbeitet auf einem komplett anderen Niveau, hat einen sehr viel ausgereifteren visuellen Stil. Boyle dreht schlicht und ergreifend A-Filme. Die Figuren sind "wirklich" ausgearbeitete Charaktere und treten nicht vor dem politischen Subtext der Geschichte zurück (so wie bei Romero).

Wenn du glaubst, dass es mir bei der Kameraarbeit an einem Film um die "richtige" Einstellung geht oder gar darum dass Ästhetik vorrangig ist, bist du bei mir jedenfalls auf der falschen Fährte. "28 Days Later" war nicht dahingehend visuell beeindruckend, weil er hin und wieder "cool" aussah. Seine Bildästhetik hat sich einfach nahtlos der erzählten Geschichte angedient. Wie ich bereits erwähnte fotografierte der Stammkameramann von Lars von Trier und Thomas Vinterberg den Film. Es lag also bewusst in Boyles Absicht, den Film etwas ähnlich "Pures" zu verpassen, wie es Von Trier und Vinterberg mit ihren Dogma-Beiträgen gelang.

Ich schätze Romero sehr. Das darf man an dieser Stelle gar nicht missverstehen. Aber er ist nun mal eher ein Meister des Subgenres, dass inzwischen seine Übersetzung im Mainstream und Arthaus gefunden hat (die aus dem Subgenre inspiriert "eigene" Filme dreht). In seiner Gewichtsklasse ist Romero ein hochdotierter Boxer. Aber er gehört bei weitem nicht in die Riege der Schwergewichte.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 20:51 
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28 Days Later ein Actionfilm?

Für mich ist das ganze eher als eine sehr düstere Zukunfts Utopie anzusehen, die sich einiger Elemente des Horrorfilms bedient. Nicht um als reiner Horror durchzugehen, sondern um eben diese Vision der kommenden Ereignisse zu kräftigen. Klar inspirierten Boyle vorallem die Romero-Filme und er bediente sich einiger Schemen. Da wäre der kleine Junge, die Militärbasis, der Einkausbummel, das Forschungsobjekt im Vorhof und einige andere Sachen. Auch quicklebendige Infizierte haben wir schon auf der Leinwand gesehen. Aber machen diese Elemente den Reiz an 28 Days Later aus? Stehen sie vertretend für 28 Days Later? Finde ich nicht. Im Gegensatz zu den Romero Filmen projeziert 28 Days Later sowas wie Gefühl, woran es bisher jedem Romero gemangelt hat. Auch hat Boyle die ganzen sozialkritischen Aspekte in 28DL um einiges besser zur Geltung gebracht als ein Romero es jemals geschafft hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: "Sunshine" von Danny Boyle
BeitragVerfasst: 01.08.2006 21:09 
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Testhuno:
Zitat:
Im Gegensatz zu den Romero Filmen projeziert 28 Days Later sowas wie Gefühl, woran es bisher jedem Romero gemangelt hat. Auch hat Boyle die ganzen sozialkritischen Aspekte in 28DL um einiges besser zur Geltung gebracht als ein Romero es jemals geschafft hat.


Bin der vollkommen gleichen Meinung. Romeros Filme bleiben auf ihren Subtext beschränkt. Die Figuren in Romeros Filmen sind wenig glaubwürdig und selten ausgereift. Seine Überlegungen bleiben zudem auf einer sehr simplen Ebene beschränkt und sind nicht selten plakativ bis fast schon unfreiwillig komisch (ich denke da nur an den "Evolutions"-Zombie aus "Land of The Dead"). So etwas wie "Gefühl" kann bei Romero schon mal gar nicht aufkommen.

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