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 Betreff des Beitrags: The Fountain
BeitragVerfasst: 11.09.2005 07:54 
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Beiträge: 2324
Dieser Film sollte ja schon vor ein paar Jährchen fertiggestellt sein, aber dann stand ja der liebe Brad Pitt nicht mehr zur Verfügung und ich glaube Hugh Jackman istd ann für ihn eingesprungen. Laut imdb läuft gerade die Post-Production. Zum Inhalt laut imdb:
"Spanning over one thousand years, and three parallel stories, The Fountain is a story of love, death, spirituality, and the fragility of our existence in this world."

Ich bin unheimlich gespannt auf diesen Film. Darren Aronofsky ist neben Christopher Nolan, David Lynch und Fincher einer meiner absoluten Lieblingsregisseure.
Was für Erwartungen habt ihr und glaubt ihr, dass Aronofsky wieder einen genialen Film wie Pi oder Requiem for a Dream abliefern kann? Ich freue mich jedenfalls wie ein kleines Kind auf den Film.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 12.09.2005 11:32 
Regisseur
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Beiträge: 1738
Wohnort: Wien
Ich selbst bin auch ein Aronofsky-Begeisterter! Das Kuriose ist, dass das Genie und die bahnbrechende Innovation die schon hinter seinen ersten beiden Filmen steht, in Deutschland fast gar nicht gewürdigt wird...das ist doch geradezu skandalös. "Requiem for a Dream" hat meiner Meinung nach eine Revolution im neuen Independent-Kino verursacht.
Alte Sehgewohnheiten wirft der Film total über Bord. Sein Schnitt, seine Musik, sein visueller Stil sind dabei famoserweise in totalem Einklang zur Handlung und weisen eine kompositorische Brillanz aus, die modernes Pendant zu Kubrick ist.
Aronofsky geht sehr viel tiefer und hat auch grundsätzlich den viel größeren Weitblick als ein moderner Regisseur wie Tarantino!
Ähnlich wegweisend ist vielleicht noch "City of God" von F. Mareilles.
Damit will ich jedoch klassisches Kino gar nicht diskreditieren! Aber in seiner stilistischen Richtung halte ich Darren Aronofsky (dessen Namen ich ständig falsch schreibe) für den Meister.
Ich glaube bei einem Regisseur seines Kalibers darf man von jedem Film eine Neubewertung des Medium Films und des jeweilig bedienten Genres erwarten: Auch bei "The Fountain"!

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Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Rainer Maria Rilke


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 12.09.2005 12:06 
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Ich find es jetzt irgendwie albern daß du jedesmal Vergleiche anstellen mußt. Aronofsky und Tarantino? Die machen komplett andere Filme! Das ist nichtmal das selbe verdammte Spiel! Beide sind super. Beide sind Meister in ihrem Stil. Schon weil sie ihn erschaffen haben. Aber man kann doch sowas nicht vergleichen.

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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 12.09.2005 13:51 
Regisseur
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Beiträge: 2324
Morten hat geschrieben:
Ich selbst bin auch ein Aronofsky-Begeisterter! Das Kuriose ist, dass das Genie und die bahnbrechende Innovation die schon hinter seinen ersten beiden Filmen steht, in Deutschland fast gar nicht gewürdigt wird...das ist doch geradezu skandalös. "Requiem for a Dream" hat meiner Meinung nach eine Revolution im neuen Independent-Kino verursacht.
Alte Sehgewohnheiten wirft der Film total über Bord. Sein Schnitt, seine Musik, sein visueller Stil sind dabei famoserweise in totalem Einklang zur Handlung und weisen eine kompositorische Brillanz aus, die modernes Pendant zu Kubrick ist.
Aronofsky geht sehr viel tiefer und hat auch grundsätzlich den viel größeren Weitblick als ein moderner Regisseur wie Tarantino!
Ähnlich wegweisend ist vielleicht noch "City of God" von F. Mareilles.
Damit will ich jedoch klassisches Kino gar nicht diskreditieren! Aber in seiner stilistischen Richtung halte ich Darren Aronofsky (dessen Namen ich ständig falsch schreibe) für den Meister.
Ich glaube bei einem Regisseur seines Kalibers darf man von jedem Film eine Neubewertung des Medium Films und des jeweilig bedienten Genres erwarten: Auch bei "The Fountain"!


Also Morten, ich muss dir hier zu 99 % beipflichten. Das einzige, was ich ein Bisschen seltsam finde, ist der Vergleich zwischen den beiden Meistern Aronofsky und Tarantino. Wie pHew schon sagte, beide können das, was sie jeweils können, besonders gut.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 12.09.2005 15:43 
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Wohnort: Wien
Okay, okay...ich nehm das mit Tarantino zurück. Beide machen halt unterschiedliche Arten Film. Im Gangster-Satiren-Bereich ist bestimmt eher Tarantino zuzuordnen. Aronofsky macht eher gesellschaftskritische Filme...beide sind in ihrem Bereich gut. Subjektiv jedoch, das darf ich ja sagen, gefallen mir Pi und Requiem einfach besser, da sie einen noch nachhaltigeren Eindruck auf mich gemacht haben!

Zitat:
Also Morten, ich muss dir hier zu 99 % beipflichten.


Wow! Eine Premiere! Es gibt einmal jemanden in diesem Forum, der mir beipflichtet! :wink:

p.s.: Eigentlich hasse ich diese Smilies!

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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 12.09.2005 17:49 
Regisseur
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Beiträge: 2324
Morten hat geschrieben:
Okay, okay...ich nehm das mit Tarantino zurück. Beide machen halt unterschiedliche Arten Film. Im Gangster-Satiren-Bereich ist bestimmt eher Tarantino zuzuordnen. Aronofsky macht eher gesellschaftskritische Filme...beide sind in ihrem Bereich gut. Subjektiv jedoch, das darf ich ja sagen, gefallen mir Pi und Requiem einfach besser, da sie einen noch nachhaltigeren Eindruck auf mich gemacht haben!

Zitat:
Also Morten, ich muss dir hier zu 99 % beipflichten.


Wow! Eine Premiere! Es gibt einmal jemanden in diesem Forum, der mir beipflichtet! :wink:

p.s.: Eigentlich hasse ich diese Smilies!


Ich muss auch zugeben, dass ich mir lieber einen Aronofsky-Film als einen Tarantino-Film angucke, denn die Filme vom lieben Darren schaffen es auf eine unglaubliche Art und Weise den Zuschauer zu fesseln, sie saugen ihn regelrecht in die Handlung mit rein; wenn man sich Pi anguckt ,glaubt man- natürlich unterstützt durch den genialen Soundtrack von Mansell und die eigensinnige Kameraarbeit von Libatique- dass man selbst Max Cohen ist. Ich bewundere Aronofsky und freue mich ungemein auf seine weiteren Arbeiten als Regisseur.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 12.09.2005 22:55 
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Beiträge: 5919
Glaube übrigens gar nicht, dass RFAD hierzulande nicht gewürdigt wird, dafür wie wenig Chancen dem Film vom Verleih aus gegeben wurden, hat er doch recht weite Kreise gezogen und zählt für viele Leute zu ihren Lieblingsfilmen (zumindest bei denen, die einen solchen Film überhaupt zu würdigen wissen). Auf den Neuen Aronofsky bin ich auch mal gespannt, zähle beide bekannten Filme von ihm (an die anderen kommt man ja nicht dran..) zu meinen absoluten Favourites. Würde sogar sagen: RFAD ist die Offenbarung.

Zitat:
Morten schrieb:
Ähnlich wegweisend ist vielleicht noch "City of God" von F. Mareilles.


Da freue ich mich auch schon auf seinen neuesten Film, "The Constant Gardner". Mal sehen ob ers auch in typischerer Hollywoodmachart kann (also mit Stars und so).


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 09:20 
Regisseur
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Beiträge: 1738
Wohnort: Wien
Zitat:
Zitat:
Morten schrieb:
Ähnlich wegweisend ist vielleicht noch "City of God" von F. Mareilles.



Da freue ich mich auch schon auf seinen neuesten Film, "The Constant Gardner". Mal sehen ob ers auch in typischerer Hollywoodmachart kann (also mit Stars und so).


VORSICHT! BANALE GEDANKEN!
Das bringt mich doch der Vermutung nahe, dass Aronofsky ganz platt formuliert, der neue Kubrick und Mareilles der neue Scorsese mit Tarantino-Look ist.
Was meint Ihr dazu?
P.T. Anderson würde ich ganz klar zur Scorsese-Riege zählen ("Boogie Nights" und "Magnolia" tragen doch recht eindeutig Scorsese-Handschrift), nicht jedoch zu Altman, mit dem er immerzu verglichen wird, nur weil er seine beiden ersten Filme einen so "episodenhaften" Charakter gegeben hat.
Weitere Vertreter des NewGeneration-Cinema: Wes Anderson, Spike Jonze oder auch Sofia Coppola finde ich schwer zuordnungsbar...Andersons Komödien sind schon sehr, sehr, sehr eigen. Vielleicht ist er da eher Woody Allen zuzuordnen aufgrund des tragikomischen Gehalts seiner absurden Burlesken.
Jonze und Coppola sind echt schwierig...vielleicht könnt Ihr mir da helfen.

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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 10:29 
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Beiträge: 308
Morten hat geschrieben:


VORSICHT! BANALE GEDANKEN!
Das bringt mich doch der Vermutung nahe, dass Aronofsky ganz platt formuliert, der neue Kubrick und Mareilles der neue Scorsese mit Tarantino-Look ist.


Ball flachhalten! Podolski ist auch (noch) nicht der neue Gerd Müller. Ein, zwei gute bis sogar wegweisende Filme hat schon so mancher Regisseur gemacht. Aber auch stilistisch kann ich bei Aronowsky (stimmt! den richtig zu schreiben ist nicht einfach) nicht behaupten, dass grosse Übereinstimmungen mit Kubrich vorhanden sind. Und Meireilles hat den Tarantino-Look? Warum? Weil city of God in Brasilien spielt und Tarantino seine Storys im Süden der USA ansetzt, mit puerto-Touch? Das reicht mir noch nicht...

Stichwort Coppola: Ich steh da wahrscheinlich ziemlich alleine da, aber ich kann "Lost in Translation" nicht ausstehen. Da ist mir viel zu viel erzwungene Hippness dabei. Irgendwie 'n Arthouse-Film für alle, die zwar gerne "intellektuelles Kino" als Lieblingsfilm angeben, aber bei Dogville immer einpennen.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 10:53 
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Zitat:
Ich steh da wahrscheinlich ziemlich alleine da, aber ich kann "Lost in Translation" nicht ausstehen.


Och, da brauchst du dich nicht zu schämen. Ich kenne einige Menschen, die das ganz ähnlich empfinden und ich halte es, obwohl ich den Film über alle Maßen liebe, für durchaus nachvollziehbar. Es ist nicht einfach die Geduld aufzubringen, sich die Zeit für elegische Bilder zu nehmen...das ist nicht jedermanns Sache.
Ich mochte den Film gerade wegen seiner Langsam- und Geruhsamkeit, wegen seines stillen Blicks auf die Protagonisten, der intimen, unspektakulären Liebesgeschichte (die so sehr viel tiefer ging als Kitsch)...das ist so unbefangen und einfach nur schön. Ein Film der sich Zeit nimmt um das Leben darzustellen...so langsam und routiniert wie es den Protagonisten erscheint.
Da kann ich gar nicht nachvollziehen wie man ihm "Hippness" vorwerfen kann. Besonders da er diese "Hippness"-Tokio-Welt doch als seeloses Universum deklassiert, in dem die Protagonisten in ihren Emotionen total abgestumpft sind, nichts mehr fühlen...die Bilder der intimen Stille kontrastieren doch immer wieder mit denen des Gaga-Videogame-fanatischen Japans...der Kuliminationspunkt des Kapitalsmus, in dem seine Bewohner sich nur noch fremd zu sein scheinen...
Dass du dem Film aus deiner subjektiven Sichtweise nicht magst...okay, aber dann bring mir Argumente entgegen die deine These von "Hippness" untermauern!

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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 13:09 
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Morten hat geschrieben:
Dass du dem Film aus deiner subjektiven Sichtweise nicht magst...okay, aber dann bring mir Argumente entgegen die deine These von "Hippness" untermauern!


Ok, ist zwei Jahre her seit Anschauen, deshalb kann ich dir nichts Detailliertes mehr anbieten.

Interressant ist für mich, dass ich nach "Lost in Translation" zwei Filme des Herrn Jarmusch mit Bill Murray gesehen habe, letzte Woche in Broken Flowers sogar die Hauptrolle spielend. Bei LIT hab ich während des Schauens immer denken müssen, gewollt wie Jarmusch und doch nicht gekonnt. Ein bisschen Null-Story, die von dir erwähnte Geruhsamkeit, lakonische Dialoge usw. Dazu ein hipper Soundtrack mit Szenegrößen und Aufsteigern der Indie-Szene. Wieder Jarmusch. Alles reingepfeffert, was irgendwie nach dem ach so coolen Autorenkino stinkt. Was gibt's noch? Ah, irgendwann scheint Frau Coppola "Festen" oder "Idioten" gesehen zu haben. Hat sie wohl beeindruckt, diese Handkamera. Oder ums mit Jojo in Jarmuschs Night on Earth zu sagen: "It's hip, it's hot. It's the newest, latest." Super, diese Dogma-Sache. Und super in Lost in Translation.

Ich würde mich sehr über LIT2 freuen. Dann könnte man Tokio mit Kreide auf 'nen Schulhof malen.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 13:27 
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Nur weil jemand in nem Film ne Handkamera benutzt, ist das automatisch von den Dogma-Filmern geklaut? Ich bitte Dich...

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I like it. It's got that "It's-a-cruel-world-let's-throw-ourselves-in-the-Abyss"-Type ambience...


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 14:15 
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Ist mir schon klar, dass die Benützung der Handkamera nicht auf die Dogma-Filme zurückzuführen sind. Und dass die Benutzung derselben nicht zwangsläufig ein Plagiat sein muss. Nur ist LIT kurz nach diesem "Danish-Cinema"-Hype entstanden, die Coppola hat das auch selber in 'nem Interview gesagt, sie habe sich davon inspirieren lassen. Alles schön und gut, darf man ja. Nur über Sinn und Zweck dieser Benutzung kann ich nur rätseln. Es war nicht essentiell, keine tiefere Bedeutung, nichts, was den Film deswegen besser, eindringlicher, ergreifender macht. Nur Staffage, ein bisschen Schmuck. So hab ich den ganzen Film empfunden: Viel Schmuck, Klinkerlitzchen. Aber hinter der schönen Fassade nur gähnende Leere.


Zuletzt geändert von Pablo Honey am 13.09.2005 14:30, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 14:30 
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Zitat:
Aber hinter der schönen Fassade nur gähnende Leere.


Ich glaube mit diesem Satz hast du unfreiwillig bewiesen, den Film in seiner Essenz verstanden zu haben, denn genau dieses Gefühl soll er ja auch erzeugen!
Hinter der Fassade von Erfolg und Reichtum (Bill Murray) und hinter der Fassade von Jugend-Life-Style (Scarlett Johannsson) steckt nichts anderes als, wie du gesagt hast "gähnende Leere"...
...versuche das doch als positiv aufzufassen! Wenn es in einem Film um Langeweile im modernen Leben geht, dann kann der Film doch nicht spannend sein! Verstehst du? Und wenn es im Film um die sinnentleerende moderne Hippness-Welt geht, dann ist es doch vollkommen passend, wenn er ihre Instrumente verwendet um sie anzuklagen...
...ich finde diesen Kniff brillant: Die besten Filme funktionieren durch die Symbiose von Stil und Handlung.

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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 14:46 
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Ok, vielleicht hast du mich jetzt von hinten überrollt und schachmatt gesetzt. Nach zwei Jahren totaler Abneigung ein Licht am Ende des Tunnels: Dieser Film hat doch was gutes!

Ein Problem: Kann ja gut sein, dass das die schlussendliche Absicht des Films ist. Nur darf er dann niemandem gefallen. Tut er sehr wohl. Dann lassen sich die vielen zufriedenen Kinogänger alle von dieser Filmfassade blenden (im Ggs. zu der vom Film kritisierten Jugend-Lifestyle-Fassade, ich denke, das haben wohl die meisten verstanden). Guter Gedanke auf jeden Fall, das Konzept des Films wäre geradezu genial. Aber hiesse das nicht, LIT wäre absichtlich belanglos, als Film nicht zu geniessen? Wie Natural Born Killers wird LIT genau zu dem, was er anprangert? (Wäre natürlich viel subtiler und weniger radikal). Sind dann nicht die ganzen Auszeichnungen und Z.B. eine Oscarnominierung "Best Picture" nicht völlig daneben?

Ich bin sehr durcheinander. (übrigens genau wie bei NBK)


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 15:37 
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Pablo Honey hat geschrieben:
Ok, vielleicht hast du mich jetzt von hinten überrollt und schachmatt gesetzt. Nach zwei Jahren totaler Abneigung ein Licht am Ende des Tunnels: Dieser Film hat doch was gutes!

Ein Problem: Kann ja gut sein, dass das die schlussendliche Absicht des Films ist. Nur darf er dann niemandem gefallen. Tut er sehr wohl. Dann lassen sich die vielen zufriedenen Kinogänger alle von dieser Filmfassade blenden (im Ggs. zu der vom Film kritisierten Jugend-Lifestyle-Fassade, ich denke, das haben wohl die meisten verstanden). Guter Gedanke auf jeden Fall, das Konzept des Films wäre geradezu genial. Aber hiesse das nicht, LIT wäre absichtlich belanglos, als Film nicht zu geniessen? Wie Natural Born Killers wird LIT genau zu dem, was er anprangert? (Wäre natürlich viel subtiler und weniger radikal). Sind dann nicht die ganzen Auszeichnungen und Z.B. eine Oscarnominierung "Best Picture" nicht völlig daneben?

Ich bin sehr durcheinander. (übrigens genau wie bei NBK)


Wie Morten schon sagte, Symbiose aus Handlung und Stil spielt des öfteren eine bedeutende Rolle in Filmen. Dadurch werden die Filme, wie Lost in Translation nicht belangloser, weil sie eine gewisse gewollte Langeweile zeigen, sondern eher wertvoller.
Um noch mal auf Aronofsky zurückzukommen- was ja das eigetnliche Thema hier ist :wink: In seinen Film sieht man ja auch das kongeniale Zusammenspiel aus Kamera, Soundtrack, Drehbuch, Schauspielern. In Requiem for a Dream glaubte ich auch eine gewisse vom Regisseur gewollte Langeweile zu erkennen, die u.a. durch Kameraeinstellungen, die ständig wiederholt werden, und den sich oft in vielen Szenen wiederholenden Score, unterstüzt wird. Diese Langeweile ist auch bitter nötig, denn das Leben der Protagonisten ist halt eben langweilig. Ich denke es ist sehr schwer für einen Regisseur diese Langeweile in seine Filme zu integrieren und es ist auch ein kleines Risiko, denn der Zuschauer könnte sich ja langweilen- aber genau das muss er, um das Verhalten der Charaktere nachvollziehen zu können. Ich halte das für eine große Leisung des Regisseurs und sie ist alles andere als belanglos.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 13.09.2005 16:59 
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Bei Requiem for a dream kam bei mir zu keiner Zeit Langeweile auf, auch bei den von dir erwähnten Wiederholungen.
Sicher, Stil und Handlung sind oft miteinander verknüpft, ich zeig das mal am Beispiel Barry Lyndon auf. Die emotionale Kälte der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts spiegelt sich grandios in Kubricks distanzierter Betrachtung und Erzählweise, mit ätzendem Sarkasmus. Das muss aber noch lange nicht heissen, das der Film mich nicht berührt. Nur weil ein Film Handlung und Stil miteinander verquickt, muss das nicht heissen, dass das entsprechende Element des Films bei mir die gleiche Reaktion hervorruft. Das ist für mich bei Lost in Translation aber genau der Fall. Wenn LIT die Belanglosigkeit der Handlung im Stil aufgreift und ein (meines Erachtens) belangloser Film dabei herauskommt, steht das im krassen Gegensatz zu z. B. Barry Lyndon, der das distanzierte, gefühlskalte 18. Jh. in Stil und Handlung darstellt, ohne dass ich als Zuschauer dem Film emotionslos gegenüber stehe. Oder (um wenigstens ansatzweise on-topic zu bleiben) RFAD, dessen verbindendes Element die Langeweile zu sein scheint, um durch Wiederholungen das eintönige Leben der Protagonisten darzustellen und bei mir trotzdem keine Langeweile aufkommt.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 14.09.2005 17:01 
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Ich glaube bei "Lost in Translation" kommt es wirklich auf die Betrachtungsweise an! Es kommt darauf an welche Komponenten man bei einem Film fokussiert. "Lost in Translation" ist glaube ich ein sehr "fotografischer" Film. Eine Freundin von mir studiert Foto-Design, die hat den Film hymnisch gefeiert...sie hat sich da von diesen "ruhenden" Bildern, die nichts tuende Menschen beim Nichtstun analysieren, total inspirieren lassen.
Ich glaube der Film ist einfach wie Lyrik...man kann auch nicht mit den Instrumenten der Literaturwissenschaft rangehen um die Schönheit eines Liebesgedichts, von Erich Fried etwa, zu analysieren. Man ist für die Wirkung entweder offen oder nicht...damit will ich niemanden diskreditieren, der sich dem nicht öffnet...kann es ja an anderer Stelle wiederum tun: Bei "Barry Lyndon" wie in deinem Beispiel!

Aber ich schlage vor zum Thema zurück zu kehren!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 15.09.2005 08:28 
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Morten hat geschrieben:
Aber ich schlage vor zum Thema zurück zu kehren!!!


Ich auch!

Weiß jemand von euch etwas mehr über "The Fountain"- dieser Film ist ja das eigentliche Thema dieses Threads :wink: - als das was bei der imdb steht?


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 Betreff des Beitrags: Re: The Fountain von Darren Aronofsky
BeitragVerfasst: 15.09.2005 12:30 
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Ich habe von einem Freund erfahren, dass Rachel Weisz gesagt hat, sie habe kein besseres Drehbuch gelesen als das zu "Fountain". Ist vermutlich nur PR, aber bei Aronofsky ist sowas ja möglich.

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