Was sich einem klar aufdrängt zu erwähnen ist: ein typischer Jason Reitman. Schon nach nur wenigen Filmen ist eine klare und unverwechselbare Handschrift des Sohnes von Ivan Reitman zu erkennen. Als da wären gut ausgearbeitete Figuren, großartige Darstellung von menschlich-sozialem, dazu viel Humor, aber auch viel Authentizität und größere Anflüge von Tragischem. Schließlich noch ein sehr üblich klingender Soundtrack und einige nette, tolle Ideen und Einfälle, die dem Zuschauer dessen Tätigkeit mehr als nur versüßen.
Dazu kommen hier auch tolle Darsteller. Clooney ist einfach ein ganz großer, wie er hier den charmanten Experten mimt, der jeder Situation gewachsen scheint, ist schon eine außerordentlich gute Leistung, mal wieder. Auch die Farmiga und ihre Figur sind ganz famos. Lynskey und McBride kommen für meine Begriffe etwas kurz, sind aber mehr als nur das Sahnehäubchen in diesem Film und ein wundervolles Paar... eigentlich sollte ich ja eifersüchtig sein, aber dem Danny gönne ich das. Apropos kurz kommen, dies trifft zweifellos auch auf Simmons und Galifianakis zu, die man als Fanzone durchaus länger hätte sehen wollen. Anna Kendrick hat mich übrigens ein wenig an Heather Matarazzo erinnert.
Gibt einige großartige Szenen, wie zB als sich
Ryan und
Alex kennenlernen, sehr spaßig. Oder die Szenen um die Hotel-Party der IT-Firma mit dem grandiosen visuellen Abschluss als die Teilnehmer mit nassen Füßen in’s Hotel zurückkommen.
Die Figur des
Ryan Bingham ist zweifellos interressant und in gewisser Weise auch etwas zu bedauern. Just als er es schafft seine eingefahrenen Pfade zu verlassen und etwas zu riskieren, erlebt er eine saftige Bauchlandung und seine bisherige Einstellung wird quasi bestätigt. Aber dennoch hat er sich auch ein anderes Türchen geöffnet und somit bleibt weiteres offen, aber das ist so genau richtig getroffen.
Als Fazit kann man sagen, wirklich ein sehr schöner, gut anzusehender Film mit viel Humor, Tiefgang, einer interessanten und nachdenklichen Geschichte die trotz ihrer gewissen Leichtigkeit auch einige sozialkritische Anflüge hat. Außerdem kommt man noch ein wenig im Land herum, wenn auch überwiegend ausschließlich im mittleren Westen. Dazu wunderbare Kameraarbeit sowie Auswahl der Bilder und schließlich tolle Darstellerleistungen, die das Ganze abrunden.
Und Abspanngucker haben wie immer mehr vom Film, erfährt man da doch, wie Reitman zum Titel des Filmes kam.
8/10
Was ich auch noch erwähnen möchte ist eine kleine Szene, in der Kirche, als alle klatschen, die Art wie Clooney da den Kopf leicht senkt, das war so typisch Clooney, weiß auch nicht, aber irgendwie hat das was ganz besonderes.
Inwieweit die vielen
Oscarnominierungen berechtigt sind kann ich nicht abschließend beurteilen, da ich viele der Mitbewerber nicht kenne, aber zunächst mal finde ich es positiv, dass auch so ein Film bedacht wird und wenn Clooney oder Farmiga so 'nen Goldotto bekommen würden, was ich aber eher bezweifle, könnte ich trotzdem ruhig schlafen.
Allerdings dass die Lynskey nicht bedacht wurde ist ein Skandal !
