Nachdem sich Danny Boyle in Sunshine, der demnächst bei uns startet, einer düsteren Zukunftsvision hingibt, führt ihn sein neustes Projekt Ponte Tower wieder in die Gegenwart. Der Regisseur von Trainspotting und 28 Days Later erzählt eine Geschichte im südafrikanischen Ponte-Wohn-Turms, dem alten Prestigehochhaus der Apartheidregierung. Dieser steht im einstigen Nobelviertel Hillbrow und galt als Wahrzeichen Johannesburgs. Bis vor drei Jahren war das mit seinen 54 Stockwerken ausgestattete, höchste Wohnhaus der südlichen Erdhalbkugel, eine Hochburg der Gewalt. Nirgends war die Verbrechensrate höher, die Ansammlung der Dealer offensichtlicher und die Übergriffe brutaler, als in diesem kleinen Mikrokosmos. Der Thriller von Boyle greift genau diese Zeit auf und orientiert sich lose an eine Episode aus Norman Ohlers Roman "Stadt des Goldes". |