Kaum ein Film wird so sehnlich erwartet, wie dieser. Das mag abgedroschen klingen, trifft aber ins Schwarze. Vielen ist James Cameron nur als Titanic-Schöpfer bekannt. Der Regisseur mit dem Hang zu tricktechnisch aufwendigen Inszenierungen ist aber auch ein Könner im Science-Fiction-Fach. Nicht umsonst stammen Filme wie Abyss und Aliens - Die Rückkehr aus seiner Hand. Mit Avatar kehrt Cameron nun nicht nur an die Anfänge zurück, sondern verspricht einen neuen Meilenstein in der Evolution des cineastischen Erlebens. Natürlich kommt der neue Film im 3D-Look daher und verspricht auch hier Bahnbrechendes. Am 19. August gab es in Köln vorab die Gelegenheit einen exklusiven Blick auf den Film zu werfen. 25 Minuten, die Appetit auf mehr machten.
In naher Zukunft hat der Mensch die Rohstoffe der Erde erschöpft. Was liegt näher, als in den Weiten des Alls nach neuen Quellen zu suchen? Nicht alle Welten sind aber unbewohnt: Auf einem Mond, Pandora genannt, lebt eine humanoide Spezies, die Na’vi: Blauhäutige Wesen, die 3,50 Meter messen und in perfektem Einklang mit der Natur leben. Auf Pandora findet sich aber ebenfalls ein seltenes Element, dass für die Menschheit besonders wichtig ist. Um leichter an dieses zu gelangen, beschließt man Avatare zu erschaffen, welche die Na’vi infiltrieren sollen. Diese Avatare sind Na’vi-Klone mit menschlicher DNS, in die das Bewusstsein eines Soldaten transferiert wird. Und erwartungsgemäß entwickelt sich nicht alles so, wie sich das Militär dies erhoffte.
Die ersten Filmminuten beeindrucken. Phantastische Bilder und ein neues Feeling von 3D: eleganter und einschmeichelnder. Auflösung, Kontrast und Tiefenschärfe sind brillant. Selbst Bewegungsunschärfen kommen nahezu nicht vor. So macht 3D, auch für die, welche sonst immer kopfschmerzgeplagt das Kino verließen, wirklich Spaß. Das Design ist ebenfalls spektakulär und liefert eine weitgehend neue Vision fremder Welten: Pandora beherbergt eine wunderschöne, bizarre Flora wie Fauna und eine beeindruckende Farben- wie Formenvielfalt. Ähnlichkeiten zu unserer Lebewelt sind wahrscheinlich dennoch gewollt: So sehen manche Tiere aus, als hätte man sie aus verschiedenen irdenen Spezies zusammengesetzt: teils Insekt, teils Echse und mal ein wenig Säugetier, mal etwas Fisch.
Zur Story lässt sich nicht vieles sagen, außer: Es riecht etwas nach "Ethnodrama" im Stile von Der mit dem Wolf tanzt, halt nur im fernen Weltraum. Waren es damals die Weißen, die über die "primitiven Rothäute" herfielen, die im Gleichgewicht mit der Natur lebten, ist es nun die Spezies Mensch, welche die Na’vi auf ihrer Heimatwelt bedroht. Solche moralischen Wendungen sind bei Cameron nicht neu: schon Abyss beinhaltete ein klare Botschaft. Bis man sich aber selbst davon überzeugen kann, ob dass alles stimmig gelöst wurde, dauert es noch etwas. Offizieller Start ist hierzulande der 17.12.
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