Er war der jüngere zweier Brüder, die beide, jeder auf seine Weise, das Hollywoodkino in den letzten Jahrzehnten entscheidend mitprägten. Tony Scott, Bruder des berühmten Ridley Scott, Alien- und Blade Runner- sowie jüngst Prometheus-Macher, nahm sich am Sonntag den 19. August 2012 im Alter von 68 Jahren das Leben.
Als Regisseur war er sicherlich nicht unumstritten. Oft wurde ihm vorgeworfen, zu sehr auf den Effekt abzuzielen und sich zu wenig um den Inhalt zu scheren. Top Gun, den er auf Wunsch von Produzent Jerry Bruckheimer wie einen US-Navy-Piloten-Werbespot inszenierte, und mit dem Tom Cruise zum Star avancierte, wurde ihm beispielsweise immer wieder vorgeworfen. Scott konnte allerdings auch anders: So verdankt man ihm, nach einem Drehbuch des damals noch unbekannten Quentin Tarantino, den Kultfilm True Romance. Besonders gerne drehte er aber mit Schauspieler Denzel Washington: Crimson Tide, Mann unter Feuer, Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit, Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 und Unstoppable - Außer Kontrolle gingen aus der gemeinsamen Arbeit hervor. Projekte für die Zukunft gab es überdies reichlich.
Das Motiv für seinen Freitod ist derzeit noch unklar. Es ist aber von Depressionen die Rede. Nach Angaben der Los Angeles Times stürzte sich Scott von der Vincent Thomas Brücke in San Pedro, Los Angeles, ins Wasser und ertrank. Die Küstenwache konnte nur noch seinen leblosen Körper bergen. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder sowie viele trauernde Fans in aller Welt. |