Herman Melville fuhr selbst als junger Mann drei Jahre auf einem Walfänger zur See, bevor er sein Meisterstück Moby Dick verfasste, das heute zu den größten Prosaromanen der Weltliteratur zählt. Vermutlich existiert keine lebendigere Darstellung des Walfang, aus einer Zeit, als er noch ein Kampf Mann gegen Leviathan war und auch viele menschliche Opfer forderte. Fraglos ist der Walfang nach heutigem Ermessen aber ein überflüssiges wie blutiges Relikt vergangener Tage.
Schon mehrfach wurde Melvilles Roman verfilmt. Nach wie vor gilt die Umsetzung von 1956, mit Gregory Peck als Kapitän Ahab, als die kraftvollste. Und auch wenn es vielleicht unwahrscheinlich scheint, dass ein Pottwal ein Segelschiff versenkt, steckt hinter der literarischen Fiktion tatsächlich ein wahrer Kern: Im Jahr 1820, 31 Jahre vor dem Erscheinen von Melvilles Buch, versenkte ein großer Pottwal den kleinen Walfänger Essex samt seinen 20 Mann Besatzung. Die fünf Überlebenden dieser tragischen Konfrontation trieben in Rettungsbooten wochenlang auf dem Meer, ohne Hoffnung auf Rettung. Um zu überleben, verfielen sie schließlich dem Kannibalismus. Eindrucksvoll wird diese Geschichte in Nathaniel Philbricks Roman Heart of the Sea geschildert, der nun Vorlage für einen Film werden soll.
Als Regisseur steht Ron Howard (The Da Vinci Code, Illuminati) in Verhandlungen. Das Drehbuch für den Film wird Charles Leavitt (Blood Diamond) liefern. Und aller Wahrscheinlichkeit nach wird Chris Hemsworth (Thor) eine der Hauptrollen übernehmen. Aktuell steht aber weder ein Termin für den Drehbeginn fest, noch ist bekannt, wann mit dem Film in den Kinos gerechnet werden kann. |