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Das "Ein Quantum Trost"-Fanspecial



Wir haben es Euch versprochen und wir halten es natürlich auch!
Mit Euren Fragen im Gepäck ist unser Autor Dimitrios Athanssiou nach London geflogen und hat dort - zusammen mit anderen internationalen Webseiten - Daniel Craig und Regisseur Mark Forster getroffen.
Mit von der Partie waren auch Kollegen aus anderen Ländern, deren Fragen an Daniel Craig und Mark Forster findet ihr hier:
Interview mit Daniel Craig
Interview mit Mark Forster

Das Tagebuch, welches Dimitrios während seiner Reise im Zeichen des James Bond geführt hat, wollen wir Euch natürlich auch nicht vorenthalten:
Tag 1 & Tag 2

Als besonderes Goodie haben wir dann noch exklusives Bildmaterial aus "Ein Quantum Trost", welches auf nur wenigen Internetseiten veröffentlicht werden darf:
zur Bildergalerie

Und hier nun Eure Fragen und die heiß ersehnten Antworten:
Dimitrios: Hallo, ich bin Dimitrios, von MovieMaze.de.
Daniel Craig: Schön, Dich kennenzulernen.
Dimitrios: Die Filme im 21. Jahrhundert sind ja deutlich moderner und realitätsnäher als die vergangener Tage. Sind Sie froh, in den heutigen Zeiten zu schauspielern oder hätten Sie lieber in einem der älteren Bond-Filme gespielt? Und wenn ja, in welchem?
Daniel Craig: Ich bin mehr als froh, bei den heutigen Filmen dabei zu sein. Ich wäre natürlich auch gern bei einigen der älteren Bonds dabei gewesen. Es wäre toll gewesen, mit Sean Connery in seinen besten Zeiten zu spielen. Eine interessante Frage, denn diese Filme spielen überall auf der Welt, ich weiß, das ist ein ziemliches Klischee, aber die Welt ist wirklich kleiner geworden. Es gibt einfach viel weniger Orte, die noch tatsächlich unberührt sind, und wo wir drehen könnten. Was uns in diesem Film aber gelungen ist, so wie es in den älteren Bond-Filmen auch war, ist, dass der Zuschauer denkt: „Meine Güte, jetzt ist er in Japan! Mein Gott, nun ist er in...“ – keine Ahnung, irgendwo, wo’s exotisch ist und wo man selbst als Kind immer gern gewesen wäre. Wir haben versucht, das mit diesem Film wieder einzuführen. Wir waren zum Beispiel in Panama-Stadt und an Orten, die wirklich abseits der Touristenpfade liegen.
Das ist wirklich die Essenz der alten Bond-Filme, denke ich. Damals war das Reisen für das Team allerdings wesentlich anstrengender.
Dimitrios: Und in welchem Film wären Sie gern dabei gewesen?
Daniel Craig: Okay, "Goldfinger".
Dimitrios: Gibt es irgendwelche Eigenschaften oder Fähigkeiten, um die Sie James Bond beneiden?
Daniel Craig: Nö, nicht wirklich. Ich gehe die Schauspielerei auch anders herum an: Ich suche nach den Fehlern und Unzulänglichkeiten bei den Figuren. Eine Fähigkeit ist nur so lange toll, solange sie nicht gegen eine noch bessere gestellt wird. Es ist zum Beispiel klar, dass James Bond keine Kugeln aufhalten kann: Er weiß, dass er verletzbar ist. Das mag ich an ihm, das macht ihn zu einem sehr guter Geheimagenten. Aber er macht eben auch Fehler, und das finde ich viel interessanter. Natürlich würde ich gern so gut Autofahren oder Schießen wie er. Aber ich kann im Film wenigstens so tun, als ob ich das könnte... Nein, mir fällt jetzt keine Eigenschaft ein, die ich wirklich selbst haben will. Ich kann allerdings einen echt heftigen Martini mixen...

Hallo, ich bin Dimitrios aus Deutschland. Ich schreibe für MovieMaze.de, eines der größten Filmportale dort. Hier meine erste Frage:
Bisher haben Sie ja eher Dramen gedreht, mit weit weniger Action. Wie war es, plötzlich James Bond zu drehen, insbesondere, da dies auch zugleich Ihre erste Berührung mit dem Actionfilm war? Wollten Sie denn jemals so einen actionbetonten Film machen?

Mark Forster: Ich wollte schon immer einen Actionfilm machen. Es war ziemlich schwierig, weil ich immer mit einem Second Unit Director zusammenarbeite, der die meisten solcher Sequenzen für mich dreht. Außerdem war es das erste Mal, dass ich in so vielen verschiedenen Ländern gedreht habe, aber zum Glück hatte ich eine tolle Produktion wie in „Kite Runner“, da lief alles ganz glatt. „Kite Runner“ war der härteste Film, den ich je gemacht habe, denn wir hatten nicht die finanziellen Mittel, um Schwierigkeiten zu bekämpfen. Hier jedoch konnte ich ohne Probleme genau umsetzen, was mir vorschwebte. Das war viel einfacher. Natürlich gibt es immer noch genug Schwierigkeiten, zum Beispiel war ein Vorab-Team in Panama, und die fragten immer wieder nach, zum Beispiel „Bist Du mit dieser Farbe für die Wand hier einverstanden?“. Und wenn man dann hinkommt, sieht die Wand ganz anders aus, weil die Farbe auf dem Computermonitor eben anders ausgesehen hat. Also mussten wir ständig Kleinigkeiten nachbessern, weil ich sehr stark darauf achte, was ich im Bild haben will, und wie es genau aussieht. Dieses Vorgehen war nicht ganz einfach, hat aber dann gut funktioniert.
Dimitrios: Warum gehen immer mehr klassische Elemente in den jüngeren James Bond-Filmen verloren? Als Pierce Brosnan noch James Bond war, gab es da noch einige. Wo sind die kleinen Agenten-Gadgets, die Verfolgungsjagden mit dem Auto und die Weltherrschaftspläne der Bösewichte?
Mark Forster: Ich finde, die Gadgets sind heutzutage nicht mehr so wichtig, weil wir selbst alle so viele kleine Gadgets benutzen. Jeder hat irgendwelche faszinierenden kleinen Geräte in der Hosentasche, da sind sie auf der Kinoleinwand nicht mehr so attraktiv wie damals, als der Zuschauer eben noch nichts dergleichen hatte. Das Interesse hat einfach abgenommen. Die Welt ist viel komplizierter geworden, es ist nicht mehr so wie im Kalten Krieg. In den Filmen dieser Zeit war alles noch klar, es gab die Guten und die Bösen, und der Superschurke wollte die Weltherrschaft. Aus heutiger Sicht ein Klischee. Heute gibt es viel mehr Schattierungen und Ebenen, man weiß gar nicht mehr, wer der Böse ist und wer der Gute, und wer welche Motive hat. Agenten werden außerdem mit gemischten Gefühlen empfunden, gerade weil man weiß, für wen sie arbeiten: Für ein Land, eine Firma oder gar einzelne Politiker, da ist die Trennlinie zwischen Gut und Böse schnell verschwommen. Daher kann man für einen Film nicht einfach einen Bösewicht mit einem finsteren Plan erschaffen, weil heute alles so vielschichtig ist. Ein Quantum Trost geht in diese Richtung, aber es gibt die Möglichkeit, dass der Böse so gut ist wie der Gute und genau andersherum.

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