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Franka Potente geht neue Wege, denn zum ersten Mal in ihrer Karriere spielt Deutschlands Auslandimport Nr. 1 die Hauptrolle in einem typischen Horrorfilm. Jedoch ist ihre Leistung fast das einzig Überzeugende dieses Filmes, da die Story leider ein Totalausfall ist und trotz teilweiser recht heftiger Szenen kaum Spannung aufkommen mag.
Lola rennt wieder! Jedoch diesmal nicht, um ihrem Freund vor ein paar Gangstern zu retten. Diesmal ist sie auf der Flucht vor einem mysteriösen Wesen, welches ihr in der U-Bahn auflauert. Nach ihren Ausflügen nach Hollywood stand Franka Potente nun mal wieder in einer deutschen Co-Produktion vor der Kamera und das auch noch in einer für sie doch sehr ungewöhnlichen Rolle.
Für Kate könnte der heutige Tag perfekt enden. Sie hat nämlich die Hoteladresse von George Clooney ergattern können und macht sich auf dem Weg, die letzte U-Bahn zu nehmen, um ihn zu treffen. Nachdem sie jedoch beim Warten kurz einnickte, stellt sie fest, dass sie die U-Bahn verpasst hat und man sie aus Versehen in der Station eingeschlossen hat. Wäre ja eigentlich nicht so schlimm, wenn nicht im Untergrund ein mysteriöses Wesen Jagd auf Menschen machen würde.
Von der Geschichte sollte man bei einem Horror-/Monsterfilm wie diesem eigentlich nie so viel erwarten. Trotzdem schafft es der Film, in dem Belang dennoch zu enttäuschen. Im ersten Drittel war die Spannung des Filmes noch recht hoch, da man nie etwas gesehen hat und alles nur angedeutet wurde. Dies wurde durch die düstere U-Bahn-Atmosphäre noch verstärkt, jedoch ab dem Zeitpunkt bei dem man das Wesen das erste Mal sieht, geht dem Film schon die Luft aus. Warum? Der Film verschenkt ab dem Zeitpunkt jegliches Potential indem er immer wieder vergeblich versucht, das Publikum durch vorhersehbare Schockszenen zu erschrecken. Verstärkt wird dies noch durch eine unnötige Brutalität, die eher auf die Nerven geht, als zu unterhalten.
Ein weiterer negativer Punkt sind die Charaktere des Filmes: Von Charakteren zu sprechen ist dabei schon fast übertrieben, denn wenn man ehrlich ist, sind die Figuren von Christopher Smith alle seelenlos und im Grunde nie mehr als Opfer des Killers, die stets viel zu schnell den Löffel abgeben. Beim Mörder selbst hat man durch Fotos ansatzweise versucht, auf dessen Vorgeschichte einzugehen, was allerdings viel zu spärlich geschah und man im Grunde überhaupt nicht erfährt, warum das Wesen wahllos Leute zur Strecke bringt.
Auch bei den Darstellern bedarf es eigentlich keiner großen Erwähnung, denn mit Ausnahme von Franka Potente gibt es eigentlich keinen, der länger als zehn Minuten auf der Leinwand verweilen darf. Die Hauptdarstellerin macht ihre Sache zwar gewohnt gut, vor allem ihr gespielter deutscher Akzent (spätestens seit Die Bourne Identität wissen wir, dass sie perfekt akzentfreies Englisch sprechen kann) weiß zu gefallen. Leider gibt ihre Figur zu wenig her, als dass sie durch ihre schauspielerische Klasse punkten könnte.
So bleibt leider festzuhalten, dass es Regisseur Christopher Smith nur bedingt gelang, einen schockierenden Horrorfilm zu schaffen. Zwar stimmt die Atmosphäre und die Leistung der Hauptdarstellerin, jedoch fehlt es Creep komplett an einer ordentlichen Story, Charakteren sowie einem gewissen Unterhaltungswert und so schafft es der Streifen leider nie, angsteinflössend zu wirken. |