Dieser britische Film lässt die Toten mal wieder zum Leben erwachen und hetzt sie auf die Bevölkerung Londons. Diesmal aber nicht mit der Absicht Angst und Schrecken zu verbreiten, sondern um den Zuschauer zum Lachen zu bringen. Heraus kam ein, bis auf den Mittelteil, durchwegs kurzweiliger Streifen, der aber nicht die von vielen erwartete schonungslose Parodie bekannter Horrorfilme ist. In Shaun of the Dead geht es um mehr als nur um Zombies. Dies kommt dem Streifen aber nicht immer zu Gute.
London wird von einem Killervirus heimgesucht, der die Menschen nach ihrem Tod als Zombies wieder auferstehen lässt und Antiheld Shaun, ohne das er es zu Beginn merkt, ist mitten drin. Er ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt als das er erkennt, dass etwas nicht stimmt. Erst als die Untoten in seinem Garten stehen, bemerkt er, dass etwas faul ist.
Die Aussage auf dem Filmplakat "Eine romantische Komödie, mit Zombies" beschreibt den Film recht gut. Denn die Parodie des Horrorklassikers von 1978 ist nur die Nebenhandlung des Films. Es geht hier hauptsächlich um zwischenmenschliche Beziehungen, deren Entwicklungen und um Liebe. Das mag alles sehr unpassend für eine Horrorkomödie klingen, wurde aber von den Machern gut integriert. Dennoch ist der Genremix als Ganzes nicht homogen.
Der Streifen beginnt mit der Beziehungskrise von Shaun und seiner Freundin, die schließlich zur Trennung führt. Anschließend kommt die erwartete Veräppelung des Zombiefilms Dawn of the Dead. Hier gibt es ein paar wirklich gute und amüsante Gags zu sehen, auch wenn viele Chancen ausgelassen und das ganze Potential dieses Themas nicht ausgeschöpft wurde. Nach dieser humorvollen Phase kommt der melancholische Teil. Beziehungen werden überdacht und Lebenseinstellungen werden geändert, was auch nicht gerade klischeefrei abläuft. Das Ende des Films unterscheidet sich schließlich kaum von einem richtigen Horrorfilm. Zombies werden niedergemetzelt und Blut spritzt in Mengen. Die Macher hätten mehr Konsequenz zeigen und sich eindeutig zwischen Komödie, Beziehungs- und Horrorfilm entscheiden müssen. Wenn schon Parodie, dann bitte auch richtig und durchgehend.
Dennoch kann man Shaun of the Dead einen relativ hohen Unterhaltungswert nicht absprechen. Sympathische Schauspieler, mit denen sich der Zuschauer gut identifizieren kann, und vor allem die sehr gelungenen ersten 30 Minuten machen den Film sehenswert. Der Streifen gibt sich auch nicht als reine Parodie aus, wie es Beispielsweise Scary Movie ist, sondern versucht auch andere Aspekte einzubringen. Dadurch fehlt ihm aber eine klare Definition. Als Fazit lässt sich also sagen, dass Shaun of the Dead ein sehr guter Film für einen langweiligen Abend ist, aber bei weitem unter seinen Möglichkeiten bleibt.