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Nachdem er mit Gladiator einen der erfolgreichsten und bombastischsten Filme der letzten Jahre abgeliefert hat, verfilmt Ridley Scott diesmal die Kreuzzüge und den Kampf um Jerusalem im 12.Jahrhundert. Leider wurde als Hauptdarsteller Orlando Bloom gewählt, der weder Form noch Farbe mitbringt und so der extrem schwachen Story nicht den nötigen Schub geben kann.
Mit Königreich der Himmel soll wieder ein opulenter Blockbuster die Kinocharts der Welt stürmen, doch diesmal kann der Film wohl nur durch ein extremes Werbebudget und den Fankult um Orlando Bloom an die Spitze katapultiert werden, denn opulent oder gar genial ist an diesem Streifen wirklich nichts!
Die Kreuzzüge sind ein Teil der Weltgeschichte, die dauerhaft und nachhaltig das Leben und die Welt verändert haben. Selbst heute noch herrscht Kampf in und um Jerusalem, dem Königreich der Himmel. Genau diesen geschichtlichen Hintergrund verfilmt Ridley Scott nun mit einem gigantischen Budget und den von ihm bekannten "großen Bildern". Balian (Orlando Bloom) ist ein einfacher Schmied, der Frau und Kind verloren hat und deswegen schwer an Gott und dem Glauben zweifelt. Aus heiterem Himmel taucht eines Tages Godfrey von Ibelin (Liam Neeson) bei ihm auf und teilt ich mit, dass er sein leiblicher Sohn sei und mit nach Jerusalem kommen solle. Durch die Lebensumstände gezwungen, geht Balian mit seinem neu gewonnen Vater nach Jerusalem, um dort nach seinem Glauben zu suchen. Als Godfrey stirbt, tritt Balian das große Erbe an und verteidigt Jerusalem vor den Moslems und versucht den zerbrechlichen Frieden zwischen dem christlichen König Baldwin und dem moslemischen Führer Saladin zu wahren. Doch dann stirbt Baldwin und aus den eigenen Reihen wird der Ruf nach einem Krieg laut.
Die Story scheint ein gewisses Potential zu haben und durchaus blitzt während des Films auch ab und zu der ein oder andere Aspekt hervor, der durchaus interessant und gut inszeniert wirkt. Leider bleibt es bei diesen kurzen Glanzpunkten, denn im Großen und Ganzen kann Königreich der Himmel in Sachen Story keineswegs überzeugen. Wurde man bei Gladiator noch mitgerissen von der Geschichte, so scheinen die Kreuzzüge hier wie eine Polonaise durch Europa und den nahen Osten zu sein. Als Zuschauer fühlt man sich immer außen stehend und hat keinerlei Identifikationsfigur oder Bezugspunkt.
Die Tatsache, dass man sich nicht in Balian hineinversetzen kann, liegt wohl auch an der äußert schwachen Darstellung von Orlando Bloom. Seine großen Nebenrollen in Lord of the Rings oder Fluch der Karibik hat er noch durch Aussehen weg machen können, vor allem, da hier sein kindliches Bubi-Image gut passte. Jetzt muss er aber einen starken und vielschichtigen Mann mit großen Gedanken und Visionen mimen und dazu reicht seine darstellerische Kraft anscheinend einfach nicht aus!
Wenn Ridley Scott es nicht durch die gut inszenierten Schlachten geschafft hätte, zumindest ein wenig Spannung und Faszination aufkommen zu lassen, dann wäre Königreich der Himmel sicherlich noch langweiliger und schlechter gewesen. Wenigstens entschädigen die Stunts und Special Effects ein wenig für die extrem langweilige Geschichte und den äußerst enttäuschenden Hauptdarsteller Orlando Bloom. Alles in allem, also ein Film, den man zwar wahrscheinlich gesehen haben sollte, aber nur um mitreden zu können, wenn es um schlechte Blockbuster geht! |