Wieder einmal ein US-Remake nach Vorbild eines japanischen Thrillers. Wie schon für Ring mit Naomi Watts stammt das Original von Regisseur Hideo Nakata. Leider erinnert Dark Water auch in einigen Aspekten an den Erfolg aus dem Jahre 2003, kann aber qualitativ bei weitem nicht mithalten. Die Handlung ist teilweise einfach zu dünn und die Spannung bleibt gänzlich aus. Dennoch hat der Film noch einen gewissen Unterhaltungswert, so dass man sich zumindest nicht langweilt.
Eine Scheidung ist immer eine schlimme Sache. Das müssen auch Dahlia und Kyle Williams erleben. Die Ehe ist nicht mehr zu retten, doch sie versuchen sich zumindest über das Sorgerecht für die kleine Ceci einig zu werden. Dass aber auch das ein Problem geben kann, stellen sie recht bald fest. Da sie die ehemals gemeinsame Wohnung aufgegeben haben, müssen sich Mutter und Tochter nun eine neue Bleibe suchen. Den Vorschlag ihres Mannes, ebenfalls nach New Jersey zu ziehen, damit sie möglichst nah beieinander wohnen, schlägt Dahlia aus. Auf einer Besichtigungstour treffen sie schließlich in einem entlegenen Stadtteil der Millionenmetropole New York auf Mr. Murray, der ihnen eine Wohnung zeigt, die zwar ein wenig heruntergekommen ist, aber preislich erschwinglich. Auch ist sie nicht weit von der Schule entfernt, in die Cecilia gehen würde. Anfangs ist diese nicht sehr begeistert von der Umgebung und auch von dem Haus, doch das ändert sich schnell, als sie auf dem Dach des Hauses einen Hello-Kitty-Rucksack findet. Diesen gibt sie beim Hausmeister ab, erhält aber das Versprechen, dass sie ihn bekommen würde, wenn ihn der Besitzer nicht abholen sollte.
Obwohl anfangs alles gut erscheint, stellt sich die Wohnung bald als Mogelpackung heraus. An der Decke bildet sich ein riesiger Wasserfleck und es tropft unaufhörlich in das Schlafzimmer. Die junge Mutter, die mit Traumata aus ihrer Kindheit sowie der Scheidung von ihrem Mann zu kämpfen hat, ist schnell an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht. Der Hausmeister verleugnet seine Zuständigkeit, der Vermieter verweist sie auf den Hausmeister. Zudem trampeln die Nachbarn von oben ständig in der Wohnung herum. Da die Vermutung nahe liegt, dass in eben dieser Wohnung über den Williams etwas nicht stimmt, macht sich Dahlia schließlich selbst auf den Weg, um nach zu sehen. Dort findet sie eine Wohnung vor, die verlassen scheint und komplett unter Wasser steht. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass in diesem Haus etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Auch die kleine Ceci leidet scheinbar immer mehr unter dem psychischen Druck und klappt schließlich auf der Schultoilette zusammen. Dahlia ist ebenfalls am Ende ihrer Kraft, doch Hilfe scheint nicht möglich.
Auch wenn die Geschichte an sich nicht sonderlich komplex ist, fällt es dennoch schwer, sie vernünftig zusammen zu fassen. Es gibt Rückblicke von Dahlia, die ihr Kindheitstrauma thematisieren, bei dem sie unter ihrer alkoholkranken Mutter gelitten hat, und Bruchstücke, die scheinbar zur Lösung des großen Rätsels beitragen. Leider baut sich dabei aber keine richtige Spannung auf und auch der Gruselfaktor hält sich in Grenzen. Die Verzweiflung und den Druck der Mutter kann man nicht wirklich nachvollziehen, wodurch man natürlich auch nicht mit ihr fühlen kann. Auch sonst gibt es eigentlich keine Figur, mit der man sich identifizieren könnte. Dadurch beobachtet man das bunte und teilweise sehr nasse Treiben als Außenstehender, wartet darauf, dass sich das Geheimnis aufklärt und ist am Ende gar nicht sonderlich überrascht. Dass es allein mit der Aufklärung aber noch nicht getan ist, kennt man ja beispielsweise schon von Ring, weshalb man ebenfalls kein Aha-Erlebnis hat, als es nach der Lösung zum eigentlichen Finale geht.
Die Vorlage zu diesem US-Remake stammt von Ringu-Regisseur Hideo Nakata. Leider lässt sich hier eine gewisse Ähnlichkeit zum Ring auch nicht verleugnen. Zwar ist im groben Überblick die Geschichte eine völlig andere, aber doch fühlt man sich an der einen oder anderen Stelle an die erfolgreiche Produktion erinnert. Nur ist die Qualität eine ganz andere. Dabei hätte es auch bei Dark Water an durchaus erwähnenswerten Schauspielern nicht gemangelt. Mit Jennifer Connelly, Tim Roth, John C. Reilly und Dougray Scott konnten nicht unbedingt unbekannte Darsteller verpflichtet werden. Aber auch die können leider die Spannung und Emotionen, die in dem Film durchaus vorhanden wären, nicht zum Zuschauer transportieren. So dümpelt der Film vor sich hin, kann über weite Strecken unterhalten, schafft es aber dennoch nie die nötige Spannung aufzubauen und zu fesseln, wovon solch ein Thriller normalerweise lebt.