Das Kino bebt bei den Peitschenschlägen und die Klingen der Degen gehen einem durch Mark und Bein: Zorro ist zurück! So ähnlichen hätten sich die Macher des Films die Einleitung zu einer Review sicherlich vorgestellt. Doch leider sind weder Peitschenschläge noch Klingen zu hören und so bleibt ein sehr fader Beigeschmack bei diesem Genre-Geschnipsel, das den Namen Film fast nicht verdient hat.
Alejandro de la Vega auch bekannt als Zorro (Antonio Banderas) ist seit mittlerweile zehn Jahren glücklich mit seiner Frau Elena (Catherine Zeta-Jones) verheiratet und hat einen wunderbaren zehn Jahre alten Sohn. Doch mehr und mehr macht sich Unmut breit - er hat zu wenig Zeit für die Familie, sein Job als Superheld nimmt ihn einfach zu sehr in Anspruch! Die direkte Konsequenz: Scheidung. Der Abstieg des Zorro ist nahezu unaufhaltsam, doch die Stadt braucht seine Hilfe, denn ein Schurke treibt sein böses Unwesen. Zu allem Überfluss ist es scheinbar eben dieser Bösewicht, der die Liebe von Elena jetzt gewonnen hat.
Die Story ist mies und hinkt an nahezu jeder erdenklichen Stelle. Aber wollen wir mal nicht so streng ins Gericht gehen und eher auf die guten alten Werte eines Zorro-Streifen schauen: Schwertkämpfe! Leider ist auch hier extreme Leere und Fehlanzeige zu vermelden, denn die ein oder zwei netten Schaukämpfchen, die uns in Die Legende des Zorro geboten werden, würden nicht mal meine alte Großmutter hinter dem Ofen hervorlocken. Also nächste Eigenschaft: Action! In diesem Fall wohl eher mehr Getänzel, denn was uns Banderas hier abliefert, würde ich zwar auf der Bühne zu einem Ricky Martin-Song vielleicht gut machen, aber leider nicht auf der Leinwand! Romantik? Vorhanden, aber vorhersehbar bis ins letzte Stück. Keinerlei Überraschungen oder sonstige Unwegsamkeiten - naja vielleicht wollte man den Zuschauer nicht überfordern?
Was also bleibt ist ein schienbeintretender Superheld, der es zwar mit jedem aufnimmt, aber wohl lieber einen netten Cha-Cha-Cha tanzt als die Schurken zur Strecke zu bringen. Hier muss man aber ganz klar sagen, dass einzig und allein die Tatsache des Genre-Mixes dafür verantwortlich ist. Man wollte wohl eine Action-Familien-Western-Romantic-Comedy sein, zumindest präsentiert man sich so. Dass das aber nicht funktionieren kann, sieht man an diesem Beispiel sehr deutlich. Letztendlich kann man die Macher sowie Schauspieler nur noch bedauern, dass sie sich selbst in der Castliste wieder finden müssen, denn bei diesem Film mitgewirkt zu haben, ist sicherlich keine sonderlich gute Referenz.
Die Legende des Zorro ist kurzweilig und an ein oder zwei Stellen sogar unterhaltsam, aber das große Ganze ist eher löchrig wie ein Schweizer Käse. Man wollte zuviel: Eine zu große Zielgruppe ansprechen, zu viele Genres abdecken und zu viel reißen mit diesem Streifen. Bekommen hat man einen schlechten Zusammenschnitt, der nicht mal Fans sonderlich begeistern kann. Es ist eben doch oft wie ein altes Sprichwort: Weniger ist mehr!