Peter Jacksons Neuverfilmung des Klassikers von 1933 ist eines der Highlights des Jahres 2005. Das mit viel Liebe zum Detail inszenierte Werk glänzt durch eine leidenschaftlich erzählte und rührende Geschichte sowie durch Spezialeffekte aller erster Güte. Der Film ist trotz einer Länge von drei Stunden durchgehend fesselnd und bietet bildgewaltige Unterhaltung.
Nach dem überwältigenden Erfolg seiner Der Herr der Ringe Trilogie hätte man Peter Jackson vermutlich sogar ein Remake von Titanic finanziert. Doch der neuseeländische Regisseur hatte Anderes im Sinn und verwirklichte mit der Neuverfilmung von King Kong einen Kindheitstraum. Mit einem gigantischen Budget von 207 Millionen Dollar erweckte er den Gorilla, der bereits 1933 und 1976 die Leinwand zierte, zu neuem Leben und produzierte ein Leinwandspektakel mit einer Länge von 187 Minuten. Das Resultat ist ein atemberaubendes Kinoerlebnis in drei Akten, das durch hervorragende Spezialeffekte und eine wunderbar inszenierte Geschichte glänzt.
Die Geschichte des Films ist schnell erzählt: Der gerissene New Yorker Filmemacher Carl Denham (Jack Black) engagiert den talentierten Autor Jack Driscoll (Adrien Brody) und die verarmte Schauspielerin Ann Darow (Naomi Watts), um mit ihnen einen Abenteuerfilm auf der bis dato unerforschten Skull Island zu drehen. Als sie dort zusammen mit ihrer Crew und der Besatzung des Schiffes ankommen, wird Ann von den Eingeborenen gefangen genommen und einem riesigen Gorilla geopfert. Nach einer halsbrecherischen Rettungsaktion, bei der sich die Crew mit Dinosauriern und riesigen Insekten herumschlagen muss, gelingt schließlich die Rettung von Ann und die Gefangennahme des riesigen Gorillas. Zurück in New York wird das imposante Tier als Attraktion dargeboten, kann sich aber trotz massiver Fesseln befreien. Was folgt ist der legendäre Showdown auf dem Empire State Building.
Mit demselben Herzblut, mit der Peter Jackson bereits die Der Herr der Ringe Trilogie zum Welterfolg machte, ging er auch bei diesem Film zu Werke. King Kong glänzt zum einen durch hervorragende Spezialeffekte, funktioniert aber letztlich nur auf Grund der leidenschaftlich vorgetragenen Geschichte, in deren Zentrum die Schicksale der drei Hauptakteure Carl Denham, Jack Driscoll und Ann Darow sowie die "Romanze" zwischen King Kong und Ann stehen. Für die Ausarbeitung der Charaktere nahm sich Peter Jackson viel Zeit und stellte sie im ersten Teil des Films ausführlich vor. Dieser spielt im New York der 30er Jahre, das mit viel Liebe zum Detail am Computer und als Kulisse entstand, sowie auf dem Schiff von Captain Englehorn (Thomas Kretschmann).
Erst nach einer guten Stunde betritt King Kong die Leinwand und die Romanze zwischen ihm und der weißen Frau nimmt ihren Lauf. Dank der hervorragenden Leistung von Naomi Watts und des sehr gut animierten King Kong, für dessen Mimik und Gestik Andy Serkis Modell stand, wirken die gemeinsamen Szenen der beiden wahnsinnig überzeugend und rührend. Parallel zu Aufbau der Bindung zwischen Ann und King Kong wird auf Skull Island ein Feuerwerk an Spezialeffekten abgebrannt. Hier hat es Peter Jackson an der ein oder anderen Stelle ein wenig übertrieben und man hat den Eindruck, Effekte um der Effekte Willen zu sehen. Diese sind zwar schön anzusehen, bringen aber den Film nicht wirklich voran.
Das Finale des Films findet schließlich in New York statt, wo King Kong zunächst ausbricht und bei der Suche nach Ann ein Chaos anrichtet. Im Anschluss daran folgt eine der schönsten Szenen des Films, als King Kong zusammen mit Ann auf einem gefrorenen See im Central Park herumschliddert. Das furiose Finale auf dem Empire State Building ist an Dramatik nicht zu überbieten und wird nahezu wortlos und nur durch die Kraft der Bilder vorgetragen.
Die Neuverfilmung von King Kong wird den hohen Erwartungen mehr als gerecht und ist eines der Highlights des ausklingenden Kinojahres 2005. Regisseur Peter Jackson verlor die Essenz des Films, die "Romanze" zwischen King Kong und der weißen Frau, nie aus den Augen und setzte sie mit kraftvollen und schönen Bildern in Szene. Die zahlreichen Spezialeffekte sind wie erwartet ein Augenschmaus und machen den einst mit Puppen inszenierten Film über den riesigen Gorilla zu einem atemberaubenden Kinoerlebnis, das seine Produktionskosten vermutlich ohne Probleme einspielen wird.