| Dt.Start: |
24. November 2005 DVD: 25. April 2006
|
 |
Premiere: |
01. September 2005 (Venice Film Festival, Italien) |
| FSK: |
ab 12
|
Genre: |
Drama, Thriller |
| Länge: |
119 min
|
Land: |
USA |
|
Darsteller:
|
Laura Linney (Erin Bruner), Tom Wilkinson (Pater Moore), Campbell Scott (Ethan Thomas), Jennifer Carpenter (Emily Rose), Colm Feore (Karl Gunderson), Joshua Close (Jason), Kenneth Welsh (Dr. Mueller), Duncan Frazer (Dr. Cartwright), J. R. Bourne (Ray), Mary Beth Hurt (Richterin Brewster), Henry Czerny (Dr. Briggs), Shohreh Aghdashloo (Dr. Adani), Steve Archer (Mann in Bar), Arlene Belcastro (Betende Frau) |
|
Regie:
|
Scott Derrickson |
|
Drehbuch:
|
Scott Derrickson, Paul Harris Boardman |
|
Die clevere Mischung aus Gerichtsdrama und Horrorfilm bietet ein schauriges Kinoerlebnis und setzt anders als der Klassiker Der Exorzist eine Gerichtsverhandlung und nicht den Exorzismus ins Zentrum der Handlung. Gute Darstellerleistungen und eine gruselige Grundstimmung mit wenigen Schockeffekten sorgen für fortwährende Gänsehaut-Stimmung.
Basierend auf dem Fall der deutschen Katholiken Anneliese Michel, die nach einem zehnmonatigen Exorzismus am 1. Juli 1976 verstarb, verfassten die beiden Autoren Paul Harris Boardman und Scott Derrickson (Hellraiser: Inferno) das Drehbuch zu diesem Thriller. Anders als der legendäre Horror Thriller Der Exorzist von William Friedkin, der nur wenige Jahre vor dem Fall der Anneliese Michel in die Kinos kam, beschäftigt sich Der Exorzismus von Emily Rose nicht vorrangig mit dem Exorzismus selbst, sondern mit der darauf folgenden Gerichtsverhandlung. Der Exorzismus und dessen Umstände werden in Form von Rückblenden während des Prozesses eingeflochten.
Die Anwältin Erin Bruner (Laura Linney) übernimmt für ihre Kanzlei die Verteidigung von Pater Moore (Tom Wilkinson). Ihm wird zur Last gelegt, den Tod der 19-jährigen Emily Rose (Jennifer Carpenter) fahrlässig herbeigeführt zu haben, indem er an ihr einen Exorzismus durchführte. Entgegen dem Willen der Erzdiözese, die eine außergerichtliche Einigung und damit weniger öffentliches Interesse anstrebt, entschließt sich Erin Bruner den Fall vor Gericht auszutragen, da sie das Vergleichsangebot von Staatsanwalt Ethan Thomas (Campbell Scott) im Interesse ihres Mandanten nicht annehmen kann. Es beginnt ein Prozess, in dessen Rahmen der Staatsanwalt zu belegen versucht, dass Emily Rose eine geistig verwirrte Epileptikerin war und deshalb durch medikamentöse Behandlung hätte geheilt werden können. Die Verteidigung muss hingegen versuchen, Zweifel an dieser Theorie zu schüren und die mögliche Besessenheit für die Geschworenen glaubhaft darzustellen.
Die Gerichtsverhandlung läuft nach bekanntem Strickmuster ab und beinhaltet die klassischen Handlungselemente wie Plädoyers, die Suche nach Sachverständigen und plötzlich auftauchenden Zeugen. Spannung wird durch die zahlreichen Rückblicke und das Schicksal der Anwältin Erin Bruner erzeugt, die im Verlaufe der Verhandlung an ihrer agnostischen Einstellung zu zweifeln beginnt, da sie von Dämonen verfolgt zu werden scheint. Der Film setzt nur wenige Schockeffekte ein und verlässt sich mehr auf eine beklemmende Grundstimmung sowie angsteinflößende Schauplätze. Sogar beim Exorzismus selbst verzichtete man auf wuchtige Effekte und baute auf eine überzeugende Darstellung von Jennifer Carpenter.
Da Laura Linney und Tom Wilkinson zu den Besten ihres Fachs gehören, ist es an dieser Stelle fast überflüssig zu erwähnen, dass die beiden eine gewohnt souveräne Verstellung abliefern. Bemerkenswert hingegen ist die Leistung von Jennifer Carpenter, die das schüchterne Landmädchen, das schließlich von Dämonen besessen ist, wahrlich überzeugend auf die Leinwand bringt. Unterm Strich ist Der Exorzismus von Emily Rose eine unterhaltsame Mischung aus Gerichtsdrama und Horrorfilm, die den Glauben an Gott und an Dämonen instrumentalisiert, um beim Zuschauer Zweifel und Ängste hervorzurufen. Gibt man sich diesen Zweifeln hin, so kann man sich hier gut gruseln.