Dieser Film ist ein richtig guter Horrorschocker. Schnörkellos erzählt, klasse gefilmt und gespickt mit tollen Schockmomenten. Dabei zeigt uns Regisseur Neil Marshall hier eigentlich nichts Neues, sondern setzt mehr auf Altbewährtes. Aber die sensationelle Atmosphäre und der ungewohnte Schauplatz sowie die wirklich gelungenen Monster machen The Descent - Abgrund des Grauens zu meinem persönlichen Horror-Highlight des Jahres.
Es sollte ein unvergessliches Abenteuer werden, das die alte Freundschaft wieder aufleben lässt. Doch als die sechs Frauen zu einer Höhlentour aufbrechen, haben sie nicht einmal die leiseste Ahnung was ihnen bevorsteht. Als sie sich in dem Tunnelsystem befinden versperrt ihnen ein plötzlicher Erdrutsch den Rückweg. Aber nicht nur das keine Rettung in Sicht ist, sie sind auch nicht alleine in der unterirdischen Welt. Grausame Kreaturen die perfekt an das Leben in der Dunkelheit angepasst sind machen Jagd auf die Frauen. Und so wird die Höhlentour zum absoluten Höllentrip.
Der Film lässt sich in zwei Hälften einteilen. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem psychischen Horror. Die Enge der Höhle und die Dunkelheit schaffen eine beängstigend klaustrophobe Atmosphäre und man leidet förmlich mit den Darstellerinnen. Nach der Halbzeit geht es dann physisch zur Sache. Die schrecklichen Kreaturen treten auf den Plan und beginnen ihre blutige Jagd. Der Übergang ist nahtlos und funktioniert verblüffend gut. Wo bei manch anderen Horrorstreifen ein Bruch in der Spannung entsteht ist bei The Descent - Abgrund des Grauens keine Spur davon zu finden. Auch die Monster sind wunderbar gelungen. Im Vergleich zu manchen computeranimierten Gestalten, die man in letzter Zeit in Horrorfilmen zu sehen bekam, sind die Höhlenbewohner um ein vielfaches erschreckender.
Was diesen Film ausmacht ist die Einfachheit der Story. Hier hält man sich nicht mit langen Erklärungsversuchen für das Geschehen auf, sondern man kommt direkt zur Sache. Es gibt kein langes Rätseln über die Herkunft der Höhlenmonster oder darüber, wie sie zu bekämpfen sind. Der Horror steht im Mittelpunkt der Handlung. Dabei kann man den Streifen aber nicht gerade als innovativ bezeichnen. Er arbeitet viel mehr mit klassischen Mitteln wie Licht, Geräuschen und Kameraeinstellungen. Aber genau das ist es, was einen guten Horrorfilm eigentlich ausmacht und was man bei neueren Produktionen vermisste.
Lange wurde man nicht mehr so schön erschreckt. The Descent - Abgrund des Grauens hat eine außergewöhnlich hohe Schockerdichte und ein extrem hohes Spannungsniveau, das bei den Zuschauern für ein ständiges Festkrallen in den Armlehnen sorgt. Der Film ist sicherlich nichts für Zartbesaitete, zumal er eine der ekelhaftesten Szenen enthält die seit Langen auf der Leinwand zu sehen war und die zweite Hälfte des Streifens äußerst blutig ist. Die Mischung aus Psychoterror und Splatter ist hier sehr gut gelungen und der Streifen liefert über die gesamte Dauer Horror auf hohem Niveau. Wer also mal wieder richtig geschockt werden will, der ist mit The Descent - Abgrund des Grauens bestens beraten.