Ein Cast, der so manchem Regisseur die Freudentränen in die Augen drücken würde und dennoch wird hier aus Sean Penn, Jude Law, Kate Winslet, Mark Rufallo und Anthony Hopkins das Schlechteste herausgeholt, was möglich war! Steve Zaillian schafft das schier Unmögliche und kombiniert eine miese Geschichte, mit einer schlechten Inszenierung und verlangt von Top-Schauspielern anscheinend die schlechtmöglichste Performance.
Drehbuchautor Steve Zaillian bildete sich wohl ein, dass er nach Schindlers Liste und Gangs of New York alles könnte und so führte er bei Das Spiel der Macht, dessen Drehbuch er basierend auf dem preisgekrönten Roman von Robert Penn schrieb, auch noch selbst Regie. Doch Übermut tut selten Gut und so macht Zaillian alles falsch, was man falsch machen kann!
Der für seine weiße Weste bekannte Politiker Willie Stark (Seann Penn) erlebt einen steilen Aufstieg und genießt große Popularität. Doch je höher er die Karriereleiter erklimmt, umso mehr wird auch er den Sumpf der Korruption mit hineingezogen. Dennoch wettert er lautstark weiter gegen seine Kontrahenten, obwohl er selbst schon mitten drin steckt. Stark verliert mehr und mehr seine Ideale und spielt das Spiel der Macht einfach mit.
Sean Penn wirkt lächerlich, Anthony Hopkins spielt unterirdisch und Jude Law ist ein dämlicher Mitläufer, dessen Intentionen sich dem Zuschauer nie erschließen. Steve Zaillian hat es wahrhaftig geschafft ein schlechtes Drehbuch zu schreiben und die gesamte Inszenierung so zu vernichten, dass dem Zuschauer keinerlei Beweggründe der Charaktere dargelegt werden. Zum Beispiel wird zu keinem Zeitpunkt klar, ob sich Willie Stark dessen bewusst ist, dass er einerseits gegen Bestechung und Korruption wettert und auf der anderen Seite selbst Leute erpressen lässt und unter Druck setzt.
Aber auch der praktisch nicht vorhandene Spannungsbogen zermürbt den Zuschauer. Bei einer Laufzeit von über zwei Stunden erwartet man einfach mehr als eine sinnlose Aneinanderreihung von Ereignissen, die zwar irgendwo eine Verbindung haben mögen, aber keineswegs Interesse wecken. So sind die regelmäßigen Ansprachen von Stark je länger der Film dauert immer oberflächlicher und wirken keineswegs charismatisch, wie es wohl gedacht war. Dadurch verliert der gesamte Charakter an Flair, was den kompletten Film zu Boden reißt.
Das Spiel der Macht hätte ein ganz großer Film werden können. Die Geschichte bietet viel Sprengstoff, den man mit etwas Fingerspitzengefühl als sehr starken Polit-Thriller hätte inszenieren können. Doch Steve Zaillian, der praktisch alle zentralen Aufgaben übernommen hat, sollte sich nach diesem absolut peinlichen Auftreten wieder zurück in seine Schreibkammer verziehen und weiterhin Drehbücher für die wirklich großen Regisseure schreiben, denn wenn er sich darauf konzentriert, kann er eher punkten.