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Herzlichen Willkommen bei der heutigen Ausgabe meiner Talkshow. Mein Thema heute: "Wie schmeiß ich am schnellsten und sinnlosesten $85 Millionen aus dem Fenster?" Es ist wirklich nicht einfach, aber wenn man sich so richtig anstrengt, kann man bei der Produktion eines supermiesen Actionfilms ganz schnell eine solche Summe ausgeben. Als erstes braucht man eine haarstreubende und lächerliche Story. Dazu schnappt man beim abendlichen Zappen durch die Fernsehkanäle ein beliebiges Schlagwort auf und baut dieses zu einer unlogischen und völlig undurchdachten Geschichte aus. Die Kenntnis von wissenschaftlichen Fakten ist nicht erforderlich.
Doch eine schwachsinnige Handlung alleine bringt uns noch nicht viel weiter. Als nächstes müssen wir dafür Sorge tragen, daß kein Satz aus mehr als zehn Wörtern besteht. Sämtliche Gags und vermeintlich coole Oneliner müssen sowohl abgedroschen, als auch falsch getimed sein. Wichtig ist auch die vollständige Verwendung aller bekannten Actionfilmklisches. Diese sind im entsprechenden "Hollywood Guide to the Action Movie" nachzulesen. Beim Schreiben des Drehbuchs ist auch darauf zu achten, daß der ganze Film auf einer einzigen Überraschung gegen Ende der Handlung aufbaut, die jedoch jeder Zuschauer der klüger als ein Holzscheit ist bereits nach den ersten zehn Minuten kommen sieht.
Jetzt kommt das wichtigste: Wir brauchen einen Hauptdarsteller, der keine Ahnung vom Schauspielen hat. Einen Mann, für den Gestik, Mimik und Ausdruck absolute Fremdwörter sind. Der perfekte Hauptdarsteller für unseren Film verfügt auch über keinerlei Kenntnisse der englischen Sprache. Ein Mann der all diese Eigenschaften erfüllt, wäre zum Beispiel Arnold Schwarzenegger. Doch wer den schlechtesten Film aller Zeiten drehen möchte, muß schon härtere Geschütze auffahren. Für so ein Vorhaben sind ganze ZWEI Arnis nötig. Das auch die Nebendarsteller hölzern oder fehl am Platz wirken müssen, versteht sich von selbst.
Zu guter Letzt ist noch darauf zu achten, daß auch die simpelsten Stunts unecht aussehen müssen. Wenn zum Beispiel ein Mensch von einer Brücke springt, muß für jeden Zuschauer klar erkennbar sein, daß dieser Mensch an einem Seil hängt. Hat man alles richtig gemacht, kann man während der Vorführung bei den Zuschauern nicht nur psychische sondern sogar physische Schmerzen beobachten. Mit einer klugen Vermarktung gelingt es einem allerdings sogar mit zwei Stunden Müll noch genug dumme Menschen in sein Werk zu locken und dann spielt der Film sogar einen Großteil seiner Produktionskosten wieder ein. Wie man das verhindern kann, soll das Thema unserer morgigen Show sein. Bis dahin erst einmal: Viel Glück bei der Produktion von The 6th Day! |