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"Äußerst blutig und ohne Zurückhaltung" - so oder ähnlich kamen die Meldungen aus den USA. Hostel soll brutal und nichts für schwache Gemüter sein. Im Kern mögen diese Aussagen sicherlich richtig sein, aber für einen echten Horrorfan ist auch der Streifen, der von Quentin Tarantino präsentiert wird, nicht mehr als ein netter Gore- oder Splatter-Streifen, der sich lieber mehr um die Story hätte kümmern sollen, als um blutige Effekte.
Eli Roth hat mit Cabin Fever bewiesen, was in ihm steckt. Jetzt durfte er sein in drei Wochen geschriebenes Drehbuch, welches einmal mehr auf wahren Begebenheiten beruht, unter dem Label "präsentiert von Quentin Tarantino" zeigen und hat zwar einen guten Film geschaffen, aber dennoch noch nicht alles richtig gemacht.
Paxton und Josh sind College-Freunde und suchen das große Abenteuer auf einer Rucksackreise durch Europa. Als sie auf Empfehlung in einem slowakischen Hostel einchecken wird ihnen warum ums Herz, denn ihre Mitbewohnerinnen sind heiße osteuropäische Frauen, die scheinbar nur Sex im Sinn haben. Diese scheinbar wunderbare Welt zerbricht aber sehr schnell, als Josh verschwindet und Paxton sich verzweifelt auf die Suche nach seinem Freund macht. Als er entdeckt, dass in dem kleinen Dörfchen eine Bande ihr Unwesen treibt, die Menschen entführt um elitären Reichen gegen Geld das Gefühl zu geben einen Menschen zu töten, ist es fast schon zu spät.
Eli Roth hat basierend auf Gerüchten aus dem Internet diese Geschichte um eine der wohl brutalsten und unvorstellbarsten Tiefen der menschlichen Psyche geschrieben, weil er selbst unheimlich schockiert von dieser Grausamkeit war. Leider spielt dieser (wahrlich grauenvolle) Teil keine tragende Rolle, sondern wir im letzten Drittel des Films kurz abgehandelt und kann so den Schock beim Zuschauer kaum entfachen. Insgesamt wurde die Geschichte falsch angegangen, denn zu lange lässt man das Publikum im Unwissen über die Vorgänge in der kleinen Stadt und begnügt sich mit ein paar Softporno-Szenen, die dem Beate Uhse-Kanal zwar alle Ehre gemacht hätten, aber in einem guten Horrorstreifen nichts zu suchen haben.
Nachdem man dann endlich den Übergang zum Splatter-Horror gefunden hat, sind aber die Motive das eigentlich schreckliche! Menschen, die Geld bezahlen um das Gefühl zu kennen, wie es ist, jemanden zu töten - diese Herrschsucht ist wohl das grauenhafteste an dem ganzen Film. Aber genau das wird zu keinem Zeitpunkt wirklich in Szene gesetzt. Vielmehr lässt man Motive außen vor und begnügt sich damit, in den letzten 20 Minuten diesen kleinen unwichtigen Teil noch schnell durchzukauen, um als innovativ dazustehen.
Hostel ist aus dem technischen Blickwinkel ein sehr solider und gut gemachter Horrorstreifen mit guten und blutigen Effekten. Leider bleibt der "echte" Horror auf der Strecke, da man sich zu sehr auf visuelle Schocker verlässt und sich damit die nahezu geniale Möglichkeit der psychischen Umsetzung dieser brutalen Eigenart nimmt. Für Horrorfans ist Hostel natürlich trotzdem zu empfehlen, aber erwartet nicht so viel, wie das Marketing verspricht, denn sonst ist die Enttäuschung groß! |