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Der indisch-stämmige Regisseur M. Night Shyamalan präsentiert mit Das Mädchen aus dem Wasser einen neuen mystisch angehauchten Thriller. Den setzt er allerdings zu großen Teilen gehörig ins Wasser, denn die märchenhafte Geschichte um eine Seejungfrau lässt trotz bekannter Schauspieler keine rechte Spannung aufkommen. So verkommt der Film zu einem optisch schönen, inhaltlich aber langweiligen Werk.
Shyamalan ist für seine Geschichten mit Gruselcharakter fern jeder Alltagslogik bekannt. Mit Filmen wie Signs - Zeichen, The Sixth Sense oder The Village - Das Dorf präsentierte er dem Publikum einen Mix aus Mystik, Spannung und Märchen und konnte für seine Arbeiten zudem stets bekannte Schauspieler für sich gewinnen. Freut man sich als Zuschauer bei Das Mädchen aus dem Wasser auf eine Geschichte ähnlich guten Formats, wird man leider enttäuscht. Denn die auf einer Bettgeschichte beruhende Erzählung kann insgesamt nicht zünden. Wirklich schade ist es, dass dem Zuschauer die Auflösung des Plots quasi schon am Anfang des Films mehr oder weniger präsentiert wird. Dabei fängt alles gut an:
In seiner Erzählung beschränkt sich der Regisseur auf einen kleinen Handlungsspielraum und einen eingeschränkten Personenkreis. Die Handlung spielt im Appartementkomplex "The Cove", in dem der liebenswerte und mit einem Geheimnis behaftete Hausmeister Cleveland Heep (Paul Giamatti) die Bekanntschaft der im Swimmingpool lebenden Story (Bryce Dallas Howard) macht. Er nimmt die Narf, eine Art Seejungfrau, bei sich auf und wird dadurch in eine fantastische Geschichte verwickelt. Story ist in die menschliche Welt gekommen, um einen Seelenverwandten zu finden, dessen Bekanntschaft die Welt verändern wird. Danach muss sie wieder in ihre blaue Welt zurückkehren, was allerdings durch die Anwesenheit von Monstern behindert wird. Zusammen mit einigen Hausbewohnern versucht Cleveland sie wieder zurück in ihre Welt zu führen.
Was wie ein Märchen klingt, beruht auch auf einem, nämlich auf einer Bettgeschichte. Diese wird im Film auch als märchenhafte Geschichte präsentiert, durch die Cleveland stückchenweise das Fantastische rund um Story und ihre Welt kennen lernt. Dabei stützt sich die gesamte Dramaturgie der Geschichte auf Mono- und Dialoge und baut auf Protagonisten, die alles "mystische" ohne zu fragen einfach akzeptieren. Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern auch wenig überzeugend und sorgt dafür, dass die schöne Grundidee des Films kein rechtes Interesse wecken mag. Würde sich der Plot zum Ende hin in sein genaues Gegenteil drehen, so böte sich dem Zuschauer ein echtes Überraschungsmoment, leider ist das aber nicht der Fall.
Hervorzuheben sind allerdings neben der sympathischen Darstellung von Cleveland und Story die wirklich einfallsreiche Kameraarbeit von Christopher Doyles, sowie die Arbeit der Maskenbildner. Sie machen dem Film zu einem optischen Hochgenuss. Wirklich nervig wird nach einiger Zeit die Filmmusik von James Newton Howard, die unwahrscheinlich schnulzig und kleisterig daherkommt. Optisch ein Schmankerl, akustisch dagegen gruselig.
Fragwürdig bleibt auch die Rolle des Regisseurs selbst, der dafür bekannt ist, in seinen Filmen stets kleine Rollen zu übernehmen. Im aktuellen Fall hat er sich eine der Schlüsselrollen ausgesucht. Er stellt seine Figur des Schriftstellers Vik als den Retter der Menschheit dar und wird mit dieser Darstellung für einigen Diskussionsstoff sorgen.
Insgesamt bleibt zu sagen, das Das Mädchen aus dem Wasser kein schlechter Film ist, aber ganz anders, als erwartet. Als mystischer Thriller angelegt, kann er mit seinen Vorgängern allerdings nicht mithalten. Trotz einer schönen Grundidee kommt keinerlei Spannung auf und der Zuschauer weiß von Anfang an, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Erfreuen kann man sich diesmal an der optischen Darstellung, dagegen nicht an der Geschichte. |