Richard Donners Superman trifft nicht nur den Geist der Vorlage, sondern gelingt es auch durch seinem unglaublichen Charme, den guten und in machen Fällen sogar großartig aufpielenden Cast, einem unvergesslichen Score, sowie sehr guten Special Effects den Zuschauer großartiges Superheldenkino zu bieten.
1978 gab es für die Presse nur ein Thema: Superman. Nicht nur, dass die Comicverfilmung des Man of Steel der teuerste Film aller Zeiten wurde, auch die Tatsache, dass man einen bis dahin völlig unbekannten Darsteller für die Hauptrolle besetzt hat und Marlon Brando für seine zehnminütige Rolle als Jor-El das höchste Gehalt seiner Karriere zugesagt wurde, sorgte für viel Gesprächsstoff.
Kurz bevor der Planet Krypton dem Untergang geweiht ist beschließen Jor-El mit seiner Frau Kara ihren Sohn Kal-El zu retten, indem sie ihn zur Erde schicken. Dort besitzt er übermenschliche Kräfte, die er zum Wohle der Menschheit einsetzen solle. Doch da hat er seine Rechnung nicht mit dem Superschurken Lex Luthor gemacht, der sich nicht nur die Weltherrschaft, sondern auch die Vernichtung von Superman zur Lebensaufgabe gemacht hat.
Man merkt sofort, dass Drehbuchautor Mario Puzo (Der Pate) ein großer Fan der Comics war, so ist es seinem Script zu verdanken, dass sich die Geschichte Supermans nah an den Comics orientiert. Sowohl die Zerstörung Kryptons, als auch Clarks Jugend in Smallville wurde sehr gut abgearbeitet. Ebenso treffend gestaltete er auch die Beziehungen zwischen den Charakteren, wie auch deren Dialoge, die zwar sehr einsilbig wirken, aber gerade deshalb den Nerv des Comics treffen.
Auch Regisseur Richard Donners Inszenierung weiß durchweg zu beeindrucken. Er erkennt, dass es lächerlich wirken würde, einen Comic wie diesen ernst in Szene zu setzen und so legte er viel mehr Wert auf Humor und Charme, was dem Film nur zu Gute kommt. Dies kombiniert mit dem genialen Score von John Williams, sowie den überzeugenden Special Effects sorgen dafür, dass der Film auch auf technischer Seite Top ist.
Die Darstellerleistungen sind für eine Comicverfilmung erstaunlich gut. Der unbekannte Christopher Reeve erweist sich schnell als die Bestbesetzung für den titelgebenden Helden; stark ist sein Spiel vor allem, wenn er Clark Kent zum Besten geben darf, bei dem er sich vor seinem Vorbild Cary Grant nicht zu verstecken braucht. Gene Hackman hat in der Rolle des Schurken den Spaß seines Lebens, was sich auch auf den Zuschauer überträgt und Gefallen findet das Publikum auch an Margot Kidder als Lois Lane und an dem o.g. Marlon Brando der trotz seiner kleinen Rolle gewaltigen Eindruck hinterlassen kann.
Superman ist nicht nur der Beginn einer erfolgreichen Filmfranchise, er schafft es sowohl Leser als auch Nichtleser der Comics einer großartige Verfilmung zu bieten, die dem ersten großen Superhelden und dessen Vorlage gerecht wird und zudem noch mehr als zwei Stunden beste Unterhaltung bietet.