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World Trade Center

(World Trade Center, 2006)

Durchschnittliche Redaktionswertung

79%



Inhalt

Am Morgen des 11. September 2001 steuerten Terroristen zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers. Als die Türme kurze Zeit später einstürzen, werden knapp 3000 Menschen in den Trümmern begraben. Darunter befinden sich auch die beiden Polizisten John McLoughlin und William Jimeno, die den Opfern zu Hilfe geeilt waren. Für die Rettungskräfte beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Überlebenden zu bergen.

Kritik

von Toni Straer

Wertung Kritik

79%

Viel hätte man bei diesem Film falsch machen können. Doch Regisseur Oliver Stone verzichtete in World Trade Center auf Hochglanz-Helden und im Wind wehende USA-Flaggen. Er schuf viel mehr einen beklemmenden, glaubwürdigen Streifen über das Schicksal zweier Polizisten und deren Familien voll mit eindrucksvollen Szenen und bewegenden Bildern. Und so ist es einzig Stones altbekannter Hang zur Länge, den man als kleinen Makel eines ansonsten gelungenen Films werten kann.

Bild aus World Trade Center Was soll noch gesagt werden zu einem Thema zu dem schon alles gesagt wurde? Was soll noch gezeigt werden, wo sich die Bilder des 11. Septembers 2001 so unauslöschbar in den Köpfen der Menschen eingebrannt haben? Millionen verfolgten die unfassbaren Ereignisse in New York damals live vor dem Fernseher und die Szenen des einstürzenden World Trade Centers wurden wochenlang Tag für Tag wiederholt. Fünf Jahre ist das nun schon her und doch erinnert man sich daran als wäre es erst gestern geschehen. Wie also sollte ein Spielfilm funktionieren, bei dem die Szenerie schon unabweichlich in den Gedanken des Publikums vorgefertigt ist?

Schlimmes war zu erwarten. Denn sind es nicht genau die Momente des Schreckens in denen der Amerikaner am amerikanischsten ist? Diese Augenblicke in denen er sagen kann "Wir wurden angegriffen, aber man wird uns nicht besiegen!" In denen die getöteten Geschäftsleute des World Trade Centers kurzerhand zu Helden erklärt werden, da sie "ihr Leben gaben, als sie dabei waren den amerikanischen Traum zu verwirklichen" (Zitat Rudolph Giuliani).Und so sind es eben meist Ereignisse wie der Angriff auf Pearl Harbor oder der 11. September aus denen die Einwohner der USA ihren überschäumenden Patriotismus ziehen. Zudem übernahm mit Oliver Stone ein Filmemacher die Regie, an dem sich in den letzten Jahren des Öfteren die Meinungen gespalten haben. Die ersten Trailer zu World Trade Center schienen die böse Vorahnung, es könnte ein Film voll mit platten Patriotismusparolen werden, schließlich auch zu bestätigen: Zeitlupen, pathetische Musik und heldenhafte Polizisten die freiwillig ihr Leben riskieren.

Doch glücklicherweise ist dieser erste Eindruck falsch. Der Film kommt ohne Special Effects und technische Spielereien aus. Unpolitisch und unpatriotisch konzentriert sich Oliver Stone einzig auf die authentische Geschichte zweier verschütteter Polizisten, die nach langem Überlebenskampf aus den Trümmern der eingestürzten Gebäude gerettet werden konnten. Die sonstigen Geschehnisse dieses Tages lässt er fast völlig außen vor und nutzt sie nur zur zeitlichen Einordnung der Handlung. Geschickt setzt er original Fernsehbilder ein oder lässt sie im Hintergrund der Hauptpersonen laufen. Ihm ist es auch sehr gut gelungen etwas von der Verwirrung und der Unbeholfenheit der Beteiligten einfließen zu lassen, denn keine der Hauptfiguren weiß in was sie da hineingeraten ist und was als nächstes kommen wird. Das Publikum hingegen kennt bereits das Ende und auch daraus gewinnt der Streifen seine Dramatik.

Das Duo Cage/Pena funktioniert gut, wobei Michael Pena sicherlich der besser Agierende ist. Er überzeugt auf ganzer Linie während Nicolas Cage zwar eine gute, aber keine herausragende Darbietung zeigt. Die Charakterzeichnung der beiden Ehefrauen der Polizisten bleibt hingegen etwas blass. Vor allem das unentschlossene Auftreten von Donna McLoughlin, gespielt von Maria Bello, wirkt in manchen Situationen befremdlich. Der Film baut aber ohnehin mehr auf die Dramatik der Story als auf ausgefeilte Charaktere. Und dann wäre da noch die merkwürdige Randfigur des Marinesergeants Karner, die sich nicht einer gewissen Ironie entbehrt und wie ein Fremdkörper in diesem Film wirkt. Worauf genau Stone mit seiner Anspielung zielt kann sich der Zuschauer selbst ausmalen.

Dieser Film handelt nicht von Terrorismus oder dessen Folgen. Er verurteilt niemanden und schafft keinen künstlichen Heldenpathos. Er erzählt einzig allein eine von hunderten Geschichten die der 11. September hervorgebracht hat. Und das auf beeindruckende Weise. Die Szenen in den Trümmern des WTC schnüren einem den Hals zu und faszinierender Weise lösten sie im Publikum vielfach Hustenreiz aus, denn man kann den Geschmack von Staub und Schutt förmlich schmecken. Und so kommt nach Flug 93 der zweite gelungene Streifen über den schwärzesten Tag der jüngsten amerikanischen Geschichte in die Kinos. Und man verzeiht Oliver Stone auch die letzten Minuten des Films, in denen er sich dann doch noch dem Kitsch hingibt, denn davor bietet er 120 Minuten intensives Kino.

Keine weitere Wertung


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