Fast zur selben Zeit wie Christopher Nolans viel gelobter Magie-Thriller Prestige - die Meister der Magie erblickte ein weiterer Epochenfilm, der sich um einen Magier dreht, das Licht der Kinoleinwand. Leider schafft es der Film von Neil Burger trotz einer gelungenen Atmosphäre und erstklassigen Leistungen der Darstellerriege um Edward Norton nie ganz, dessen Qualität zu erreichen. Besonders das unsinnige Ende nimmt dem Film seinen Reiz und lässt einen mit einem unbefriedigenden Gefühl zurück.
Bei dem Charakterdrama von Neil Burger (Interview With The Assassin) handelt es sich um die auf Spielfilmlänge aufgeblasene Version einer 21-seitigen Kurzgeschichte von Pulitzer-Preisträger Steven Millhauser. Doch während das Ganze als Kurzgeschichte noch recht gut funktionieren mag, gibt der zugrunde liegende interessante Grundgedanke leider nicht genug her, um die gesamte Laufzeit über gut zu unterhalten, auch wenn man dem Skript durchaus zugestehen muss, dass die Verquickung von Liebesdrama, Thriller und Tragödie stimmig funktioniert.
Die ersten 20 Minuten kann Der Illusionist noch durchaus unterhalten. Die Schwächen des Drehbuchs, welches im Übrigen ebenfalls von Neil Burger stammt, werden hier noch von der gelungenen schnellen Inszenierung überlagert. Leider verliert der Film mit Einsetzen der Haupthandlung zunehmend deutlich an Geschwindigkeit. Dass man als Zuschauer keine Identifikationsfigur bekommt, könnte man noch als geringen Störfaktor abtun. Hauptfigur Eisenheim wirkt den Film hindurch zu undurchsichtig und der Erzähler, Polizeiinspektor Uhl, bekommt einfach zu wenig Leinwandzeit geschenkt, um diese Aufgabe zu erfüllen. Das wirkliche Probleme des Films ist dessen Inhaltslosigkeit und der Schluss.
Es passiert häufig nicht allzu viel, weshalb sich der Film in unendlichen Dialogszenen zu verlieren scheint. Auch dies funktioniert zu Anfang noch ganz gut, da die spitzfindigen Gespräche gut geschrieben sind. Leider nutzt sich dies spätestens ab der Mitte ab, wodurch einem der Film wahnsinnig langgezogen vorkommt.
Der wirkliche Knackpunkt aber ist das Ende. Hätte man es offen gelassen, ob alles eine Illusion ist oder nicht, wäre man dem Filmtitel mehr gerecht geworden. War doch die Frage, ob Eisenheim tatsächlich die Magie umgibt oder ob alles eine Illusion ist, eine wirklich spannende. Leider verkauft sich ein offenes Ende nicht so gut, weshalb man dieses alle Geheimnisse wegnehmende abrupte Happy End anhängen musste.
Hauptdarsteller Edward Norton spielt seine Figur des Eisenheim, wie man es von ihm gewohnt ist, glaubwürdig und verfällt nie in ein Under- oder Overacting - jedoch schafft er es leider nicht, mit seiner unaufdringlichen und zurückhaltenden Performance dem Film einen wirklichen Stempel aufzudrücken.
Der restlich Cast macht seine Sache recht gut, gerade der traditionell unterschätzte Paul Giamatti spielt seine Rolle als zwischen skeptischem Zweifler und leiser Melancholie schwankender Polizeiinspektor Uhl sehr überzeugend. Auch Rufus Sewell weiß als eifersüchtig-herrischer Kronprinz Leopold durchaus zu begeistern. Von beiden hätte man sich mehr Leinwandzeit gewünscht. Jessica Biel sticht leider negativ aus dem Darsteller-Ensemble heraus. Ist Biel ohnehin schon keine allzu gute Schauspielerin, degradiert sie das Drehbuch auch noch zur reinen Stichwortgeberin.
Letztlich ist Der Illusionist zwar kein Werk, dass sich wirklich mit Christopher Nolans Prestige - die Meister der Magie messen kann, jedoch gelang es Neil Burger durchaus, einen unterhaltsamen und spannenden Thriller abzuliefern.