Der letzte Kuss ist definitiv kein zweites Garden State, aber dennoch ein wundervoller Film. Grund hierfür sind die ehrlichen Dialoge, eine ergreifende Geschichte, tolle Darstellerleistungen, sowie ein hervorragend ausgewählter Soundtrack, welcher die Emotionen des Zuschauers noch verstärkt und somit knapp zwei Stunden beste Unterhaltung bietet.
Der letzte Kuss ist wieder einmal diese Art von Film, die nur enttäuschen kann. Grund dafür ist, dass man sowohl Geschichte, als auch Darstellerleistungen im Vergleich zu seinem Original kaum noch verbessern kann. Ein Weiterer sind die hochkarätigen Namen, die sich hinter diesem Remake verstecken, denn mit Paul Haggis (L.A. Crash) als Drehbuchautoren und Zach Braff als Hauptdarsteller, Co-Writer und Soundtrack Producer kann nach seinem Geniestreich Garden State ja kaum mehr was schief gehen, oder?
Dass man mit Paul Haggis als Drehbuchautor wirbt ist ja schön und gut, aber das Lob für die tolle Geschichte geht eindeutig an Gabriele Muccino, dessen Vorlage Haggis nahezu unangetastet übernommen hatte. Auch in diesem Remake funktioniert diese ehrliche und zugleich rührende Geschichte mit ihren wundervollen Dialogen perfekt, da man das Handeln der Charaktere durchweg nachvollziehen kann und sich alleine schon deswegen vom Genreeinheitsbrei abheben kann. Das von Zach Braff geschriebene Finale ist somit im Grunde die einzige wirkliche Änderung und fällt zu keinem Zeitpunkt negativ ins Gewicht.
Bei der Inszenierung Tony Goldwyns findet man auch wenig Grund zur Klage. Sicher, man könnte ihm Vorwerfen, er kopiere die Einstellungen von Muccino 1:1, aber kann man es ihm übel nehmen bei dessen Qualität? Auffällig sind jedoch ein paar gelungene Kameraspielchen, so wie der von Zach Braff perfekt zusammengestellte Soundtrack (unter anderen mit großartigen Songs von Snow Patrol, Joshua Radin und Remy Zero), der sich vor der Musik von Garden State nicht zu verstecken braucht und die ohnehin schon emotionsgeladenen Szenen noch perfekt untermalen kann.
Auch in Sachen Darstellerleistungen fällt Der letzte Kuss nicht hinter Ein letzter Kuss ab, denn während sich Zach Braff anfangs noch etwas zurück hält, spielt er sich in der zweiten Hälfte gemeinsam mit seiner wundervollen Kollegin Jacinda Barrett die Seele aus dem Leib und kann seine Garden State-Performance sogar noch toppen. Gleiches gilt für die Nebendarsteller um Blythe Danner und Tom Wilkinson, jedoch findet man bei der zweiten Hauptdarstellerin Rachel Bilson die einzig große Schwäche des Filmes. Während ihre Rolle im Original noch bezaubernd und verführerisch war, fehlt Bilson jegliche Faszination, was die Idee, dass Michael seine Freundin gerade mit ihr betrügen würde ein kleinwenig an Glaubwürdigkeit nimmt.
Wägt man die Pros und die Kontras gegeneinander ab, so hält sich die Qualität zwischen Original und Remake die Waage. Wer das Original nicht kennt, sollte diesen wundervollen und zugleich erschreckend ehrlichen Film nicht verpassen, aber auch diejenigen, die schon von Ein letzter Kuss begeistert waren, können ruhigen Gewissens ein Kinoticket lösen, denn Der letzte Kuss kann mit Ausnahme von Rachel Bilsons Leistung durch die Bank überzeugen.