Regisseur Bourlem Guerdjou erzählt in seinem Film Zaina - Königin der Pferde einen Mix aus arabischem Märchen und Drama. Auf dem Filmfestival von Locarno gewann der Film dieses Jahr den Zuschauerpreis. Guerdjou benutzt für seine Rahmenhandlung ein hoch angesehenes Pferderennen und bringt dem Zuschauer nebenbei die arabische Kultur näher. Optisch gelingt ihm dabei ein schöner, inhaltlich ein wenig eintöniger Film.
Zaina (Aziza Nadir) ist ein junges Mädchen, die nach dem Tod der Mutter bei ihrem Stiefvater Omar (Simon Abkarian) leben soll. Doch dann taucht plötzlich ihr leiblicher Vater Mustapha (Sami Bouajila) auf, der mit seinen Reitern auf dem Weg nach Marrakesh ist, wo eines der größten Pferderennen der Welt stattfindet. Zaina schließt sich ihnen an und muss sowohl den äußerst schwierigen Weg durch die unwirkliche Natur des Atlasgebirges bewältigen, als auch Omars Männern ausweichen. Denn Omar will Zaina nicht einfach aufgeben.
Diese Handlung führt unweigerlich zu vielen Hinterhalten, Überfällen, Kämpfen und Schießereien, die den Film auflockern, ihn aber trotzdem nicht spannend gestalten können. Hauptthema ist die Beziehung zwischen Zaina und ihrem Vater, die sich bis zum Tod der Mutter noch nie gesehen haben. Demzufolge ist die Annäherung nicht die einfachste, doch Zaina kann recht schnell Vertrauen fassen, als sie merkt, dass sich ihr Vater für sie einsetzt. Die Kennenlernphase von Vater und Tochter erfolgt dabei im rauen Umfeld der Berge, zwischen Verfolgungsjagden und Kämpfen und wirkt dadurch recht realistisch. Große Sympathiepunkte kann auf schauspielerischer Seite allerdings nur Zaina verbuchen, sonst fühlt man sich als Zuschauer am ehesten noch zu den Pferden hingezogen.
Wirklich atemberaubend ist die großartige Landschaft des Atlasgebirges, die mit beeindruckenden Aufnahmen der Natur bestens zur Geltung gebracht werden. Auch bei dem Pferderennen werden einige wirklich gute Kameraeinstellungen geboten, die an den Abenteuerfilm Hidalgo - 3.000 Meilen zum Ruhm mit Viggo Mortensen erinnern. Von der orientalischen Kultur lernt der Zuschauer vor allem eines: Frauen sind nicht viel wert, haben sich stets unterzuordnen und nichts zu sagen. Männer übernehmen den Teil des Denkens und Handelns, was sie tun, ist richtig und muss befolgt werden. Umso merkwürdiger ist die Reaktion der Männer am Ende des Films, die nicht verraten werden soll, weil sie zu viel vorwegnehmen würde.
Insgesamt ist Zaina - Königin der Pferde zu eintönig und glatt geraten und kann keine Spannung aufbauen. Die langsame Annäherung zwischen Vater und Tochter mag keine Emotionen und Anteilnahme hervorrufen. Entschädigung findet man in den schönen Naturaufnahmen, doch dafür lohnt sich bei weitem nicht der Besuch des Kinos. Zur Vorweihnachtszeit im Fernsehen wäre der Film bestens platziert.