Die letzten Mystery-Thriller, die man im Kino zu sehen bekam, gehörten eher in die Ecke Ich weiß nach fünf Minuten was am Ende passieren wird. Doch dank Wicker Man - Ritual des Bösen ist endlich Schluss damit! Leider ist das aber auch das Einzige, was man diesem Streifen abgewinnen kann, denn die Story ist nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern auch absolut lächerlich.
Der Klassiker Wicker Man - Ritual des Bösen aus dem Jahre 1973 stand schon lange auf der Liste, der Filme, die Nicholas Cage neu verfilmen wollte. Allerdings hätte er vielleicht nicht gerade Neil LaBute ans Drehbuch lassen sollen. Man wollte eine zeitgenössische Variante des Robin Hardy-Streifens machen und das ging leider komplett in die Hose!
Nach einem schrecklichen Unfall, bei dem er eine Frau und deren kleine Tochter nicht mehr aus deren Auto retten konnte, schluckt Police Office Edward Malus (Nicholas Cage) Pillen und versucht die Erinnerungen zu verdrängen. Plötzlich taucht ein Brief von seiner Ex-Verlobten Willow (Kate Beahan) auf, die ihn um Hilfe bittet. Ihre kleine Tochter sei verschwunden und Ed soll auf Summersisle kommen, um sie zu suchen. Der psychisch angeschlagene Polizist macht sich sofort auf den Weg nach Summersisle und findet dort merkwürdige Einsiedler, die anscheinend ein Opfer-Ritual mit dem verschwundenen Mädchen planen.
Die Geschichte hätte grundsätzlich das Potential überzeugen zu können, doch leider legte man kaum Wert auf Logik. Des Weiteren muss man sogar das komplette Genre in Frage stellen, wenn man den Unfall zu Beginn genauer unter die Lupe nimmt. Aber auch die Inszenierung ist meist eher lächerlich als mystisch. Vor allem die Geschehnisse auf der Insel werden so unspannend präsentiert, dass man sich manchmal fragt, ob man hier nicht wollte oder nicht konnte.
Die Darsteller können aus der misslungenen Geschichte auch nichts mehr retten und so wirkt Nicholas Cage sehr gealtert. Fast könnte man glauben, dass die fantastische Darstellung in World Trade Center ein anderer Schauspieler auf die Leinwand gebannt hat. Aber auch Ellen Burstyn und Kate Beahan wirken äußerst blass und hinterlassen einen unterdurchschnittlichen Eindruck. Es scheint also eher an den lieblosen Charakteren zu liegen, als an den Darstellern selbst.
Wicker Man - Ritual des Bösen hätte das Potential für ein gutes Remake gehabt, aber eine absolut unterirdische und sinnfreie Story, sowie eine lächerliche Inszenierung sorgen dafür, dass man den Film lieber meiden sollte. Auch Starnamen wie Nicholas Cage können an diesem Fiasko nichts mehr retten und so kann ich nur jedem empfehlen einen großen Bogen um den Kinosaal zu machen! Einziger Pluspunkt ist ein überraschendes Ende, welches aber für die 90 Minuten Qual auch nicht entschädigen kann.