Der zweifache Oscar-Sieger Clint Eastwood stellt mit Flags of Our Fathers ein Kriegs-Drama der anderen Art vor. Es geht zwar um die Darstellung des Krieges, allerdings aus einer anderen Perspektive als gewöhnlich. Eastwood erzählt die erbitterten Kämpfe um die japanische Garnison Iwo Jima im zweiten Weltkrieg einerseits aus Sicht einer Gruppe von Soldaten. Dem dagegen setzt er die Daheimgebliebenen und ihre Sicht der Ereignisse. So gelingt ihm ein gefühlsbetontes Drama mit historischem Hintergrund.
Ein Foto schrieb im Zweiten Weltkrieg in Amerika Geschichte. Es zeigt eine Gruppe von Soldaten beim Hissen der amerikanischen Fahne auf dem Mount Suribachi in Japan. Das Hissen der Fahne stellte nach tagelangen erbitterten Kämpfen um die japanische Garnison Iwo Jima einen kleinen Sieg dar. Für die Soldaten vor Ort war es nur eine Art Formalität während der kräftezehrenden Schlacht. Für die Angehörigen im fernen Amerika gewann das Foto einen Heldenstatus. Es faszinierte die amerikanische Öffentlichkeit in einer Zeit, in der der Krieg kein Ende nehmen wollte.
Drei der überlebenden Soldaten werden daraufhin von der Front abgezogen, um als wahre Helden in der Heimat gefeiert zu werden. Auf zahlreichen Festen müssen sie das Fahnenhissen nachspielen, sich als Helden feiern lassen, obwohl sie sich gar nicht als solche fühlen. Zudem werden sie jedes Mal von Erinnerungen an die Schlacht verfolgt. Die Kehrseite der umjubelten Auftritte liegt in der "Vermarktung". Denn die Politik verfolgt mit den Auftritten nur ein Ziel: Geld zu machen, um den Rest des Krieges finanzieren zu können. Die Emotionen der Soldaten sind dabei völlig nebensächlich.
Eastwood schafft es, einen Kriegsfilm zu gestalten, der drei Sichten des Krieges miteinander vereint: die während der Schlachten, die heldenhafte und die der Angehörigen. So entsteht eine nicht ganz so schockierende Darstellung des Krieges wie zum Beispiel bei Der Soldat James Ryan. Allerdings wird schon deutlich, dass Steven Spielberg seine Finger als Produzent mit im Spiel hatte. Die Landeszene an der japanischen Küste, auf die eine 30-minütige Schlachtszene folgt, erinnert stark an Spielbergs "James Ryan". Sie ist perfekt und beeindruckend inszeniert und zeigt die grausame Seite des Krieges in allen Facetten.
Flags of Our Fathers ist ein durchweg gut konstruierter, dramaturgisch aber schwankender Kriegsfilm. Das erwartete Meisterwerk ist es nicht geworden. Letztendlich ist er aber ein guter Mix aus Krieg und Drama geworden, der jedoch nur eine bestimmte Zuschauerriege ansprechen wird.